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Landfrauen: Grundrenten-Konzept greift nicht weit genug

Die Landfrauen fordern eine „Rentenpolitik, die die Perspektiven von Frauen stärker in den Blick nimmt.

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) hat den aktuellen Diskurs über eine Grundrente in Deutschland begrüßt, gleichzeitig aber auch mehr Unterstützung speziell von Frauen während der Erwerbsphase gefordert. Notwendig sei eine „Rentenpolitik, die die Perspektiven von Frauen stärker in den Blick nimmt“, erklärte dlv-Präsidentin Brigitte Scherb.

Es sei richtig, dass vor allem Rentnerinnen, die ein Leben lang gearbeitet, Angehörige gepflegt und Kinder erzogen hätten, im Alter mehr als eine Grundsicherung erhielten. Die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil jetzt konzipierte Grundrente sei ein wichtiger Schritt, wenn es darum gehe, die soziale Absicherung zu verbessern. Sie reiche aber nicht aus, um Frauen vor Altersarmut zu bewahren. Vielmehr müssten Frauen in der Erwerbsphase endlich gestärkt werden.

Bislang seien niedrige Löhne, Teilzeitbeschäftigung sowie Erwerbsunterbrechungen das Kernproblem für die geringen Rentenanwartschaften vieler Frauen. Gebraucht würden bessere Rahmenbedingungen und der politische Wille, eine echte und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt umzusetzen.

Konkret geht es Scherb um die Herstellung von Lohngerechtigkeit, um Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie um die gesellschaftliche Sensibilisierung über die Wichtigkeit finanzieller Unabhängigkeit.

Heil hatte am vorvergangenen Wochenende ein Konzept für eine Grundrente vorgelegt. Demnach sollen die Renten von Geringverdienern, die 35 Beitragsjahre bei der gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen, aus Steuermitteln um bis zu 447 Euro im Monat angehoben werden. Kindererziehung und Pflegezeiten würden dabei angerechnet. Eine Bedürftigkeitsprüfung ist nicht vorgesehen.

Der dvl geht davon aus, dass insgesamt 4 Millionen Menschen von einer Grundrente nach diesem Konzept profitieren könnten; drei Viertel davon wären Frauen. Heils Pläne sind umstritten. Kritikpunkte sind in erster Linie die Finanzierbarkeit einer solchen Leistung sowie das Fehlen einer Bedürftigkeitsprüfung.

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