Ökolandbau

Löwenstein hält Insektenschutzprogramm für unzureichend Premium

Das Insektenschutzprogramm der Bundesregierung reicht den Ökolandwirten nicht aus. Um den Artenschwund aufzuhalten, plädiert der BÖLW-Vorsitzende Löwenstein für „radikale Maßnahmen“.

Eine „radikale Bedrohung unserer Lebensgrundlagen“ sieht der Vorsitzende vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, im anhaltenden Verlust der Artenvielfalt. Das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung sei „bei weitem nicht ausreichend, um das Absterben unserer Lebensgrundlage aufzuhalten“, sagte der BÖLW-Vorsitzende auf der Jahrestagung des Verbandes in dieser Woche in Berlin. Prinz Löwenstein mahnte deshalb „radikale Maßnahmen“ an und bekräftigte seine Forderung nach einer stärkeren Förderung des Ökolandbaus. „Die Leistungen von Bio für die Artenvielfalt sind...

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von Guido Müller

Der Herr von und zu Löwenstein

soll sich einmal näher mit dem Thema befassen und nicht die Thesen der selbsternannten Insektenschützer verbreiten. Er soll mal im Internet unter "Insektenschutz" googeln, dann bekommt er "Hintergrundwissen" .

von Felix zu Löwenstein

Wie kommt die Landwirtschaft wieder zurück in die Gesellschaftliche Diskussion

Dem Zitat von Prof. Rademacher, die Landwirtschaft sei Teil der Lösung, kann man nur zustimmen. Ohne die Landwirtschaft gibt es keine Lösung der Biodiversitätskrise. Wie er zur Einschätzung kommt, die Landwirtschaft sei kein Problem, erschließt sich mir allerdings nicht. Die Studie der TU München, die diese Diskussion hier ausgelöst hat, hat zwar den Insektenrückgang auf Grünland- und Waldflächen untersucht, zeigt aber, dass der Rückgang auf von Acker umgebenen Grünlandflächen und bei den weit fliegenden Arten besonders hoch ist. Das zeigt, dass das alte Natuschutzkonzept von Flächen, die man aus der Produktion nimmt ("Schutz") und solchen, auf denen es nicht drauf ankommt ("Schmutz") nicht funktioniert. Wir brauchen eine Produktion auf der gesamten Fläche, die Arten schützt. Es gibt eine Metastudie, die weltweit Studien über die Ursache des Insektenrückgangs zusammengetragen hat. Sie wurde im Januar 2019 in "Biological Conservation" veröffentlicht. ("Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers"). Leider gibt es sie nur auf Englisch - aber auch deutsche Studien, wie eben die von der TUM, zeigen, eine wie wichtige Rolle der Landwirtschaft zukommt. Das kann man natürlich ignorieren und durch eigene Theorien ersetzen, die sagen: "Schuld sind die anderen. Wir machen alles richtig. Lasst uns in Frieden". Das Problem ist nur: dadurch hört die Diskussion über Landwirtschaft und ihren Beitrag zu Umweltproblemen nicht auf. Man ist aber dann nicht mehr Teilnehmer der Diskussion und andere bestimmen (über Volksabstimmungen, Agrarpakete etc) darüber, wie Landwirtschaft auszusehen hat. Das kann doch nicht unser Interesse sein! Für uns wäre es doch besser, wir würden uns der Diskussion stellen, den Veränderungsbedarf analysieren und benennen und dann mit Gesellschaft und Politik den Austausch darüber beginnen, wie die Veränderung organisiert werden kann. So, dass das Ziel erkennbar wird und so, dass nicht noch mehr landwirtschaftliche Betriebe auf der Strecke bleiben, wie das im bestehenden System schon der Fall ist.

