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Landfrauenverband kritisiert Bundesregierung wegen mangelnder Gleichstellungspolitik

Der Deutsche LandFrauenverband fordert die Bundesregierung auf, endlich für Gleichberechtigung der Frauen zu sorgen

Die Bundesregierung muss sich nach Ansicht des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) viel stärker für eine aktive Gleichstellungspolitik für Frauen in den ländlichen Räumen stark machen. Dies sei nicht nur ein Gebot der Fairness, sondern auch notwendig, damit Frauen, darunter auch die Bäuerinnen, ihren Beitrag für gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land leisten können.

Auch die EU-Agrarpolitik dürfe Frauen deshalb nicht länger ignorieren. Frauenfördernde Maßnahmen müssten in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 verankert werden, so der Verband.

Der dlv fordert für die zweite Regierungs-Halbzeit die Einführung des angekündigten Gleichwertigkeit-Checks. Denn erst wenn alle Gesetzesvorhaben auf die Frage der gleichwertigen Lebensverhältnisse hin geprüft würden, könnten die ländlichen Räume insgesamt profitieren.

Voraussetzungen für Ehrenamt heute nicht optimal

„Ehrenamt trägt maßgeblich dazu bei, dass die ländlichen Räume lebenswert sind. Unsere Vereine stehen jedoch vor existenziellen Zukunftsaufgaben“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. Der dlv sieht positiv, dass die Politik den hohen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements erkennt. Vereine sind laut Bentkämper Orte der gelebten Demokratie und stärken den Zusammenhalt der ländlichen Gesellschaft.

Die Arbeit der geplanten Engagement- und Ehrenamtsstiftung kann ihrer Meinung nach dabei helfen, Herausforderungen wie die Digitalisierung im Ehrenamt zu meistern. Abgesehen davon müssten sich aber die Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement insgesamt deutlich verbessern. Dazu zählt die Schaffung hauptamtlicher Strukturen in den Regionen, etwa durch Unterstützungsbüros, sowie der Abbau bürokratischer Hürden. Das Ehrenamt muss außerdem mehr Anerkennung erhalten, beispielsweise durch zusätzliche Rentenpunkte oder die Anhebung des Ehrenamtsfreibetrages.

Zügig gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen

Kritik äußert der dlv auch an der bisherigen Bilanz der Bundesregierunjg, was gleiche Lebensverhältnisse auf dem Land und der Stadt angeht. Obwohl der ländliche Raum in der Arbeit der Bundesregierung eine größere Bedeutung bekommen hat, stünden viele konkrete Schritte zur Erreichung gleichwertiger Lebensverhältnisse aus.

„Damit Frauen im ländlichen Raum eine echte Perspektive für ihr Leben sehen, muss die Regierung endlich ihre Fördersysteme grundlegend anpacken, gute Infrastrukturen schaffen und den ländlichen Raum als Chancenraum verstehen“, sagt Petra Bentkämper weiter.

Für die zweite Hälfte dieser Legislaturperiode fordert sie von der Bundesregierung, ihre Förderpolitik an einem positiven – und nicht defizitorientierten – Leitbild für die ländlichen Räume auszurichten. Die Ergebnisse der Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse müssten konsequent umgesetzt werden.

Der dlv begrüßt das Vorhaben der Koalition, ein gesamtdeutsches Fördersystem u.a. für strukturschwache Regionen zu schaffen. „Gleichwertige Lebensverhältnisse einen unsere Gesellschaft. Für diese gute Investition müssen deutlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden als bisher, damit alle förderbedürftigen Regionen profitieren können“, fordert die dlv-Präsidentin. Bei der Umgestaltung der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) habe die Bundesregierung wichtige Chancen für Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen auf dem Land verstreichen lassen. Das müsse noch in dieser Legislaturperiode geändert werden, fordert der dlv.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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