Wildschäden

Leserfrage: Falsches Schätzprotokoll bei Wildschaden Premium

Wie kann ein Landwirt gegen das Schätzprotokoll eines Wildschadensgutachter vorgehen? Hier die Antwort auf unsere Leserfrage.

Frage: Beim Ackern im August habe ich festgestellt, dass Wildschweine in meinen Silomais gebrochen sind. Zwei Tage später habe ich den Schaden gemeldet. Unser Jagdpächter meinte, der Schaden sei schon älter als eine Woche und hat diesen nicht bezahlt. Daraufhin habe ich geklagt. In Zuge dessen hat ein Gutachter der Gemeinde ein Schätzprotokoll angefertigt, dem ich leider zugestimmt habe. Das Protokoll ist aber nicht korrekt, weil es den Schaden auf den Zeitraum Mitte Juli schätzt. Daher habe ich vor Gericht verloren. Ist es noch möglich dagegen anzugehen?

Antwort: Bei...

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Artikel geschrieben von

Anne Schulze Vohren

Redakteurin Betriebsleitung

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von Paul Siewecke

Beliebte Taktiken um nicht zahlen zu müssen...

Der Vororttermin zur ersten Besichtigung wird absichtlich erst 10-20 Tage nach der Schadensmeldung ("man muss ja erst alle Beteiligten zusammenbekomen"!) gelegt: Im Herbst/Frühjahr hat dann meist die Witterung oder die einsetzende Vegetationsperiode für die Beseitigung der meisten relevanten Spuren gesorgt ("ist alles nur schlecht aufgelaufen", "die Reihen sind doch noch erkennbar") und in der Erntezeit wird deswegen meist gar nicht gemeldet, weil das nächste Gewitter schon droht. Sollte man doch in der Ernte melden, komt man später und gibt dem Landwirt dann die Hauptschuld am Schaden ("Bestand hätte längst geerntet werden müssen, alles überständig, etc"). Des weiteren wird das Vorhandensein der verursachenden Wildart geleugnet, Fotos werden als Fälschung bezeichnet, es wird falsche Bestandesführung vorgeworfen, "wie kann man hier nur Raps anbauen, du weißt doch, dass hier Schweine sind"), gängige Feldfrüchte/Druschfrüchte werden als Sonderkultur bezeichnet (z.B Ackerbohnen, Erbsen,...), oder es wird dem Landwirt einfach mangelnder Sachverstand unterstellt: "das ist für diese Wildart gar nicht typisch", "hier ist doch nichts zu sehen", "wo ist denn hier überhaupt Wildschaden" (dabei mitten in einer Wühlstelle stehend!), bis hin zu: "sie wollen doch nur abkassieren!". Bei versuchten Einigungen und unbestreitbaren Schäden wird der voraussichtliche Ertrag stark gemindert, Produktpreise nach unten gerundet und fast immer die Mehrwertsteuer "vergessen". Man sollte sich auch immer genau informieren, wer alles zum Ortstermin erscheint und wie diese Personen in Beziehung zueinander stehen: da kann der Ordnungsamtsmitarbeiter z.B. mit im Vorstand der örtlichen Jagdgenossenschaft sein, oder der Wildschadensschätzer ist mit der Vertreterin der Wildschadensausgleichkasse verbandelt.... Möglich ist da vieles, man sorgt aber in den meisten Fällen dafür, dass der Landwirt mit seiner Position in eine Ecke gedrängt wird und günstigstenfalls seine Schadensmeldung zurückzieht..... Bei größeren Schäden ist ein fachkundiger Rechtsbeistand also nicht ganz sinnlos!

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