Anmerkung der Redaktion

Prof. Dr. rer. nat. Michael Rademacher stellt klar: Zunächst einmal ist die moderne Landwirtschaft auch ein Teil des Problems und das habe ich am Anfang meines kurzen Vortrages genauso formuliert. Ich bin noch auf die die wichtigsten Faktoren (intensive Bewirtschaftung, eingeschränkte Fruchtfolgen, immer größer werdende Schläge und hoher Pestizideinsatz) eingegangen. Die Landwirtschaft ist mit verantwortlich für den starken Artenrückgang. Sie ist aber auch ein Teil der Lösung und wird mithelfen die Artenvielfalt wieder zu steigern. Anhand der Nachfragen der Teilnehmer bin ich mir auch sicher, dass es im Kreistag ebenso verstanden wurde. Die Aussage zum Glyphosat habe ich im Zusammenhang mit dem gewerblichen Obstbau um Ingelheim angesprochen. Da zeigen tatsächlich neueste Studien von Frau Dannemann (einer Doktorandin bei Frau Professor Hietel an der TH Bingen), dass es gerade im Bereich der freigespritzten Baumreihen deutlich höhere Individuendichte an erdbewohnenden Wildbienen gibt. Das hängt natürlich damit zusammen, dass hier offene, stark besonnte Rohbodenstellen entstehen und die Flächen sonst mit einer dichten Grasvegetation bedeckt sind. Ich habe auf Nachfrage eines Abgeordneten auch noch einmal erläutert, dass selbstverständlich andere Pestizide wie die Neonicotinoide enorm negative Auswirkungen auf unsere Insekten haben. Ich habe auch von meinen Forschungen zum Problemfeld Rückgang der Arten in der Agrarlandschaft gesprochen und erwähnt, dass wir immer wieder bei unseren Barberfallen-Untersuchungen feststellen, dass die Biomasse epigäischer Arthropoden auf Ackerflächen durchaus höher sein können als auf ältere Brachflächen. Ich habe ebenfalls erwähnt, dass diese kleineren Untersuchungen noch keinen Trend ergeben und wir uns die Ursache auch noch nicht erklären können und weiter forschen. Ich hatte weder in der Diskussion am vergangenen Freitag noch in den Gesprächen danach den Eindruck, dass dieser Grundtenor meines Vortrages falsch verstanden wurde. " Hier ist der Link zum Originalartikel: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/landkreis-mainz-bingen/klimaschutz-anhorung-im-kreistag-mainz-bingen_20677772

von Guido Müller

Insektenschutz - welcher?

Bitte bei Google o.Ä. nach "Insektenschutz" suchen!

von Guido Müller

AKTUELL!! Die Landwirtschaft sei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung,

