Brief

Nach Bauern-Protest: Heidl fordert Söders persönlichen Einsatz

Statt neuer Auflagen und schlechter Handelsabkommen mit mehr Bürokratie sollte die CSU die Bauern jetzt unterstützen, fordert Walter Heidl von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Zum ersten Mal nach den massiven Bauern-Protesten am 22. Oktober trifft sich am Montagabend in Berlin der Koalitionsausschuss. Im Vorfeld richtet der Bayerische Bauernverband eine deutliche Botschaft an den Bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden.

Die klare Erwartungshaltung des bayerischen Bauernpräsidenten Walter Heidl an Markus Söder: „Jetzt ist ihr persönlicher Einsatz gefordert. Denn im Koalitionsausschuss kann nichts gegen die CSU entschieden werden. Es muss Schluss sein mit der Politik der warmen Worte für die Landwirtschaft. Es muss Schluss sein mit dem ständigen Hinhalten der Bäuerinnen und Bauern.

Statt immer neuer Auflagen, verfehlter Handelsabkommen und zusätzlicher Bürokratie ist jetzt echte Unterstützung gefragt. Sonst droht uns in den nächsten Jahren ein massives Bauernsterben. Gerade in Bayern und gerade von kleinen, familiengeführten, bäuerlichen Betrieben.“

Heidl weiter: „Von der Düngung über die Tierhaltung bis zur Handelspolitik: In den vergangenen Monaten hat sich ein riesiger Berg an Problemen und offenen Baustellen für die Bauern angestaut. Die Große Koalition muss jetzt endlich handeln. Wir erwarten, dass sich die CSU mit ihrer ganzen Kraft für die Interessen der bayerischen Landwirte einsetzt.“

Konkrete Vorschläge und Forderungen für Maßnahmen in Bayern und auf Bundesebene hat der Bayerische Bauernverband bereits an Ministerpräsident Söder sowie die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber übermittelt. Der Bayerische Bauernverband fordert unter anderem einen sofortigen Stopp für das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, eine grundlegende Überarbeitung der Düngeverordnung sowie einen ergebnisoffenen Neustart beim „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung.

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Der Bay. Bauernverband findet die Proteste der Aktion „Land schafft Verbindung“ richtig. Nun seien konkrete Veränderungen nötig. Präsident Heidl hat Ministerpräsident Söder einen Brief...


Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Ludwig Thoma lässt grüßen

Die Verzweiflung beim BBV muss schon sehr groß sein, um solche Briefe zu schreiben. Aber Söder hat den Eigentumspakt auch aufs Stille Örtchen getragen und wird auch diesen Brief dorthin tragen: jetzt habe ich ihn vor mir, gleich habe ich ihn hinter mir.

von Rudolf Rößle

Lederhosen

außer dem Leder für die Hosen zum Volksfest wird in Bayern nichts von den Bauern teurer. Die letzte Burg wurde überrannt.

von Hermann Kamm

was will der BBV jetzt? zmal aufgewacht?

wo das Kind schon fast ertrunken ist!!! Schämen sollte sich dieser Verband!!!!! wo war er die letzten Jahre? Wahrscheinlich hatten die Funktionäre des BBV in den Aufsichtsräten der Agrarindustrie zu viel zu tun, damit die Rohstoffpreise der Landwirte noch weiter sinken? Was soll der Söder erreichen? dem ist doch die Landwirtschaft völlig Wurscht! sonst hätte er doch nicht beim Rettet die Bienen alles durchgewunken.

von Willy Toft

Wofür fordert Heidl den Einsatz Söders?

Der Insektenschutz kommt in Bayern vor dem Schutz der "Bauern"! Hat der BBV da nicht ordentlich aufgepasst? Was sonst noch von den Verbänden im Umlauf ist, sprengt gerade meine Vorstellungskraft, wie das bei der Politik ankommt! Nebenkriegsschauplätze brauchen wir gerade nicht, wenn es um den Erhalt einer möglichst Flächendeckenden Landwirtschaft geht! Wir Landwirte können doch nicht zu Investitionen gezwungen werden, und nicht einen Cent mehr für unsere Produkte bekommen, alles hat seinen Preis. Die Musik, die hier gerade bestellt wurde, muss am Ende auch bezahlt werden. Die Gemengelage in Bayern ist zurzeit nicht einfach, und bietet viel Sprengkraft, wann kehrt bei allen Beteiligten endlich wieder die Vernunft ein, es wird sonst nicht mehr Händelbar!

von Harald Finzel

Wann erfolgt Ihr Rücktritt, Herr Heidl?

Die Lethargie der BBV-Spitze hat die bayerischen Bauern doch erst in die Lage gebracht, in der sie sich jetzt befinden: Wo war denn die Stimme des BBV während des Volksbegehrens Artenschutz? Wo ist die Kampagne, mit der dem Bürger nahe gebracht wird, wie absurd die Ausweisung der Roten Gebiete in Bayern erfolgte? Wo sind die medienwirksamen Aktionen, um auf die voraussichtlichen Auswirkungen des Agrarpakets gerade auf die kleinstrukturierten Gebiete Bayerns aufmerksam zu machen? --- Mit Verlaub, Herr Heidl: Hinter den Kulissen mögen Sie in der Vergangenheit gute Arbeit gemacht haben. In Sachen zeitgemäßer Öffentlichkeitsarbeit haben Sie und Ihre Kollegen in München in den vergangenen Jahren aber auf ganzer Linie versagt. Ziehen Sie endlich die Konsequenzen daraus!

von Klaus Fiederling

(Bauern)Wunsch und Wirklichkeit

Nach den Bauernprotesten der vergangenen Wochen hat in unseren Innenstädten die Erde förmlichst gebebt!? - Leider sind diese Wellenbewegungen vor den Schlossportalen der CBoT u. MATIF förmlichst verebbt. Nicht einmal mehr ein laues Lüftchen ist dort angekommen. Business as usual, die Erzeugerpreise haben weit eher bei tendenziell ruhigem Handelsverlauf zur Schwäche geneigt. Man war vertraut launig bärisch gestimmt, . - Noch Fragen, hochverehrter Herr Heidl!? // Es gibt nach 3 Missernten Nahrungsmittel in absolutem Überfluss. Und dafür gehen die Bauern auf die Straßen!? Man schenkt der Lügenmär vom ewigen Ertragszuwachs nach wie vor gerne Glauben, jenen "Gen-Propheten" läuft man noch immer treudoof lemminghaft nach.

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