DBV-Situationsbericht

Landwirtschaftliche Arbeitsplätze kosten immer mehr

Die Landwirtschaft gehört zu den kapitalintensivsten Branchen und der Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen wächst immer schneller.

Der Kapitalstock der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei, definiert als Bruttoanlagevermögen (ohne Boden) zu Wiederbeschaffungspreisen, ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Das berochtet der DBV in seinem aktuellen Situationsbericht.

Noch wesentlich stärker nahm der Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen (Kapitalintensität) zu. Mit heute 607.200 € Kapital je Erwerbstätigen gehört die Landwirtschaft zu den kapitalintensivsten Branchen. Im produzierenden Gewerbe (Industrie) zum Beispiel fällt die Kapitalintensität mit 338.200 € je Erwerbstätigen deutlich niedriger aus. Im Handel sind es nur 151.000 € und im Baugewerbe 47.900 €.

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Landwirtschaftlicher Kapitaleinsatz (Bildquelle: Destatis)

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Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen (Bildquelle: Destatis)

Vermögen nur zu einem Drittel fremdfinanziert

Das Nettoanlagevermögen (Bruttoanlagevermögen vermindert um die Abschreibungen, ohne Boden) der deutschen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei lag Ende 2019 bei 164,7 Mrd. €. Davon entfallen 31 % auf Ausrüstungsgüter (Maschinen und Geräte) und 69 % auf Bauten und Anlagen.

Finanziert wird das Sachkapital der deutschen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei zu 34 % mit Fremdmitteln und zu 66 % mit Eigenkapital. Im Vergleich zu gewerblichen Unternehmen ist der Fremdfinanzierungsanteil relativ gering.

55,4 Mrd. € Fremdkapitalbestand der deutschen Landwirtschaft

Der Fremdkapitalbestand in der deutschen Land- und Forstwirtschaft erreichte Ende Juni 2020 mit 55,4 Mrd. € einen Stand, der damit im Vorjahresvergleich um knapp 2 % zugenommen hat. 84 % des Kreditbestandes sind langfristige Kredite und dienen damit der Finanzierung langfristiger Investitionen.

Kurz- und mittelfristige Kredite mit einer Laufzeit von unter 1 bzw. 5 Jahren spielen mit einem Anteil von 16 % eine untergeordnete Rolle. Die deutsche Land- und Forstwirtschaft nutzt Fremdkapital vorwiegend zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Ergebnisse. Dazu trägt auch das günstige Zinsniveau bei.

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Anteil der Landwirtschaft an der Beschäftigung und der Bruttowertschöpfung (Bildquelle: Destatis)


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Der DBV- Situationsbericht ist immer Klasse.

Die DBV-Verantwortlichen müssen aber erkennen, dass die heutigen Politiker bis auf wenige Ausnahmen unehrliche Verhandlungspartner sind. Der normale Strukturwandel wird durch fachlich unbegründbare politische Auflagen und Verbote aus dem Bereich Absurdistan in ungeahnte Höhen ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Öl

mittlerweile sehe ich unsere Rohstoffe schwarz. Sie unterscheiden sich nicht vom Ölhandel. Da gibt es wenigstens eine OPEC die ab und zu mal eingreift. Nahrungsmittel werden nicht wie Autos oder Medikamente gesehen deren Leistung zumindest mit der Inflationsrate steigen müssen.

von Rudolf Rößle

Da

die Rentabilität niedrig ist, ist eine hohe Fremdkapitalisierung nicht möglich/sinnvoll bzw. das Risiko einer Insolvenz hoch.. Maschinen mit hohem Fremdkapital müssen im Lohn mit eingesetzt werden.

von Hermann Kamm

DBV Situationsbericht,

das ist schon 20 Jahre so das die kosten gestiegen sind. Der Bauernverband weiß das schon seit 20 Jahren!!!!!!! Haben die über diese Zeit geschlafen und nur den Beitrag der dummen Bauern Kassiert ????????? Das ist wirklich ein Armutszeugnis für diesen Verband!!!!!!!!

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