Landwirtschaft soll Klimaziele über Düngemanagement erreichen

Mit weniger Stickstoff-Überschüssen, mehr Gülle in Biogasanlagen und einer „klimafreundlichen“ Tierhaltung will Landwirtschaftsministerin Klöckner die Klimaziele für die Landwirtschaft erreichen. Anfang 2019 will die Bundesregierung verbindliche Klimaschutzmaßnahmen für alle Sektoren festschreiben. Die Verhandlungen gehen jetzt in die heiße Phase.

Die Bundesregierung will im Frühling 2019 verbindliche Klimaschutzmaßnahmen für alle Sektoren in einem Klimaschutzgesetz festschreiben. Die Landwirtschaft hat im Vergleich zu der Energiewirtschaft, der Industrie, dem Gebäudesektor und dem Verkehr zwar die geringsten Treibhausgaseinsparungen vorzunehmen. Dennoch muss sie von dem gesetzten Ziel bis zum Jahr 2030 bis zu 34 Prozent CO2-Äquivalente im Vergleich zu 1990 einzusparen stand heute immer noch eine Reduktion von 15 bis 20 Prozent schaffen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat dafür in ihrem Ministerium einen Zehn-Punkte-Plan entwickelt, mit dem sie nun in die Verhandlungen mit dem federführenden Bundesumweltministerium (BMU) geht. Er sieht vor allem Maßnahmen vor, die über das Düngerecht erreicht werden sollen. Als wichtigste Maßnahmen bezeichnete das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Anfang der Woche die Stickstoff-Überschüsse zu senken, mehr Gülle in Biogasanlagen zu vergären statt unbehandelt aufs Feld auszubringen sowie eine „klimafreundliche“ Tierhaltung zu fördern.

Das Ziel die Stickstoffemissionen zu senken, will das BMEL vor allem mit der im Jahr 2017 vollzogenen Reform des Düngerechtes bewerkstelligen. „Die Düngeverordnung ist überarbeitet worden und wird Wirkung entfalten“, erläuterte Klöckner zu Wochenbeginn im Interview mit der Rheinischen Post (RP). Die Güllevergärung in Biogasanlagen will das BMEL von heute 30 Prozent auf 70 Prozent bis 2030 steigern. Dazu verspricht es Fördermittel für die Umrüstung und den Neubau von Biogasanlagen mit hohen Gülleanteilen. Klöckner erwartet davon „ungeheure Chancen zur Verbesserung des Klimas“ für den Landwirtschaftssektor.

Die Tierhaltung, die einen Anteil von bis zu einen Viertel an den Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft hat, gehört zu den umstrittensten Feldern für die Einsparung von Emissionen aus der Landwirtschaft. Das BMEL agiert hier bisher vorsichtig. „Der Fleisch- und Wurstverzehr pro Kopf ist bei uns in Deutschland zurückgegangen. Aber es gehört eben auch zur banalen Wahrheit, dass für das, was wir essen, Tiere gehalten werden müssen“, umschreibt es Klöckner. Die Tierhaltung müsse „in Teilen noch klimafreundlicher werden“, sagte sie ohne konkreter zu werden. In der politischen Debatte steht dazu immer wieder, ob Deutschland zu einer flächengebundenen Tierhaltung von maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar zurückkehrt. Überlegungen dazu gibt es im BMEL wie im BMU, eine Entscheidung dazu steht wohl noch aus.

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernd Müller

Klimafreundlichere Tierhaltung?

Was hat die Begrenzung auf 2GV pro Hektar mit Klimaschutz zu tun? Deutschlandweit liegen wir darunter. Besonders Klimafreundlich ist die besonders von den Grünen verurteilte Geflügelmast. Konventionell natürlich. Klimaschädlich: Biohaltung und dort besonders die extensive Weidehaltung. Lasst uns endlich zu einer faktenbasierten Diskussion kommen.

von Rudolf Rößle

Diskussion

von Stallneubauten jeglicher Art ohne eigene Flächen zu Verbringung der Fäkalien gehört verboten.

von Gerald Hertel

unser Problem ist: wir sind eine Wegwerfgesellschaft

von Gerhard Steffek

Relation!!!!

Wenn man bedenkt das die Bevölkerung Deutschlands nur 1 % der Weltbevölkerung ausmacht, zwar dabei 2 % der CO2 Emissionen verursacht, dafür aber auch gewaltig viel exportiert und somit woanders unnötige Emissionen verhindert, dann wird es dem vernünftig denkenden Menschen hoffentlich schnell klar was hier wieder für ein hysterisches Affentheater abläuft. China hat 1/6 der Weltbevölkerung und verursacht 28 % der CO2 Emissionen, die USA 25 %, danach folgen noch im zweistelligem Bereich die Inder und Russen. Dagegen wollen wir anstinken, die Welt retten. Wenn es nicht so traurig wäre, wie lächerlich wir uns damit machen, wäre es zum Brüllen komisch. Außerdem - es wird ständig von den riesen Viehbeständen gesprochen, wer spricht die steigende Weltbevölkerung an? Seit 1950 eine Verdreifachung!! Damals 2,5 Mrd. Menschen, heute ca. 8 Mrd., verursachen die nichts? Brauchen die nichts zum Leben? Kein Gemüse, kein Getreide, keine Milch und kein Fleisch? Abgesehen davon, daß der Klimawandel so und so kommt. Oder wieso hat es vor dem Menschen schon 4, bzw. 6 Eiszeiten gegeben? Dazu braucht ein jeder nur mal unter dem Stichwort "Erdachse" in Wikipedia nachlesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Erdachse). Wenn man hier bedenkt das demzufolge wir derzeit auf die steilste Stellung dieser zusteuern (Halbzeit seit der letzen Eiszeit) und auf der Nordhalbkugel die größte Landmasse ist, die sich stärker aufheizt als die Wassermasse der südlichen Hälfte, dann ist das ganze Getue in Deutschland nur ein windiges rumdoktern von Zauberlehrlingen die sich wichtig machen wollen. Wäre man nicht selber involviert, wäre es ja faszinierend zu beobachten wie der Mensch in Deutschland wie die Lemminge diesen selbsternannten "Rattenfängern" nachlaufen und sich für Dumm verkaufen lassen. Übrigens - der Zug der Lemminge beruht auch auf Übervölkerung in ihrem Lebensraum.

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