Baden-Württemberg

Agrarministerkonferenz in Koblenz: "Leistungen der Bauern honorieren"

Anlässlich des Agrarmistertreffens am 1. September in Koblenz erinnert der Landesbauernverband BW daran, dass die Bauern für mehr Umweltschutz und Tierwohl bezahlt werden müssen.

In Koblenz findet vom 30. August bis 1. September 2020 die informelle Tagung der EU-Agrarminister unter deutschem Vorsitz statt. Vor der Tagung gibt es noch eine Exkursion in die Weinregion Winningen. Diese soll dazu beitragen, den Vertretern der EU-Mitgliedstaaten einen Einblick in die Kulturlandschaft und den Steillagenweinbau an der Mosel zu geben.

EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski nimmt erwartungsgemäß an dem Treffen teil, bei dem es insbesondere um die Lehren aus der Corona-Pandemie für die EU-Landwirtschaft gehen wird. Nach Abschluss des informellen Rates werden am Dienstag Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Agrarkommissar Wojciechowski die Ergebnisse im Rahmen einer gemeinsamer Pressekonferenz erläutern.

Landwirte brauchen Unterstützung durch eine faire europäische Agrarpolitik

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LBV-Präsident Joachim Rukwied und die Vizepräsidenten Hans-Benno Wichert, Gerhard Glaser und Klaus Mugele (Bildquelle: LBV)

Die Vizepräsidenten des Landesbauernverbandes (LBV) Hans-Benno Wichert, Klaus Mugele und Gerhard Glaser erinnern die Politiker in diesem Zuge daran, dass die Bauernfamilien angesichts der vielen Herausforderungen an den Märkten, im Klimawandel, im Ressourcenschutz und beim Generationswechsel auf eine starke europäische Agrarpolitik angewiesen seien.

Dazu gehöre auch ein stabiler EU-Agrarhaushalt, die Honorierung für höhere Anforderungen bei Umwelt und Tierwohl sowie gemeinsame Standards im EU-Binnenmarkt. „Die Corona-Krise hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, eine starke heimische Landwirtschaft zu haben. Um die vielfältigen regionalen Strukturen unserer Landwirtschaft in Baden-Württemberg stabil zu halten, ist Unterstützung durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nötig“, sagt LBV-Vizepräsident Hans-Benno Wichert. „Die finanziellen europäischen Mittel sind für unsere landwirtschaftlichen Betriebe unabdingbar, damit wir die stetig ansteigenden Anforderungen der Bevölkerung im Bereich Klima-, Umwelt- und Natur- sowie Tierschutz überhaupt umsetzen können.“ Die EU-Agrarzahlungen seien für die Bauernfamilien direkt einkommenswirksam.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung bringt erhebliche Belastungen für die baden-württembergischen Schweinehalter. In vielen Fällen werden zeitnah große Investitionen fällig. „Im EU-Binnenmarkt sollten einheitliche Regeln selbstverständlich sein. Die EU-Agrarminister sind deshalb gefordert, für Chancengleichheit und faire Wettbewerbsbedingungen auf europäischer Ebene zu sorgen“, fordert LBV-Vizepräsident Klaus Mugele. „Ohne einheitliche rechtliche Anforderungen und Standards der landwirtschaftlichen Erzeugung würden unsere Betriebe noch weiter vom heimischen Markt verdrängt.“

„Es sind doch unsere Bauern, die unsere Lebensmittelversorgung stabilisieren, festigen und optimieren. Dennoch drohen drastisch steigende Auflagen und somit explodierende Kosten für unsere Bauernfamilien“, sagt LBV-Vizepräsident Gerhard Glaser.

„Gleichzeitig werden unsere Märkte für Billiges aus aller Welt immer weiter geöffnet. Zweierlei Tier- und Umweltschutz darf es keinesfalls geben, daher sehen wir auch das geplante Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form äußerst kritisch und erwarten deutliche Nachbesserungen.“ Insgesamt dürften bei Importen aus Drittländern die europäischen Standards niemals unterlaufen werden.

Rukwied vertritt Europas Bauern

Beim Treffen der Agrarminister in Koblenz wird auch Bauernpräsident Joachim Rukwied teilnehmen und dort in seiner Funktion als Copa-Präsident ein Statement vor den EU-Agrarministern abgeben. Als Präsident des europäischen Bauernverbandes COPA vertritt Joachim Rukwied rund 60 europäische Bauernverbände und damit mehr als 10 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in der Europäischen Union.

Die Kreisbauernverbände im Landesbauernverband unterstützen das Engagement von Rukwied durch zahlreiche Gespräche mit Politikern vor Ort. Die LBV-Forderungen sind auf den LBV-Social Media-Kanälen Twitter, Facebook, Instagram und YouTube unter dem Namen BWBauern zu finden.


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