Moderne Landtechnik braucht Akzeptanz in der Bevölkerung

Mit der Leistungsfähigkeit moderner Landtechnik steigt nicht nur die Schlagkraft der Landwirtschaft sondern auch die Größe der landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen. In kürzester Zeit werden heute große Erntemengen vom Feld zum Hof, zum Handel oder zum Verarbeiten gefahren. Hier einige Tipps und Bitten des DBV

Mit der Leistungsfähigkeit moderner Landtechnik steigt nicht nur die Schlagkraft der Landwirtschaft sondern auch die Größe der landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen. In kürzester Zeit werden heute große Erntemengen vom Feld zum Hof, zum Handel oder zum Verarbeiten gefahren. Gleiches gilt für den Transport und die Verteilung von Handels- und Wirtschaftsdünger auf die Felder.

Doch die Vorteile der modernen Landtechnik werden nicht immer von der Bevölkerung gesehen, gelegentlich sogar als Ärgernis oder gar als Belästigung empfunden. Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR) und Deutscher Bauernverband (DBV) appellieren daher an alle Halter und Fahrer von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, sich umsichtig und rücksichtsvoll im örtlichen Straßenverkehr zu verhalten und gegebenenfalls den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen.

Angesichts der bevorstehenden Maisernte geben die Verbände eine Reihe von Hinweisen, wie die Akzeptanz der Bevölkerung für moderne Technik erreicht und ein aktiver Beitrag zur landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden kann.

Eine Möglichkeit für mehr Verständnis für landwirtschaftliches Handeln besteht in angepassten Fahrgeschwindigkeiten. Wenn schwere Schlepper mit großen Lasten durch enge Ortschaften fahren, können sich Anwohner vom landwirtschaftlichen Straßenverkehr belästigt oder sogar bedroht fühlen. Die Empfehlung lautet: Runter vom Gas. Fahrten mit 30 Stunden-Kilometer wirken auf die Mitbürger weniger bedrohlich. Der Geräuschpegel wird deutlich reduziert und ein wesentlicher „Störfaktor“ für die Anlieger entschärft. Vor allem in Wohngebieten, rund um Schulen, Spielplätze und Kindergärten oder an sonstigen neuralgischen Punkten sollte jede Möglichkeit der Konfliktvermeidung genutzt werden.

Besondere Rücksichtnahme ist auf der Straße bei der Begegnung mit anderen Verkehrsteilnehmern angesagt. Die großvolumige Bereifung mit niedrigem Innendruck hat auf der Straße eine höhere Geräuschentwicklung zur Folge, die Abrollgeräusche sind deutlich lauter als bei einem LKW mit vergleichbarer Fahrgeschwindigkeit. Mit einer Breitbereifung sind auch Fahrzeugbreiten von drei Meter keine Seltenheit. Somit wirken die wuchtigen Reifen in Verbindung mit der Geräuschentwicklung auf viele Mitbürger gefährlich.

Das Ziel der breiten Bereifung, den Boden schonend zu bearbeiten und den Druck auf den Ackerboden zu minimieren, wird von Laien selten erkannt. Umso mehr gilt es, die Besorgnisse in der Bevölkerung zu sehen und angemessen darauf zu reagieren.

Rechtzeitig informieren

Aber auch kontinuierliches Transportgeschehen mit schweren Fahrzeugen kann Teile der Bevölkerung nerven. Dies ist bei der Maisernte und insbesondere in dichter besiedelten Regionen beim Transport zu Biogasanlagen der Fall. Hier empfiehlt sich, rechtzeitig bei den Anwohnern um Verständnis zu werben und möglichst frühzeitig über die Notwendigkeit des vorübergehend erhöhten Straßenverkehrs zu informieren.

Versammlungen, Infoabende, Tage der offenen Tür usw. sind eine gute Möglichkeit, im Vorfeld zu informieren und vor allem Rückmeldung und Meinungen von den Anwohnern und Mitbürgern zu erhalten. Auch ein kleiner Bericht in der Regionalzeitung wirkt sich im Hinblick auf mehr Verständnis durch die Gesellschaft positiv aus. Die Anwohner können sich besser darauf einstellen, dass die Transporte notwendig sind, besonders auch bei schwierigen Straßen- oder Parkplatzverhältnissen.

Eine Art Zusammenarbeit mit den Anwohnern ist besser und hilfreicher als mit Häcksler und Transportgespannen in einer Siedlung festgefahren zu sein und nicht an parkenden Autos vorbeizukommen. Grundsätzlich sollte alles unternommen werden, um Fahrten durch den Ortskern zu vermeiden, ebenso durch Siedlungsgebiete.

Im Sinne eines guten Miteinanders mit der Bevölkerung sollte auch darauf geachtet werden, die Belästigungen gerade an Sonn- und Feiertagen so gering wie möglich zu halten. Nächtliche Erntearbeiten nahe Wohngebieten sollten nur bei extremem Erntewetter geleistet werden.

Bei trockenem Maiserntegut kann durch den Fahrtwind Ladung heruntergeweht werden oder beim Anfahren an Ampeln kann Ladung über die Bordwände rutschen. Der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass er kein Erntegut verliert. Im Zweifel muss die Ladung abgedeckt werden. Auch langsameres Fahren oder das Vermeiden von Überladungen sind vorsorgliche, lösungsorientierte Maßnahmen. Ebenso wichtig sind bei nassen Witterungsbedingungen Vorbereitungen zur Straßenreinigung, zum Beispiel durch Bereitstellung einer Kehrmaschine. So kann schnell auf eine mögliche Verschmutzung der Fahrbahn an den Ausfahrten von beernteten Feldern reagiert werden. Sowohl Ladungssicherung als auch Reinigung verschmutzter Straßen sind Teil der einzuhaltenden Straßenverkehrsgesetzgebung.

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