Mehr als eine Million Tiere wegen Geflügelpest gekeult

Zur Bekämpfung der Geflügelpest sind in Deutschland bis Anfang März mehr als eine Million Hühner, Puten und Enten in Geflügelbeständen getötet worden. Medienberichten zufolge wurden 803 000 Tiere aus 78 Nutzgeflügelbeständen mit nachgewiesener aviärer Influenza gekeult.

Zur Bekämpfung der Geflügelpest sind in Deutschland bis Anfang März mehr als eine Million Hühner, Puten und Enten in Geflügelbeständen getötet worden. Medienberichten zufolge, die sich auf Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums stützen, wurden 803 000 Tiere aus 78 Nutzgeflügelbeständen mit nachgewiesener aviärer Influenza gekeult. Weitere 254 000 Tiere wurden bis Mitte Februar in elf Haltungen getötet, ohne einen positiven Befund des H5N8-Erregers abzuwarten. Grund war, dass die Höfe in der Nähe von infizierten Betrieben lagen oder andere Kontakte dazu bestanden.

Neue Geflügelpestausbrüche gab es in der vergangenen Woche vor allem im Landkreis Cloppenburg. Dort mussten nach einem H5N8-Nachweis bei einem Putenhalter am Montag (27.2.) rund 31 000 Tiere gekeult werden; am vergangenen Freitag traf es dann einen benachbarten Betrieb mit 19 000 Putenhähnen. Zudem mussten im nahe gelegenen Garrel weitere 9 500 Puten bei einem Halter getötet und entsorgt werden.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein wurde das Geflügelpestvirus darüber hinaus seit November 2016 bundesweit in 1 089 Wildvögeln nachgewiesen. Ende Februar gab es dabei im Saarland als letztem noch nicht betroffenem Bundesland den ersten Fall.

Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) ist die hochpathogene Variante H5N8 mittlerweile in 26 europäischen Staaten präsent. Besonders stark ist dabei Frankreich mit bisher 373 Ausbrüchen in Nutzgeflügelhaltungen betroffen. Aber auch in Ungarn wütet die Seuche. Dort gab es nach Angaben des obersten Veterinärs Lajos Bognar in 233 Beständen einen Geflügelpestnachweis und insgesamt rund 3,2 Millionen Tiere mussten gekeult werden. Den Tierhaltern sei dadurch ein Schaden von fast 23 Mio Euro entstanden, berichtete Bognar.

Probleme bereitet der Seuchenzug aufgrund der noch andauernden Stallpflicht in vielen Regionen auch den Erzeugern von Freilandeiern, die diese nur noch als Bodenhaltungsware vermarkten dürfen. Nicht immer scheinen dabei die Etikettierungsvorschriften eingehalten zu werden. So hat das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) vergangene Woche laut Presseberichten 235 000 Eier aus den Niederlanden aus dem Verkehr gezogen, die trotz Überschreitung der Zwölfwochenfrist als Freilandeier deklariert waren.