Anhörung im EU-Parlament

Mehrheit für Wojciechowski gesichert

Der polnische Kandidat Janusz Wojciechowski kann EU-Agrarkommissar werden. In der 2. Anhörung im Agrar- und Umweltausschuss überzeugte der Pole. Er will EU-Bauern verteidigen

Nach dem schwachen Auftritt in der ersten Anhörung, die der designierte EU-Agrarkommissar in englisch absolvierte, überzeugte der Pole Janusz Wojciechowski in seiner Muttersprache am heutigen Dienstag. Es zeichnet sich eine einstimmige Unterstützung durch die sieben im EP-Agrarausschuss vertretenen Fraktionen ab.

Dorfmann: "Wojciechowski kann mit Mehrheit unter den Fraktionen rechnen"

Der Agrarkoordinator der größten im EU-Parlament vertretenen Fraktion der Europäischen Volksparteien (EVP), Herbert Dorfmann, gab sich in einer ersten Einschätzung gegenüber top agrar nach dem erneuten eineinhalbstündigen Meinungsaustausch mit den Europaabgeordneten überzeugt, dass der designierte Kandidat einen "breiten Zuspruch" von den Fraktionen erwarten könne.

Häusling:"Unterstützung des ökologischen Landbaus unterstrichen"

Auch der grüne Agrarsprecher im EU-Parlament, Martin Häusling erklärte gegenüber top agrar, dass seine Fraktion mehrheitlich den polnischen Kandidaten mittragen werde. "Er hat heute mit seinen Aussagen über die Unterstützung des ökologischen Landbaues überzeugt und auch gezeigt, dass er die Anliegen der europäischen Landwirte Ernst nimmt und unterstützen will."

Der Berichterstatter für die GAP-Reform, Dr. Peter Jahr, von der CDU, erachtete die in polnisch vorgetragenen Antworten des Kommissarsanwärters "als farbenfreudiger und lebendiger als beim letzten Mal".

Zum strittigen Thema Konvergenz sagte Jahr: "Wir waren mit der EU-Kommission in dieser Frage oft einig. Das eigentliche Problem stellt der Rat und die Vertretung der Mitgliedsländer in dieser Frage dar. Der hatte in der Vergangenheit oft gute Vorschläge wieder eingesammelt".

Jahr: "Es wäre unklug mit einem neuen GAP-Reform Entwurf um die Ecke zu kommen"

Zu dem auf dem Tisch liegenden Vorschlag der GAP-Reform 2020 äußerte sich Jahr positiv und begrüßte die Aussage von Janusz Wojciechowski, keine eigenen Vorschläge einbringen zu wollen, sondern den vorliegenden Entwurf im Trilog zwischen Rat, Parlament und Kommission diskutieren zu wollen. "Es wäre unklug und unfair, mit einem völlig neuen Vorschlag um die Ecke zu kommen".

In der Koordinatorensitzung werden die Agrar- und Umweltkoordinatoren eine Entscheidung am frühen Nachmittag fällen. Der Ausgang dürfte den polnischen Kandidaten zum nächsten EU-Agrarkommmissar machen.

"Ich gebe persönlich meine Zustimmung, aber mit einem schwachen Lächeln", fasste Jahr die Meinung vieler Kolleginnen und Kollegen im Parlament zusammen, die "ihn nicht brilliant" fanden. Im Vergleich zu der starken Persönlickeit des noch amtierenden irischen EU-Agrarkommissar Phil Hogan, verblasse der polnische Kandidat.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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