Mehr Transparenz, mehr Rechte, mehr Geld Premium

Die Bauern brauchen mehr Gewicht in der Wertschöpfungskette. Das haben Cees Veerman und seine Task Force „Agrarmärkte“ vor einem Jahr gefordert. Was daraus geworden ist, fragte top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals den Professor.

Prof. Dr. Cees Veermann (Bildquelle: privat)

Die Bauern brauchen mehr Gewicht in der Wertschöpfungskette. Das haben Cees Veerman und seine Task Force „Agrarmärkte“ vor einem Jahr gefordert. Was daraus geworden ist, fragte top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals den Professor. Wie war die Resonanz auf Ihren Bericht? Veerman: Ausgesprochen positiv. Die Bauern sind das schwächste Glied im Handel. Sie bekommen den geringsten Anteil des Mehrwerts, der bis zur Verkaufstheke geschaffen wird. Und sie stehen immer größer werdenden Verarbeitungsunternehmen und Handelsketten gegenüber. Kommissar Phil Hogan wollte von uns Vorschläge, wie wir das ändern können. Und hat Hogan diese schon umgesetzt? Veerman: So schnell geht das in Brüssel nicht. Hogan will noch wissen, was Bürger und Bauern von unseren Vorschlägen halten. Er wird aber einige Punkte in seinen Vorschlag für die EU-Agrarpolitk nach 2020 aufnehmen. Die Preisberichte sollen aktueller und verbindlicher werden. Woran fehlt es? Veerman: Wir haben gute Preisinformationen auf der Erzeugerstufe. Wir wissen aber relativ wenig über die Preise, Margen und Kosten auf den nachfolgenden Verarbeitungs- und Handelsstufen. Die Unternehmen geben die Daten nicht frei. In den USA ist das anders. Dort werden z.B. die Preisinformationen aus dem Schlacht- und Zerlegeprozess in den Schlachthöfen alle 15 Minuten online gestellt. Sie wollen also Handel und Verarbeitung zu mehr Transparenz zwingen? Veerman: Freiwillig werden sie es nicht tun. Zwischen Landwirten und aufnehmender Hand soll es künftig schriftliche Verträge über Preise und Mengen geben. Gilt das auch für die Genossenschaften? Veerman: Wir halten das für sinnvoll. Auch die Genossenschaftsmitglieder wissen nicht, ob ihre Genossenschaft die Kosten im Griff hat. Wenn sie nicht kosteneffizient arbeitet, werden einfach die Erzeugerpreise gesenkt. Wer einen Kontrakt hat, weiß vor dem Verkauf, welchen Preis er bekommt. Das sollte auch für Genossenschaften selbstverständlich sein. Agrarrat, Kommission und EU-Parlament sehen das ...

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