Dienstag, 12.11.2019 - 01:00 Klimaschutz – Anhörung im Kreistag Mainz-Bingen Die Landwirtschaft sei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, plädierten Experten im Kreistag für eine faire Zusammenarbeit mit den Landwirten. Von Beate Schwenk XXXX MAINZ-BINGEN - Das Thema Klimaschutz ist in aller Munde. Es wird viel geredet, viel geklagt und manches angestoßen, von dem am Ende aber längst nicht alles dem anvisierten Ziel zu dienen scheint. Bei einer Anhörung im Kreistag zum Thema Biodiversität und Klimaschutz schrieben die Referenten der Politik einiges ins Stammbuch. Dass es um die Biodiversität (Artenvielfalt) zunehmend schlecht bestellt ist, stellte allerdings keiner in Abrede. Im Gegenteil, für viele heimische Arten ist es inzwischen fünf vor zwölf, andere sind bereits unwiederbringlich verloren. XXXXX Ackerflächen artenreicher als Brachflächen XXXXX „Der Biodiversität geht es tatsächlich schlecht“, brachte es Professor Michael Rademacher von der TH Bingen auf den Punkt. In allen Ökosystemen sei ein alarmierender Artenrückgang feststellbar, gerade bei Insekten und Gliederfüßern. Eine wichtige Rolle spiele die Landwirtschaft – freilich nicht als Buhmann, wie das so oft in der öffentlichen Diskussion der Fall sei. „Die Landwirtschaft ist nicht Teil des Problems“, betonte Rademacher, „sondern Teil der Lösung“. Bestimmte Ackerflächen seien zum Beispiel deutlich artenreicher als Brachflächen. „Auch spritzen ist nicht immer schlecht“, meinte der Experte. Die meisten Wildbienen fänden sich dort, wo zweimal im Jahr mit Glyphosat alles weggebrannt werde. An einer Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft führt nach Rademachers Ansicht jedenfalls kein Weg vorbei. Und es gebe auch schon vielversprechende Projekte. Eine Steilvorlage für Ralph Gockel, Naturschutzreferent der Landwirtschaftskammer. Auch er plädierte für einen fairen Umgang mit der Landwirtschaft, die zu Unrecht ein schlechtes Image habe. „Obstbau, Weinbau und Dauergrünland sind eine hervorragende Basis für die Biodiversität“, nannte Gockel ein Beispiel. Bei den Landwirten aber gebe es „einen wahnsinnigen Frust“, beschrieb er die Stimmungslage. Die Betriebe hätten nicht nur unter der immer extremeren Witterung zu leiden, auch rechtliche Vorgaben machten ihnen das Leben schwer. Das Aktionsprogramm der Bundesregierung zum Insektenschutz könnte nach Gockels Einschätzung dem Obstanbau in Rheinhessen den „Todesstoß“ versetzen. Was also ist zu tun? Auch hier kamen Fingerzeige seitens der Referenten. Torsten Kram vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium bewarb die Aktion Grün, eine Kampagne, bei der Umweltschutzverbände, Landwirtschaft und Jagdverbände gemeinsam an einem Strang ziehen. Konkrete Einwirkungsmöglichkeiten der Kommunen sah Kram unter anderem bei der Bauleitplanung. Wichtig ist aber nicht nur, schnell zu handeln, sondern auch das Richtige zu tun. Blühmischungen auf Verkehrsinseln sehen zwar gut aus, haben für Insekten je nach Inhalt mitunter aber gar keinen Effekt. „Manchmal ist weniger mehr“, erklärte Dr. Peter Sound, der beim Umweltministerium für Naturschutzgroßprojekte zuständig ist. Weniger mähen, Laub oder Fallobst liegen lassen – das sei für die Artenvielfalt effektiver, als Blühmischungen auszusäen oder Meisenknödel im Garten aufzuhän gen. Auf die Frage aus dem Kreistag nach konkreten Handlungsempfehlungen machten die Experten deutlich, dass man nicht alles über einen Kamm scheren kann, sondern vor Ort ganz genau hinschauen muss. Man brauche lokale Akteure, die mitmachten, so der Appell der Referenten. Für Landwirte, die hierdurch wirtschaftliche Einbußen erlitten, müsse es dann aber einen Ausgleich geben.

von Peter Schmid

Sehr geehrter Hr. Löwenstein

Sie sind nichts anderes als ein verdrehter Guru,der ohne Hintergrundwissen nur Unwahrheiten und (...) labert..........pfuiteufel, (....)

Anmerkung der Redaktion

Bitte halten Sie sich an unsere Kommentarregeln (https://www.topagrar.com/netiquette-11841085.html) und bleiben sie fair und sachlich im Ton. Vielen Dank

von Gregor Grosse-Kock

Herr Löwenstein

Gibt in seiner Erwiderung nur zu Erkennen, kein Einsehen, kein aufeinander Zugehen, bedienen von Klischees. Die Bevölkerung wir nur Irre gemacht. Das geht Schief, wie wir von Politik wissen 180Grad hin aber auch wieder zurück. Wir brauchen keine Glaubensvertreter! Praktiker können von Schwierigkeiten berichten.

von Ahrend Höper

Für ein ehrliches Miteinander von Konventionell und Bio auf Augenhöhe!

