Müller: Wolf und Weidewirtschaft passen nicht zusammen

Am Mittwoch wurde im Europäischen Parlament eine vom Agrarausschuss in Auftrag gegebene Studie zur Rückkehr des Wolfes und anderer großer Raubtiere diskutiert. Die FREIE WÄHLER-Europaabgeordnete Ulrike Müller zieht nach der Debatte ein klares Fazit: „Mit dem Wolf gibt es kein Miteinander, sondern nur ein Nebeneinander.

Laut Müller brauchen wir dringend wolfsfreie Regionen (Bildquelle: Bergmolch / pixelio.de)

Am Mittwoch wurde im Europäischen Parlament eine vom Agrarausschuss in Auftrag gegebene Studie zur Rückkehr des Wolfes und anderer großer Raubtiere diskutiert. Die FREIE WÄHLER-Europaabgeordnete Ulrike Müller zieht nach der Debatte ein klares Fazit: „Mit dem Wolf gibt es kein Miteinander, sondern nur ein Nebeneinander.“

Vor allem für die Weidewirtschaft werde die Rückkehr des großen Beutegreifers gravierende Folgen haben, meint die Politikerin und prophezeit, dass die aktive Bewirtschaftung der Almen und Alpen massiv zurückgehen werde. „Unter dem zunehmenden Verlust der Kulturlandschaft werden auch Fauna und Flora in ihrer jetzigen Vielfalt – und damit letztlich auch der Tourismus – leiden. Eine verbuschte und verwaldete Landschaft ist nicht mehr attraktiv. Aufgrund der steigenden Anzahl von Übergriffen ist es daher dringend an der Zeit, den Schutzstatus des Wolfes zu ändern.“

In Bayern gebe es rund 23.000 ha gesetzlich geschützte Alpweiden mit wertvollen Biotopen. Der Bau von Zäunen würde der Landesanstalt für Landwirtschaft zufolge etwa 327 Millionen Euro sowie einen jährlichen Unterhalt von 35 Millionen Euro kosten. Das könne von den Landwirten und Tierhaltern nicht geleistet werden, stellt Müller fest.

Außer Frage stehe, dass bedrohte Tierarten geschützt werden müssten. Doch laut der im EU-Agrarausschuss vorgestellten Studie lebten im Jahr 2016 rund 17.000 Wölfe in Europa. „Wir brauchen ein flexibleres Management geschützter Arten, das sich der Ist-Situation entsprechend anpasst. Dafür bedarf es auf europäischer Ebene einer Überarbeitung und Anpassung der FFH-Richtlinie“, fordert die Europaabgeordnete.

Der Wolf und die Weidewirtschaft passen laut Müller nicht zusammen. Diese Realität müsse sich auch in unseren Vorschriften entsprechend widerspiegeln. „Wenn wir vermeiden wollen, dass die Landwirtschaft in alpinen Regionen verschwindet, brauchen wir dringend wolfsfreie Regionen“, erklärt Müller.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

17000 Wölfe in Europa!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich hatte erst vor kurzem einen Bericht gesehen in dem es hieß, auf dem Balkan wäre eine Population von ca. 5000 Wölfen. In Italien rechnet man mit 2000, dann sind wir schon bei 7000. Dann kommt noch Frankreich, Spanien dazu, in denen die Populationen auch nicht klein sind und rechnet die Wölfe im Osten aus Polen, Ukraine, etc. mit ein, dann wird das glaubhaft. Und da wollte man uns immer ebenso glaubhaft versichern, daß der Wolf vom Aussterben bedroht sei? Zumindest in Europa. Da fällt mir wieder das Zitat Napoleons ein, das von der dreisten Lüge. Frech und dreist wie die Grünen nunmal selber sind. Schade nur das solche Meldungen im Tagesgeschehen untergehen, bzw. wie so manch andere unliebsame Meldung eher verschwiegen werden, wie mittlerweile immer offensichtlicher wird. Geht man nach dem was der Schriftsteller Frank Thiess (1890 – 1977)einst sagte: "Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist", dann hätten sie sich vielleicht doch einmal auch in der Realität intensiver mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigen sollen und nicht nur theoretisch klug darüber zu schwadronieren. Aber bis diese Pflanze durchkommt, werden leider viele unschuldige Existenzen im Sumpf und Meer der Lügen unser Grünen verschwunden und ertrunken sein. Ich wünschte, es passierte mit den Grünen ebenso, aber leider wird es, wie so oft, eher so sein, daß ausgerechnet die hohlen Nüsse obenauf schwimmen.

von Eibo Eiben

...Ulrike Müller ...

… wo sie Recht hat, hat sie Recht; die Argumente, die sie äußert (Almen, Weide, Deiche, Tourismus, Kinder, Jogger, ….; ….) … sollten auch Politiker aus ihrem "Versteck" holen! …

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