NABU fordert Begrenzung des Maisanbaus

In Baden-Württemberg wird eine sogenannte Entmaisungsstrategie diskutiert, mit der der Maisanbau reduziert werden soll. Der dortige Landesverband des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sprach von einer Entwertung der landwirtschaftlichen Böden durch den großflächigen Anbau von Energie- und Silomais.

In Baden-Württemberg wird eine sogenannte Entmaisungsstrategie diskutiert, mit der der Maisanbau reduziert werden soll. Der dortige Landesverband des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sprach in der vergangenen Woche von einer Entwertung der landwirtschaftlichen Böden durch den großflächigen Anbau von Energie- und Silomais, der als ganze Pflanze geerntet und abgefahren werde.

„Böden brauchen Humus, ein intaktes Bodengefüge und einen Fruchtfolgewechsel, um über ein aktives, funktionierendes Bodenleben wertvolle Nährstoffe an Pflanzen weiterzugeben“, erklärt NABU-Referent Matthias Strobl. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ermutige allerdings Landwirte, vermehrt Silomais anzubauen und damit Biomasse zu erzeugen, deren Verstromung über Biogasanlagen immens gefördert werde. Der NABU fordert deshalb, dass EEG-Förderungen an Auflagen gebunden werden. Die Förderung sollte nur noch dann zum Tragen kommen, wenn der Maisanteil in der Fruchtfolge begrenzt wird und auch andere Ackerkulturen für die Biomassenutzung angebaut werden.

„Es ist eine Schande, dass der Gesetzgeber mit seinen Fördermaßnahmen dazu beiträgt, dass gegen die Natur gewirtschaftet wird“, kritisierte Strobl. Öffentliches Geld dürfe es jedoch nur für öffentliche Leistung geben. Einen Mehrwert hätte nicht nur die Natur. Mit einer Wuchshöhe von nicht selten über drei Metern behinderten Maisäcker oft den Blick auf die Landschaft. Wenn Baden-Württemberg im August wieder zu einem Maismeer werde, sei das Landschaftsbild total verstellt, so Strobl.

Bund muss entscheiden

Das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium äußerte Verständnis für das Anliegen des NABU, nahm sich jedoch aus einer eigenen Verantwortung heraus. Ressortchef Alexander Bonde erklärte, es könne keine Entmaisungsstrategie in Baden-Württemberg geben, da die wesentliche Ursache der Zunahme des Maisanbaus in der hohen Einspeise-Vergütung des EEG auf Bundesebene liege. Das Land habe entsprechende Forschungsvorhaben zum Mischfruchtanbau als Alternative zum Mais mit Erfolg durchgeführt. Jetzt liege es an der Bundesregierung, die Einspeisevergütung für landwirtschaftliche Rohstoffe beim EEG zu differenzieren.

Darüber hinaus biete auch die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik mit dem Greening-Vorschlag, dass keine Kultur mehr als 70 % Fruchtfolgeanteil haben dürfe, eine gewisse Verbesserung. Dies müsse aber jetzt im Trilog zwischen EU-Kommission, Europaparlament und Ministerrat auch beschlossen werden. (AgE/ad)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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