Bauernproteste

LsV-Sprecher Andresen schließt Gründung einer Bauernpartei nicht aus

Kurz vor den heutigen Bauernprotesten von "Land schafft Verbindung" brachte Dirk Andresen seinen Unmut über die Agrarpolitik der Parteien zum Ausdruck.

Die Bauernbewegung "Land schafft Verbindung" (LSV) hat vor erneuten bundesweiten Demonstrationen am Donnerstag ein Umsteuern der Bundesregierung in der Agrarpolitik gefordert. Sprecher Dirk Andresen sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir fordern eine von Grund auf neue Landwirtschaftspolitik. Wir nehmen eine Politik nicht weiter hin, die die Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form abschaffen will."

Die Bauernhöfe in Deutschland bräuchten eine Perspektive. Dafür würden Donnerstag Landwirte unter anderem in Dessau vor dem Umweltbundesamt, in Kiel oder Hamburg demonstrieren.

Politiker wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatten zuletzt immer wieder vor einer Radikalisierung der Agrarproteste gewarnt und drastische Wortmeldungen gerade in sozialen Netzwerken kritisiert. LSV-Sprecher Andresen betont, dass es nach wie vor darum gehe, in den Dialog um die Landwirtschaft zu kommen. "Es gibt Äußerungen und Entwicklungen aus unseren Reihen, die kann ich einfach nicht gutheißen. Wenn wir als Bewegung uns radikalisieren, dann werden wir unser Gesicht verlieren", sagte der Landwirt. Die Bewegung habe deutlich gemacht, dass Bauern von einzelnen politischen Entscheidungen wie der Verschärfung der Düngeverordnung existenziell betroffen seien, betonte Andresen.

Zwar gebe es ein breites Parteienspektrum in Deutschland, "vernünftige Agrarpolitik" komme dabei aber nicht zustande. "Ich schließe nicht aus, dass wir uns eines Tages auch in Form einer Partei zusammentun", so Andresen. Die Bewegung habe es geschafft, dass sich Tausende Menschen ehrenamtlich für Agrarpolitik engagierten. "Das ist ein Erfolg. Auf dem ließe sich aufbauen." In den Niederlanden war aus der dortigen Bauernbewegung ebenfalls eine Partei hervorgegangen.

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Diskussionen zum Artikel

von

auch wenn

die "Bauernpartei" an der 5% Hürde regelmäßig scheitert, ist es ein Signal an die bestehenden Parteien das wohl niemand der mit und von (vor und nachgelagertes Gewerbe) der Landwirtschaft lebt, mit Stimmen rechnen kann. Das kann vor allem der CDU in Zeiten in denen die großen ... mehr anzeigen

von Klaus Jensen

Daraus muss eine Mittestandspartei werden...

...denn der Mittelstand wird in Deutschland zwischen den Kommunisten und der AfD (auch halbe Kommunisten) und dem Großkapital zerrieben. MfG Jens Martin Jensen.

von Lars Henken

Keine Partei gründen, sondern die FDP karpern

Ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht, wie man die Sache auf die Reihe bringen könnte. Eine neue Partei zu gründen und zu etablieren, wäre viel zu aufwendig und langwierig. Wenn, sollte man eine vorhandene Partei übernehmen. Anbieten für eine solche Übernahme würde sich die ... mehr anzeigen

von Thomas Bröcker

Spektrum erweitern

Ich halte eine Bauernpartei dann für sinnvoll, wenn sie als Gegengewicht zu den Grünen den gesamten Ländlichen Raum zu vertreten versucht. Nur wie nennt man sowas. "Dorfpartei" wir "Doofpartei", "Kulturland und Landwirtschaft" abgekürzt "KuLa" wird "Kuhland". Aber, Spaß beiseite, ... mehr anzeigen

von Franz Balle

Naja,

wenn schon, dann für den ländlichen Raum. Denn unsere Politiker sehen nur noch die Probleme der Städter.

von Hannes Dicke-Wentrup

Es eilt !

Auf eine Bauernpartei können wir verzichten. 5% der Stimmen sind wohl mit einen 4tel Million Bauern nicht zu holen. Die ganzen Demos haben nicht viel gebracht. Eine Lösung muss schnell her. Darum besser jetzt mit Mutti und der schönen Julia zu Potte kommen und die Kuh vom Eis ... mehr anzeigen

von Emil Dobmeier

Berufskommentatoren

Die (...) Berufskommentatoren haben wieder gesprochen. Astreines, druckreifes Deutsch ohne die für soziale Netzwerke typischen Fehler. Respekt, die Herren !

Anmerkung der Redaktion

Ihre seltsame Behauptung, LsV sei von top agrar bezahlt, haben wir gelöscht. Wir bezahlen niemanden, sondern berichten nur - über alle Seiten!

von Christian Bothe

Bauernpartei?

Ich überlege schon den ganzen Vormittag,ob die Gründung einer Bauernpartei Sinn macht? Im Osten gab's ja mal die DBD allerdings unter anderem Vorzeichen...Wenn LsV da alle Bauern, Bauernverbände und Organisationen unter einen Hut bringen würde, macht das sicher Sinn. Ich zweifle aber ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

das wäre dann

nichts anderes als die sich "Werte CDU" nennt und für die Konservativen unter den Wählern stehen... lasst das mal lieber sein und bleibt bei euren Leisten...

von Gerhard Steffek

Horrorszenario!!!

Dies wäre natürlich ein Worsd Case für unsere etablierten Parteien. Natürlich nicht ganz einfach in der Gestaltung aber wenn es ansonsten nicht mehr anders geht um Gehör zu finden, dann ist es sinnvoll. Schon Platon erkannte zu seiner Zeit (um 400 v.Ch.): "Diejenigen, die zu klug ... mehr anzeigen

von Dirk Rathmann

Davor hatte ich immer Angst

Hat LsV jetzt schon den Realitätssinn verloren? Hang zum Größenwahn? Eine solche "Partei" kann keinen Erfolg haben. Dazu sind wir einfach viel viel zu wenige. LsV hat Großartiges geschafft. Gerade weil sie parteipolitisch VÖLLIG unabhängig war, ist der LsV sowohl von Bauern, ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Eine Partei des Eigentums könnte Sinn machen !

Die derzeitige Politik ist eigentumsfeindlich. Davon sind Viele betroffen und dies könnte in einer kleinen Partei Wertschätzung und Wirkung erzielen. Auch jeder aufgegebene Betrieb könnte sich hier wiederfinden.

von Lars Henken

"Bauernpartei?"

Die Gründung einer "Bauernpartei" klingt ja erst einmal verlockend, nur befürchte ich, dass damit kein Staat zu machen ist. Die jetzige Einigkeit durch die Düngeverordnung ist gut und beeindruckend, die Frage ist nur wie lange sie hält. Ich befürchte, wenn wir eine Partei gründen ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Reine

Landwirtschaftspolitik könnte möglich sein, wenn innerhalb der unterschiedlichen Bauernschaft gemeinsame Positionen erarbeitet werden. Regional kann das funktionieren. Wenn es aber um andere Positionen geht wie Bildung, Außenpolitik usw. werden wir nicht besser dastehen, als andere ... mehr anzeigen

von Werner Kriegl

Und dann?

Regelmäßig an der 5% Hürde scheitern? Halte ich für wenig sinnvoll...

von Ludwig Rasche

meine Unterstützung wäre sicher

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