Fordert Dr. Willi Billau vom ÖKO Prinzen zu Löwenstein. Ein ehrliches Miteinander kann es gar nicht geben, denn nichts ist unehrlicher als die Bio - Branche. Sicher hat der Prinz Recht, dass Öko Landwirte wissenschaftlich bewiesen mehr Insekten haben. In den Jahren, wo ich mal einen Öko-Betrieb leiten durfte gab es dort so viele Insekten, wie z.B. Rapsglanzkäfer, Rüssler, Kohlschotenmücke, Blattläuse, schwarze Bohnenlaus und Kornkäfer, mehr habe ich vor- und nachher nie mehr gesehen. Bloß die Folge war, dass vom Raps und den Ackerbohnen fast nichts geerntet wurde! Darum mußte Bio-Soja in den letzten ca 15 Jahren auch massenhaft für die deutschen Bio-Tiere aus Italien gekauft werden, wo jeder, der sich ein klein wenig mit der Materie beschäftigt hat wußte, dass diese Partien aus Italien nur Bio auf dem geduldigen Papier waren und sind! Als dann noch der mit Steinbrand befallene Weizen an eine Lebensmittel produzierende Firma nach Holland verkauft wurde, beendete ich meinen Ausflug in die Öko Landwirtschaft. Sehr geehrte Prinz zu Löwenstein, angenommen die Welt wollte sich ab morgen zu 100 % ökologisch ernähren, wir würden alle verhungern! Maximal könnte 1/3 der Weltbevölkerung überleben! Es ist absolut unredlich den naiven Gutmenschen Bürger mit diesen Weltuntergangs Senarien wie z.B. Atomstrom, Klima, Artenvielfalt, Hochwasser usw so konfus zu machen, nur um für die Grüne Partei Stimmen zu gewinnen. Auch diese Lügenbarone von NGO´s, die sich diesem Senario Artenvielfalt usw anschließen um ihre Spendenkassen aufzufüllen, um sich damit ein bequemes Leben einzurichten, geben sich auch nur einen verlogenen grünen Anstrich! Ganz abgesehen von den beiden unfähigen grünen Parteivorsitzenden, die Strom im "Kobold Netz" speichern können und die Pendlerpauschale nicht begriffen haben. Wo soll das hinführen? Die konventionelle Landwirtschaft liefert aktuell die rückstandsfreiesten Lebensmittel aller Zeiten! Nur weil ein paar Getreidehändler ihre Braugerste mit Futtergerste strecken und dadurch Spuren von Glyphosat im Bier sind, sind nicht die konventionelle Landwirte an den Pranger zu stellen. Auch ist Glyphosat kein Insektizid und hat am Insektenschwund viel weniger Schuld als die Vermaisung für die Biogasanlagen mit dem dann ÖKO Strom produziert wird, was ja auch so eine schlaue Idee der Grünen ist, oder? Genauso die vielen toten Insekten und Vögel die ihren Tot an den Flügeln der von den Grünen geforderten und geförderten Windmühlen finden sind nicht den konventionellen Bauern anzulasten. Was Insekten zum Überleben braucht ist Weidevieh, egal ob bio oder konventionell, um in deren frischen Mist auf der grünen Wiese ihre Brut aufzuziehen. Aber mit den vielen Wölfen, dem Lieblingstier der Grünen, wird es bald auch keine Weidehaltung mehr geben! Sehr geehrte Prinz zu Löwenstein, im Bereich der Grünen gibt es nicht nur in punkto Redlichkeit sehr viel zu tun und was auch nicht nur den Bereich Insektenschutz angeht!

