Mit Hintergedanke: Süßigkeitenhersteller planen eigene Lebensmittelampel

Die Hersteller Mars, Nestlé, Unilever, Mondelez, Pepsico und Coca-Cola wollen eine eigene Lebensmittelampel auf den Weg bringen. Ihr Vorschlag orientiert sich an etablierten Lebensmittelkennzeichnungen, die vor allem den Gehalt an Fett, Energie, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz angeben.

Mit der in England bereits eingeführten Lebensmittelampel kommt Cola (light) besser weg als Milch... (Bildquelle: Deter)

Die Hersteller Mars, Nestlé, Unilever, Mondelez, Pepsico und Coca-Cola wollen eine eigene Lebensmittelampel auf den Weg bringen. Ihr Vorschlag orientiert sich an etablierten Lebensmittelkennzeichnungen, die vor allem den Gehalt an Fett, Energie, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz angeben, meldet der Deutschlandfunk.

Allerdings plädieren die Unternehmen dafür, die Angaben auf die Portionsgrößen zu beziehen, statt wie üblich auf 100 Gramm. Die Logik dahinter: Für ein Lebensmittel, von dem man in der Regel wenig verzehre, sei ein "rot" häufig ungerechtfertigt.

Spurenelemente, Vitamine, Ballaststoffe seien allerdings ebenfalls wichtig und würden bei einer solchen Lebesmittelampel nicht beachtet, kritisieren Ernährungswissenschaftler und Lebensmittelverbände. Alexander Anton, Manager des Europäischen Milchindustrieverbandes European Dairy Association (EDA): "Wir haben verschiedene solcher Ampelmodelle in Europa. Derzeit das bekannteste dürfte die Ampel in Großbritannien sein, die offensichtlicher Nonsens ist. Wenn Sie sich die Ampelkennzeichnung in England anschauen, sehen sie, dass eine Dose Cola Light als gesünder gekennzeichnet ist als ein Glas Trinkmilch. Das ist ernährungsphysiologisch gesehen völliger Nonsens." So kämen Industrieware tendenziell gut weg und Naturprodukte eher schlecht, zitiert ihn der Deutschlandfunk.

Möglich wäre es, dass die Unternehmen die Ampel im Selbstlauf durchbringen - indem sie die Kennzeichnung einfach auf ihre Produkte schreiben. So könnten kleinere Anbieter dazu gezwungen werden, mitzumachen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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