Neue Datenschutz-Verordnung ab heute in Kraft! Premium

Die Datenschutzregeln treffen vor allem Direktvermarkter mit eigener Homepage. Aber auch alle anderen Betriebe müssen ab jetzt mehr dokumentieren. Wir zeigen, wie Sie sich absichern.

Direktvermarkter, die ihr Angebot auch im Internet bewerben, sollten die Datenschutzerklärung auf ihrer Homepage überarbeiten. (Bildquelle: Landpixel)

Seit dem 25. Mai greift die neue Datenschutz-Grundverordnung. Jeder, der regelmäßig sogenannte personenbezogenen Daten z.B. von Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten oder Pächtern speichert, muss dies ab sofort in Verzeichnissen dokumentieren. Zudem mussten Betriebe mit eigener Homepage diese überarbeiten. Viele Regeln gelten schon länger, einige Dokumentationspflichten sind jetzt erst hinzugekommen. Wer die Datenschutzregeln missachtet, dem drohen kostenpflichtige Abmahnungen oder sogar hohe Bußgelder. Welche fünf Schritte besonders wichtig sind, hatten wir zusammen mit Thomas Biesenbaum vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband Münster für Sie vor einigen Wochen zusammengefasst, hier nocheinmal aus aktuellem Anlass das Wichtigste: 1. Erklärungen bearbeiten: Als Erstes sollten Direktvermarkter, Anbieter von Unterkünften sowie andere Betriebe mit eigener Homepage dort ihre Datenschutzerklärungen überarbeiten: Die neue Verordnung fordert mehr und detailliertere Infos zu erhobenen Daten und deren Verwendung als bisher. Sonst drohen Abmahnungen von Kanzleien, die im Internet begangene Verstöße schnell finden. Klären Sie – mit Ihrem Webdesigner, falls Sie einen haben – in welchem Ausmaß Ihre Homepage Daten erhebt. Gibt es z. B. Verknüpfungen zu Facebook oder einen Web-Shop? Nutzen Sie Analysedienste oder Cookies? Werden die Nutzer „getrackt“? Die Datenschutzerklärung muss alle Vorgänge erklären, sodass sie vielfach die Länge mehrerer DIN A4-Seiten umfassen wird. Für eine App ist eine eigene Erklärung nötig. Unter www.uni-muenster.de/Jura finden Sie ein Muster für die Datenschutzerklärung sowie Hinweise zur Erstellung. Zu Anfang sind die Punkte aufgeführt, die ausdrücklich nicht Bestandteil dieser Muster-Datenschutzerklärung sind. Falls Sie diese Elemente auf Ihrer Webseite einsetzen, müssen Sie diese Punkte zusätzlich in der Datenschutzerklärung aufführen. Hinweise, wie das geht, finden Sie am Ende der Aufzählung der fehlenden Elemente vor der eigentlichen Mustererklärung. Auch im Muster selbst müssen Sie sich genau die Elemente heraussuchen, die Sie nutzen und die, die Sie nicht nutzen in Ihrer Erklärung weglassen. Am besten, Sie passen die Mustererklärung zusammen mit einem Rechtsanwalt an Ihre Website an. Wichtig: Die Erklärung muss von jeder Ihrer Seiten mit einem Klick erreichbar sein. Für das Impressum reichen zwei Klicks. Ist Ihr Impressum über einen Klick zu erreichen, können Sie die Datenschutzerklärung auch dort gut sichtbar aufführen. Besser aber, Sie richten eine eigene Seite dafür ein. Passen Sie ebenso die Datenschutzerklärungen auf Bestellformularen an und haken Sie bei Ihrer Bank nach, ob die Infos, die Kunden bei Kartenzahlung im Hofladen auf den Bons nachlesen können, den aktuellen Regeln entsprechen. 2. Opt-In-Verfahren einrichten: Erfragen Sie z.B. von Kunden Daten, die Sie gar nicht benötigen, um den Kauf abzuwickeln, sollten Sie sich deren Einwilligung sichern. Möchten Sie von Neukunden bei Barverkauf im Laden beispielsweise die Adresse wissen, um Werbung zuzuschicken, sollten Sie sich eine Einwilligung dafür unterschreiben lassen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite, auch wenn das Versenden von Werbung an Bestandskunden in der Regel als berechtigtes Interesse gewertet wird und damit auch ohne Einwilligung erlaubt sein dürfte. Können sich Besucher Ihrer Homepage für den Bezug von elektronischen Newslettern oder Werbe-E-Mails eintragen, sollten Sie das sogenannte Double-Opt-In-Verfahren einrichten. Mehrere Gerichte bestätigten: Nur dieses Verfahren ist geeignet, eine Einwilligung nachzuweisen, was für die Zusendung von Werbe-E-Mails an potenzielle Kunden nötig ist. Dabei trägt der Besucher seine Kontaktdaten ein, um den Newsletter oder Werbematerial zu bekommen. Anschließend erhält er eine E-Mail mit einem Link, den er anklicken muss, um die Bestellung zu bestätigen. Diese Bestätigungs-E-Mail sollten Sie als Nachweis der Einwilligung speichern. Die Mail muss zudem aufklären, dass die Einwilligung jederzeit widerrufen und damit die Werbung ...

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Wieder so ein Fall, bei dem alle ehrlichen Datennutzer leiden und neue Auflagen einhalten müssen, nur weil es einige Schwarze Schafe gibt und gab, die Daten für dubiose Zwecke missbraucht haben.

von Armin Brader

wieder ein grosser Schritt zur DDR.2, wir schaffen das!

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