von Dr. Willi Billau

Sehr geehrter Prinz Löwenstein

Sie behaupten, dass nur 6% der Ökoflächen mit Öko-Pestiziden (die Chemie kennt keinen Unterschied zwischen guten und bösen Giften!) behandelt würde. Das stimmt wohl, wenn man beachtet dass im Bereich von Obst, Gemüse und Intensivkulturen unr Umstellungsraten von 5-6% erfolgten, während die meisten Umstellungen bisher in Grünlandbetrieben vorgenommen wurden. Hier sind nämlich die Auswirkungen der Umstellungen weniger drastisch und hier wird sowieso so gut wie nie gespritzt. Wenn wir also Gemüse, Erdbeeren, Kartoffeln und Wein auf voll Bio umstellen, dann müssen diese Flächen zu 100 % mit Ökopestiziden behandelt werden und das im Falle von Kupfer sogar öfters als bei kontrolliert integriertem Anbau. Wir hier in Süddeutschland haben Realteilung seit Napoleon. Das hat zu den kleinstrukturierten, malerischen Landschaftsformen geführt. Die süddeutschen Betriebe sind im Bundesdurchschnitt die kleinsten. Es gibt hier auf kurzer Entfernung zahlreiche Strukturelemente, die als Rückzug für Insekten dienen. Natürlich wird durch den Einsatz von Wirkstoffen ein Rückgang der Insektenmasse erreicht, aber nicht der Artenzahl. Das ist der exponentiellen Vermehrungsfähigkeit der Insekten geschuldet. Es gibt mittlerweile viele nützlingsschonende oder hochspezifische Insektizide. Die Forschung könnte hier uns weiterbringen, wenn man sie ließe. Herbizide wirken in den allerwenigsten Fällen direkt gegen Insekten. Indirekt wohl über das Entfernen von ich sag mal lieber Beikräutern. Aber auch ein Biolandwirt muss Unkraut entfernen, damit seine Biopflanze genug Licht, Wasser und Nährstoffe bekommt, damit er Geld verdient. Nur hat er bei einem Mindestlohn von bald 12 € ein enormes Kostenrisiko. Will man Fungizide und Insektizide durch CRISPR-CAS gezüchtete resistente Sorten ersetzen, haben Sie auch was dagegen, obwohl sich diese Technik auch rein in der Natur vorkommender Resistenzgene bedienen kann. Ihr Freund Prinz Charles ist der größte Subventionsempfänger in Großbritannien. Auch ohne diese täte er sich im Bioanbau leicht! Was Ihnen schwer für übel genommen wird ist, dass Sie sich für Konzerne, die in der Vermarktung von Biolebensmitteln ein Milliardengeschäft wittern, vor deren Karren spannen lassen. Sie helfen denen durch Verbreitung von Angst und Aversionen gegen die herkömmliche Landwirtschaft als Steigbügelhalter deren Geschäftsmodell zu bedienen! Ja wir Landwirte haben Anteil am Insektensterben, aber andere auch. 28% der Agrarflächen sind Ackerland, etwa 10% werden intensiver bewirtschaftet. Aber was ist mit der Nachtbeleuchtung, dem Autoverkehr, G5, Arzneimittelrückständen in den Vorflutern, wo viele Insekten Wasser trinken und brüten (nur jede achte Kläranlage hast eine 4. Stufe!), synthetische Duftstoffe und und und. Wenn wir nur die Landwirte abstrafen quasi als Ablass für alle anderen, dann freuen sich Länder wie Brasilien und holzen munter Regenwald ab oder beseitigen die dortigen Kleinbauern oder auch Biobetriebe, weil die im Wege stehen. Auch an der Nitratbelastung sind wir nur dort schuld, wo keine gute fachliche Praxis mehr ausgeführt wurde. Dafür werden wir gerade stehen. Aber als Kollektivschuldner werden wir nicht herhalten. Wir wollen gemeinsam mit unseren Biokollegen die Märkte weiter ausbauen und pflegen. Die Entscheidung für die Anbauform sollte der einzelne Landwirt selber treffen. Verbindliche Staatsquoten sind Planwirtschaft. Das lehen wir ab, weil es nur schief gehen kann. Persönlich tut es mir sehr leid, dass ich Sie so angehen muss (Sie sind nämlich ein ausgesprochen höflicher, charmanter und hochgebildeter Mensch!), aber das entspricht meiner ureigensten Überzeugung. Ich habe von 35 Jahren mit 25 ha angefangen, heute 95, 2 Betriebsnachfolger, Betrieb wieder geteilt. Der Kampf geht von vorne los, nur dass wir jedes Jahr Fläche verlieren. Aber aufgeben ist nicht! Für ein ehrliches Miteinander von Konventionell und Bio auf Augenhöhe!

von Klaus Fiederling

Nachtrag:

Zwei ergänzende Fragen: ***Was macht der Öko-Landbau, wenn es kurz vor der Ernte regnet u. damit einhergehend die Fusarien günstige Lebensbedingungen vorfinden? ***Was empfehlen Sie persönlich als Wissender den Bauern vorbeugend gegen Mutterkorn? ***Was schlagen Sie vor, wenn sich die Blattrandkäfer weiterhin rasant vermehren? Unfreiwillig leisten selbst die konventionellen Betriebe dahingehend Maßnahmen gegen den Artenschwund; selbst Raubwanzen finden sich mittlerweile in sehr großer Anzahl auf unseren Äckern. Randständig angemerkt, Insekten überhaupt nachzuweisen und deren Präsenz in Mengen entsprechend realistisch zu erfassen, erweist sich als durchaus komplexe Anforderung; insbesondere wenn sich diese erlauben, den Boden als Lebensraum mitzunutzen.

