Interview

Nabu-Präsident Krüger: „Wir müssen reden“ Premium

Der neue Nabu-Präsident Krüger gibt sich landwirtschaftsnah und will einen Neuanfang im Dialog mit der Landwirtschaft. Rote Linien zieht er beim Pflanzenschutz in Schutzgebieten.

Seit November 2019 ist Jörg-Andreas Krüger Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Seine Kindheit verbrachte er auch auf dem Grünlandbetrieb seiner Großeltern in der Wesermarsch, heute ist er Hobby-Jäger. Krüger hat Landschaftsarchitektur studiert, lange im Nabu Niedersachsen sowie im Bundesverband in Berlin gearbeitet. 2013 wechselte er zum WWF. Er löst Olaf Tschimpke ab, der 16 Jahre Nabu-Präsident war. Stefanie Awater-Esper hat ihn getroffen:

Welchen Stellenwert räumen Sie als neuer Nabu-Präsident der Landwirtschaft ein?

Krüger: Ich stamme aus dem Landkreis Oldenburg aus einer Familie, in der die Hälfte aus der Landwirtschaft kommt. Ich habe immer schon eine enge Beziehung zur Landwirtschaft. Die Landnutzung ist der Bereich, in dem wir für den Umweltzustand und die Artenvielfalt in Deutschland am meisten erreichen können. Denn die Land- und Forstwirtschaft bewirtschaftet mehr als 80 % der Fläche. Da müssen wir aktiv werden. Ich werde versuchen, das noch weiter auszubauen.

Wie wollen Sie die Gräben zwischen Naturschützern und Landwirten überwinden?

Krüger: Das geht nur im Dialog. Wir sollten uns nicht gegenseitig nur mit Flyern oder Studien überziehen. Wir müssen reden und brauchen jetzt den Aufbau von mehr Vertrauen. Es geht nicht darum, sich gegenseitig zu besiegen. Wir müssen Wege finden, wie wir – Landwirte und Naturschützer – aufeinander zugehen.

Wie blicken Sie aktuell auf die Landwirtschaft und ihre Bemühungen um den Naturschutz?

Krüger: Für mich gibt es nicht die eine Landwirtschaft. Ich weiß, dass in manchen Teilen viel gemacht wird und es großes Engagement gibt, boden- und gewässerschonend zu wirtschaften und Naturschutz zu ermöglichen. Aber wir haben auch immer noch Gruppen von Landwirten, an denen solche Bemühungen total vorbeigehen.

Wie quantifizieren Sie die?

Krüger: Bei weltmarktorientierten Betrieben auf den guten Standorten oder in der Veredelungswirtschaft ist die Markt- und Exportorientierung teils so stark geworden, dass sie sich von den ökologischen Grenzen ihrer Standorte weitgehend verabschiedet haben. Dazu zählen sicher 25 % der Betriebe. Und diese prägen entscheidend das öffentliche Bild der Landwirtschaft.

Wer sind Ihre Ansprechpartner in der Landwirtschaft?

Krüger: Natürlich gibt es Gespräche mit dem Deutschen Bauernverband. Er ist...

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Bitte bleiben Sie sachlich! Keine Beleidigungen!

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wohl neu definieren welches Geld dann auch direkt den Landw. Betrieben zur Verfügung steht. Bislang greifen ja auch Verbände darauf zu!

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