Neues Virus: Backhaus für weitere Untersuchungen

In über 20 Rinder bzw. Schafe haltenden Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben Veterinäre bereits das so genannte Schmallenberg-Virus des Genus Orthobunyavirus nachgewiesen. Ebenso wurden in Belgien und den Niederlanden der Virusnachweis in mehreren Fällen geführt.

In über 20 Rinder bzw. Schafe haltenden Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben Veterinäre bereits das so genannte Schmallenberg-Virus des Genus Orthobunyavirus nachgewiesen. Ebenso wurden in Belgien und den Niederlanden der Virusnachweis in mehreren Fällen geführt.

Da bisher ein Zusammenhang zwischen dem Nachweis des Virus und den klinischen Erscheinungen weder eindeutig ausgeschlossen noch bestätigt werden kann, hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus für weitere Untersuchungen u.a. zur Verbreitung der Infektion ausgesprochen. Momentan sei auch unklar, ob es sich um den Neueintrag des Virus in Europa handelt oder ob sich das Virus schon seit längerer Zeit unbemerkt hier befindet.

Bisher durchgeführte Analysen des Erbmaterials des Virus lassen laut Backhaus vermuten, dass es sich um ein Virus der Simbu-Serogruppe handelt, zu der auch Shamonda-, Aina- und Akabane-Viren gezählt werden. Von Erkrankungen durch Orthobunyaviren der Rinder wurde bisher aus Asien, Afrika und Australien berichtet. Die Übertragung des Virus erfolgt, wie bei der Blauzungenkrankheit, durch stechende Vektoren, insbesondere durch Gnitzen.

Die Krankheit zeigt sich durch Fieber, starken Milchrückgang und gestörtes Allgemeinbefinden bei diesen Tierarten. In der Regel klingen die Symptome bereits nach wenigen Tagen wieder ab. Problematischer ist dagegen die Infektion tragender Tiere in einem bestimmten Trächtigkeitsstadium, denn sie kann zu Frühgeburten und zur Geburt lebensschwacher, missgebildeter Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer führen.
 
„Weil wir hier noch ziemlich im Dunkeln tappen“, so der Minister, „bitte ich die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen und deren bestandsbetreuenden Tierärzte frühzeitig bei Auftreten der beschriebenen Krankheitsmerkmale zu reagieren und Material zur Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft einzusenden. Insbesondere sollen Tierkörper missgebildeter Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer zur virologischen Untersuchung gelangen.“ Unabhängig davon würden alle Bundesländer in Zusammenarbeit mit dem Institut auf der Insel Riems ein Überwachungsprogramm zur Ermittlung der Verbreitung der Infektion durchführen. (ad)

Mehr zu dem Thema:
Schmallenberg-Virus in Schafherden angekommen (13.1.2012)
 

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