von Klaus Fiederling

Ihre Durchlaucht Dr. Prinz zu löwenstein,

malen Sie sich doch bitte einmal aus, 100% der deutschen Betriebe stellten auf BIO-Landbau um, mithin wirklich jeder Hektar in dieser Art und Weise ökologisch bewirtschaftet würde; natürlich mit einem zunächst gesicherten jährlichen Prämienanspruch von mindestens 500,00 Euronen, Grenzen nach oben bleiben offen! Erklären sollten Sie ein solches Ansinnen nicht dem Bauernstand, sondern vielmehr denjenigen, die natürlich für diese mindestens 500,00 €/ha fortwährend aufkommen sollen. - Ende der heutigen Märchenstunde! // Um zu deeskalieren, sollten auch Sie sich endlich vordringlich dafür einsetzen, dass dieses die Bauern extrem geißelnde Prämienmoloch zumindest ab 50.000,00 € degressiv bis maximal 100.000,00 € für ALLE(!) Betriebe gedeckelt wird. Das sollte zunächst den Zielsetzungen der Stufe I entsprechen, schlussendlich muss kurz- bis mittelfristig das schleunigst anzustrebende Gesamtergebnis lauten, dass selbst Öko-Bauern ohne jedwede staatliche Subventionen überlebensfähig sind, demnach von ihrer Hände Arbeit leben können. - Alles andere Geschwurbel drumherum ist im eigentlichen bloße Makulatur. // ...Die gegenwärtigen Preise für Ökoware sind Ihnen ja wohl bestens geläufig, darauf muss ich en detail nicht separat eingehen; davon gehe ich zumindest aus!

von Martin Krautter

@ zu Löwenstein

Ja Herr zu Löwenstein es geht um Probleme welche zur Lösung an stehen. Es ist erschreckend wenn mach der Münchener Studie auf Bio und konventionellen Wiesen ein Insektenschwund von 67% sind ebenso im Wald und das auf Flächen wo keine Pestizide ausgebracht werden. Hier muss man dann anfangen zu denken, woher kommt es. Nach der Studie vom deutschen Zentrum von Luft und Raumfahrt werden von den 31000 Windrädern in Deutschland zwischen April und Oktober täglich ca. 5-6 Milliarden Insekten getötet und vom Künstlichen Licht ca. 1Milliarde täglich. Zudem ist an der Krefelder Studie sehr deutlich zu sehen, dass im Jahr 2009 der stärkte Insektenschwund gab, das war als die UMTS Mobilfunk ans Netz ging. Hier liegen wie man sieht die großen Ursachen nicht bei der Landwirtschaft. Das heißt auch nicht mit den Fingern auf andere zeigen. Nein wenn man so wie sie Herr zu Löwenstein Argumentiert kommt man nicht zu einer Lösung der Probleme, diese werden so gerade zu vertuscht. Es ist ja so wie man den falschen Mörder verklagt und der muss dann noch den richtigen Mörder seine Spuren putzen. Das Insektensterben hatten wir vor 30-50 Jahren auch nicht und da waren viel giftigere und keine selektiven Pestizide eingesetzt und in der Menge eben soviel. Auch viele konventionelle Betriebe habe eine mehrgliederige Fruchtfolge mit Zwischenfrüchten und eine gute Biodiversität zudem wird sehr auf die Bodenfruchtbarkeit gesehen. Nein dass die konventionelle Landwirtschaft in diesen Bereichen schlechter ist als die Ökolandwirtschaft ist dem nicht so, hier muss man sich nicht verstecken.

von Felix zu Löwenstein

Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Probleme, die gelöst werden müssen

