Tierwohl

LandFrauen fordern Bekenntnis zur deutschen Nutztierhaltung

Der LandFrauenverband drängt in einem Positionspapier an die Bundesregierung auf die unverzügliche Einleitung klarer Schritte in Richtung Umbau und öffentliche Finanzierung der Nutztierhaltung.

Angesichts der prekären Situation, in der viele tierhaltende landwirtschaftliche Betriebe sind, fordert der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) die neue Bundesregierung dazu auf, unverzüglich zu handeln. Auch der Bauernverband (DBV), die Geflügelwirtschaft (ZDG), der Raiffeisenverband (DRV) und der Lebensmittelhandel in der Initiative Tierwohl (ITW) mahnten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung an die Bundesregierung zu mehr Klarheit für die Zukunft der deutschen Tierhaltung.

Empfehlungen der Borchert-Kommission fehlen im Koalitionsvertrag

Zukünftig noch härtere internationale Wettbewerbsbedingungen, der zu erwartende Rückgang der Binnennachfrage sowie vielfältige inländische Auflagen, würden die Situation zunehmend verschärfen. In seinem aktuellen Positionspapier weist der dlv darauf hin, dass im Koalitionsvertrag das Bekenntnis zum Umbau der deutschen Nutztierhaltung gemäß den Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung fehle.

„Die Empfehlungen sind von einem breiten Bündnis im Konsens erarbeitet worden. Sie liefern hervorragende Lösungsansätze für die dringend benötigte Planungssicherheit und eine echte Perspektive für viele gebeutelte Tierhalterinnen und Tierhalter. Diese brauchen Klarheit bezüglich der Haltungskriterien für alle Tierarten sowie Finanzierungs- und Rechtssicherheit für Stallbauten“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. Dass diese, gemeinsam mit vielen anderen Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft, im Koalitionsvertrag nicht berücksichtigt worden sind, hat der dlv bereits zum Ende der Koalitionsverhandlungen kritisiert.

Landfrauen stehen hinter neuen Haltungsformen und 5xD

Im Positionspapier „Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland: Chancen erkennen, Rahmen schaffen, Familienbetriebe stärken“ verdeutlicht der dlv, dass neue Haltungsformen das Tierwohl noch mehr erhöhen und damit bestenfalls auch die Wertschätzung tierischer Produkte und die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher gesteigert werden. Von der Verbraucherschaft erwartet der dlv ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft an der Ladentheke. Die LandFrauen machen sich in diesem Zusammenhang für ein 5D-basiertes (in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet, verarbeitet) Fleischangebot im Lebensmitteleinzelhandel stark.

Juliane Vees, erste Vizepräsidentin des dlv, fordert: „Landwirtinnen und Landwirte dürfen nicht weiterhin Getriebene von Ordnungsrecht, gesellschaftlichen Protesten und Gerichtsurteilen sein. Wir werden auf verschiedenen Ebenen den Dialog suchen und Überzeugungsarbeit im Sinne der landwirtschaftlichen Familien leisten.“

Eine Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland sei nur dann gewährleistet, wenn die Transformation so gestaltet wird, dass landwirtschaftliche Betriebe davon auskömmlich leben können.

Das ganze Positionspapier der LandFrauen, lesen Sie hier.


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