Freihandelsabkommen

Mercosur-Abkommen würde Verbraucher- und Umwelt-Standards unterlaufen

Mercosur steht vor dem Abschluss. Es könnten nun Produkte aus drastisch niedrigeren Anforderungen, z.B. bei Pflanzenschutzmitteln oder in der Tierhaltung, auf den EU-Markt drängen.

Die EU-Kommission hat angekündigt, die Handelsverhandlungen mit dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) bald zum Abschluss zu bringen. Besorgt reagiert DBV-Präsident Joachim Rukwied: "Wir Bauern haben die große Sorge, dass mit einem Mercosur-Abkommen die hohen EU-Standards in Lebensmittelsicherheit, Tierwohl, Umweltschutz und im sozialen Bereich unterlaufen werden. Ein solches Mercosur-Abkommen wäre ein massiver Schlag gegen eine nachhaltige und bäuerlich-unternehmerische Landwirtschaft in Europa, sowohl in der Tierhaltung als auch im Ackerbau."

Die Landwirte stellen sich laut Rukwied einem fairen Wettbewerb, aber gegen drastisch niedrigere Anforderungen, zum Beispiel bei Pflanzenschutzmitteln oder in der Tierhaltung könne man nicht bestehen. Vom neu gewählten EU-Parlament und von der kommenden EU-Kommission erwarte er daher eine geänderte Verhandlungsstrategie gegenüber den Mercosur-Staaten.

"Es reicht nicht aus, für sensible Agrarprodukte einen begrenzten Importzugang auszuhandeln. Es ist zudem notwendig, dass alle Lebensmittel und Agrarrohstoffe aus dem Mercosur die im EU-Markt geltenden Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Dies würde Verbrauchern, Landwirten, der Umwelt und einem fairen Wettbewerb gleichermaßen dienen", sagte Rukwied.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Renke Renken

Wir werden vom Großkapital,

welches die Marionetten in der gesasmten Regierung in der Hand hat, verarscht. Leider gibt es keinen Politiker mit Verstand im Hirn und Arsch in der Hose , der dieses Szenario im Sinne von Verbraucherschutz, Ausbeutung von Mensch , Natur und Umwelt verhindert . Die sind alle dem Großkapital hörig, mit gesundem Menschenverstand würden sie anders handeln

von Karlheinz Gruber

Ich habe gerade in der Zeitung gelesen

das die Veterinärämter weiterhin gegen Tiertransporte in Länder sind, wo der Tierschutz nicht den selben Standard hat wie in Deutschland. Gilt denn dieser Umkehrschluß nicht auch so, daß dort unter z. T. nicht vorhandenen Tierschutzstandards/ Pflanzen/ Umweltschutzstandards produziert wird? Somit müßten doch die Ämter und Behörden gegen die Importe sein. Gleiches Recht für alle sagt unser Grundgesetz im ersten Artikel.... und somit auch auf allen Ebenen und Produktionsschienen. Somit müßte man alle Vertreter und Behörden, alle Politiker wegen des Verstoßes gegen das Grundgesetz dran nehmen. Und zwar auch auf Vorsatz. Denn die wissen um die Standards vor Ort.... Aber was hat man von einer solchen Berufsvertretung auf allen Ebenen und Parteien zu erwarten, die selber in vielen Gremien mit drinnen sitzt....

von Karlheinz Gruber

Ist doch alles kein Problem,

nach dem bayrischen Volksbegehren für mehr Artenschutz und das doch dafür mit dem neuen Gesetz mehr Bauern übrigbleiben werden/ sollen, haben doch die Grünen/ Ödp/ NGOs angekündigt, dies nun auch auf EU Ebene voran zu bringen. Da werden dann wieder wie in Bayern auch, Mio Unterschriften von den Verbrauchern gesammelt, dann Gesetze für "mehr" Nachhaltigkeit gemacht, die Auflagen in der BRD/ Eu verschärft, die Produktion zurückgefahren und die Leute kaufen/ (sollen kaufen) dann freiwillig teurere Standards aus derEU/ BRD ohne zu meckern. Und auch nur deshalb, weil die uns freiwillig mit mehr Geld für unsere Produkte unterstützen wollen. Wie bisher halt auch schon....Auch hat die Industrie nicht ihre Finger dadrinnen, denn die wollen ja keine Autos dahin liefern, keine Güter usw. Nein, nicht mal die Politiker haben daran Interesse, denn die wollen ja nie eine Position in den Konzernen, haben keine Nebeneinkünfte von denen. Lobbyismus findet ja laut den Grünen und NGOs nur in der LDW statt. Interessant ist auch, daß diese Meldung erst nach den Wahlen über den Äther schwappt. Haben wohl Angst gehabt, daß man sonst Europafeindlich wählt. Hätte ich bei dieser Meldung aber auch in Erwägung gezogen. Mein Hemd ist mir näher.... Entweder die Grenzen werden jetzt dicht gemacht, oder wir sind dann mal weg... Aber das wäre im Interesse der Industrie und Politik. Schaulandwirtschaft für die Europäer und das Essen kommt aus dem Ausland. So ist das Gewissen des Verbrauchers auch zufrieden und sein SUV rollt und der Urlaubsflieger fliegt.....Und die Industrie kann liefern so viel sie will. Das Essen wird als Gegenleistung billigst geliefert. Und der Artenschutz, findet auch dann nur bei uns statt..... Gaaaaanz einfach das ganze

von Heinrich Esser

In Deutschland sollte nur verkauft werden,

was nach unseren Standards produziert wurde. Anders sind Forderungen an unsere hiesigen Standards nicht zu rechtfertigen.

von Erwin Schneiderbauer

Herr Rukwied,

ihre Forderung wird so ernst genommen, wie die Forderung eines (...) nach Kindergeld....….. Also zeigen Sie, dass Sie, EIER haben...… wird aber schwierig werden!!!

Anmerkung der Redaktion

Aufgrund der provokanten Wortwahl ein Wort gestrichen

von Gerd Schuette

Der Standort mit den niedrigsten sozialen, ökologischen und sonstwie gearteten Standards bestimmt in einem ungeregelten "freien" Markt die Preise. Wer andere Standards will muss Produzenten schützen, die diese Standards erfüllen.

von Hans Nagl

Produkte aus Billiglohnländer.

Werden über kurz oder lang unsere Produkte verdrängen. Da bringt es wenig nur höchere Standards zu fordern. Das gleiche haten wir in der Bekleidungsindustrie.

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