Vorurteile zu kultivieren, die mit meinem Namen oder mit meinen Vorfahren zu tun haben, helfen in dieser Debatte wirklich nicht weiter. Dafür sind die Biodiversitätsverluste viel zu sehr Existenz bedrohend – vor allem für uns Landwirte. Ja: es gibt viele Ursachen ausserhalb der Landwirtschaft. Aber erstens bewirtschaften wir nun einmal mehr als die Hälfte der Landesfläche. Und zweitens: glaubt wirklich jemand, dass das Problem ohne uns lösbar ist? Es müssen jetzt alle Register gezogen werden, um den Insektenschwund (und das ist ja nur ein Ausschnitt aus der Nahrungskette) aufzuhalten. Von allen, egal ob Öko oder konventionell. Ja, ich bin überzeugt davon, dass Stoffe, auf die die Natur durch die Evolution nicht vorbereitet worden ist, eine sehr große Rolle spielen. Das sagt auch die Wissenschaft. Solche Stoffe kommen ebenfalls aus vielen Quellen. Aber in der Fläche kommen sie nun mal aus der konventionellen Landwirtschaft. (Der Einsatz von Öko-Pestiziden findet nur auf 6% der Ökofläche statt). Die reichhaltigeren Fruchtfolgen der Ökos führen zu mehr Diversität – wofür es ebenfalls jede Menge wissenschaftlicher Ergebnisse gibt. Aber das heißt doch nicht, dass wir Ökos nichts tun müssten! Auch wir müssen uns um Vernetzungsstrukturen kümmern, können noch mehr Blüten in unsere Feldmark bringen, können uns an Projekten wie Lerchenfenstern beteiligen, müssen vor allem im Dauerkulturanbau zu stabileren, naturnäheren Systemen finden. Mein Vorschlag: nicht der Sachdebatte ausweichen, indem durch Vokabeln wie „Sündenbock“, „Schuld“, „Pranger“ alles auf die emotionale, persönliche Ebene gezogen wird. Und nicht auf Leuchtmittel und Vorgärten mit dem Finger zeigen, sondern dort ansetzen, wo wir zuständig sind: in der Landwirtschaft. Das Artensterben muss gestoppt werden. Wenn wir von diesem Ziel her diskutieren, dann geht es nicht um Öko oder Konventionell. Sondern darum, wer welchen Beitrag leisten muss. Und weil das Problem radikal ist, müssen wir es leider auch bei der Lösung sein.

von Richard Huber

Die ersten Verfügungen können

nur sein das Beleuchten von Kirchen (betritt eh fast niemand mehr), von Rathäusern und Denkmälern umgehend einzustellen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrzeuge auf 30 km/h während der täglichen Hauptflugzeit der Insekten und eine Verfügung, welche alle Siedlungshäuserbesitzer verpflichtet mind. 10 % der unbebauten Fläche mit Blühmischungen anzusäen. Der Mähzeitpunkt wird mit dem 01. Juli terminiert. Zuwiderhandlungen werden mittels Satellit festgestellt und mit automatischen Strafbefehlen geahndet, genau wie in der Landwirtschaft üblich. Um zu polarisieren fordere ich noch, dass die Wähler der Grünen und die Unterschreiber der Bienenvolksbegehren nicht mehr fliegen, keine Diesel (VW Busse, etc.)mehr fahren dürfen, und als kostenlose Arbeitskräfte in Biobetrieben die Unkrautbekämpfung erledigen.

von Gregor Grosse-Kock

Kann

Meinen Vorrednern nur beipflichten, in Österreich gut zu beobachten wie die Hofläden der Biobetriebe schließen und die Vermarktung vom Handel übernommen wird. Dabei seit Ihr BIO'S unsere Berufskollegen die nur etwas anders wirtschaften.

von Michael Behrens

An die Ökobauer!

An alle Ökobauern, der Prinz zu Löwenstein erweist euch einen Bärendienst! Wenn aufgrund des unsachlichen Geschwafel von dem Prinz immer mehr auf biologische Produktion gesetzt wird, dann wird eurer Markt immer mehr geflutet und verwässert. Wollt Ihr Biobauern nicht den Löwenstein einbremsen? Er ruiniert euch sonst!

von Martin Krautter

Völlig daneben

Wir können alle Landwirtschaftlichen Flächen zu Öko oder Blühflächen machen, dann geht das Insektensterben auch dann weiter, denn die Landwirtschaft hat daran nur einen kleinen Anteil daran. Die wirklichen Gründe vertuscht man und weder durch die Schuldzuweisung an die Landwirtschaft nicht angegangen. Es ist erschreckend, wenn auf Wiesen, egal ob konventionell oder biologisch Bewirtschaftet, sowie im Wald ein großes Insektensterben gibt, zumal diese Flächen nicht mit Pflanzenschutzmittel behandelt werden. Die Ursachen sind vielmehr: das viele künstliche Licht (Lichtverschmutzung), Mobilfunkfrequenzen G5 noch schlimmer als G4 (auch an der Krefelder Studie festzustellen), Flugverkehr (ablassen von Kerosin), Zu viel Bebauung, Verkehr, Windräder und zu viele Luftschadstoffe (Studie Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt). Ein Herr von Löwenstein sollte einmal zu denken anfangen und sein "Kastendenken" ablegen.

von Dr. Willi Billau

Löwenstein will kein Miteinander auf Augenhöhe!

Bio und Konventionell sind zwei Produktionsrichtungen, die voneinander lernen können. Auch bei Bio ist nicht alles gut, man denke nur an Kupfer, Azadiractin und Spintor. Um nicht missverstanden zu werden: Auch Bio braucht Wirkstoffe um seine Produktion zu sichern. Wir haben die niedrigsten Rückstände aller Zeiten. Über 60 % (bei Bio 85%) der Produkte sind frei von Rückständen. Die Grundwasserbelastung mit Wirkstoffen ist extrem gering und trotzdem noch verbesserungsfähig. Werden uns Herbizide verboten müssen wir striegeln beim Getreide und bei Kartoffeln. Bodenbrüter, Häschen, Frösche, Kröten werden erfasst. Unkraut stehen lassen? Verunreinigung des Ernteguts mit Unkrautsamen! Weigerung! Es ist unfassbar, wie ein studierter Agrarökonom, dessen Vorfahren Adlige waren und die Bauern für sich schuften ließen, uns Landwirte wieder zu Frondienstleistenden degradieren will! Wie sollen wir im globalen Wettbewerb bestehen, wenn wir derart beschnitten werden! Wenn wirklich alle Bio machen (müssen), dann wird Bio billiger werden, denn die 10-15% Gutverdiener werden nicht mehr und die Geringverdiener können sich nur Nahrung zu Discountpreisen leisten. Ganz schlimm ist das für meine Region Starkenburg, wo über 1.000 Familienbetriebe mit extremen Flächenverlusten rechnen müssen (wir liegen in der Schnittregion zwischen Rhein-Main und Rhein-Neckar!) und die sich nur mit Flächentausch helfen können! Bio braucht mehr Fläche um zu funktionieren! 100 % Bio zu fordern ist wie der Ruf nach einer Einheitspartei! Alles schon mal dagewesen. Herr Löwenstein, sie zerstörten das gute Miteinander zwischen Konventionellen und Biolandwirten für das wir einstehen. Das gute Verhältnis, das wir miteinander hatten, war anscheinend nur gespielt. In Ihren Augen sind wir anscheinend naturzerstörende, geldgeile Morlocks! Willi Billau Regionalbauernverband Starkenburg

von Albert Maier

Die Leistungen von Bio...

.... für den Artenschutz sind wissenschaftlich so gut wie nicht belegt. Verunkrautete Äcker haben mit Erhalt der Artenvielfalt gar nichts zu tun. Immer die gleiche Masche, Bio will sich mit "Unwahren" Behauptungen über die konventionelle LW stellen und daraus Profit schlagen!

von Hans-Peter Mahler

Die wahren Ursachen

Die Oekoseite möchte immer einen radikalen Umbau der Landwirtschaft,ohne die wahren Ursachen der heutigen Probleme zu sehen. Warum nennt sie nicht Funknetze, Verkehr, Windkraft, Flugverkehr, Beleuchtung der Städte und Fächenverbrauch als Hauptursache des Artenschwunds, Wahrscheinlich ist es zu unpopulair.

von Gerhard Steffek

Zum Kotzen das ganze Geschwätz!!!

Und wie immer, rauskommen wird dabei nichts. Hauptsache man reißt die Klappe auf.

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