Bauern in Wut

Niederländer protestieren massiv gegen Stickstoffpolitik

Die Proteste der Bauern in den Niederlanden sind vergangene Woche weitergegangen. Im Gespräch sind dort nun Stickstoffgrenzwerte nach deutschem Vorbild. Die Landwirte sind sauer.

n den Niederlanden haben am vergangenen Mittwoch erneut mehrere tausend Landwirte gegen die Stickstoffpolitik der Haager Regierung demonstriert. Rund 4.000 Traktoren machten sich auf den Weg nach Den Haag.

Um die Hauptstadt und um Utrecht verursachten die Landwirte Beobachtern zufolge Staus von mehreren hundert Kilometern. Unter anderem wurden Straßenbahnlinien und Kreuzungen blockiert. Organisiert wurde der Protest von der Aktionsgruppe Farmers Defence Force (FDF). Bereits zum Beginn der vergangenen Woche hatten Tausende von Bauern vor den Verwaltungsgebäuden in mehreren Provinzen protestiert. Daraufhin zogen mehrere Provinzregierungen ihre angekündigten strengeren Stickstoffregeln teilweise wieder zurück oder setzten diese aus.

In Groningen geriet der Protest außer Kontrolle; dort öffneten Landwirte gewaltsam die Eingangstür zum Regierungsgebäude. Der niederländische Bauernverband (LTO) warnte die Politik mit Blick auf deren geplante Stickstoffpolitik, keine übereilten strengeren Vorschriften zu erlassen; das könnte desaströse Folgen für die Agrarbranche haben. Einmal zugestandene Produktionsrechte, die die Anzahl der Tiere und Stallfläche beträfen, dürften nicht eingezogen werden. Vorgaben der Provinzen, die strenger als die landesweiten Regeln seien, verletzten die Eigentumsrechte. Hier sei man bereit zu prozessieren.

Außerdem sprach sich der Verband für die Einführung von Grenzwerten für Stickstoffemissionen aus, die sich an den Regeln in benachbarten EU-Ländern orientieren könnten. Unterdessen hat die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten den Haager Staatsrat um eine Einschätzung zur möglichen Einführung von Stickstoffgrenzwerten nach deutschem Vorbild in Holland gebeten. Eine Antwort wird noch im laufenden Jahr erwartet.

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernhard ter Veen

Wir sind NICHT in NL...

Und WIR werden uns noch WUNDERN mit welcher Härte und Wucht der LANGE ARM unseres Gesetzes auf diejenigen Demonstrierenden Bauern einschlagen wird. Die spitzfindigen Juristen haben schon tagelang Klageschriften vorbereitet um jedweden verursachten Schaden bei den Bauern einzuklagen. Ich hoffe die auf den Betrieben dadurch entstehenden finanz.- und wirtschaftliche Nachwirkungen kosten nicht NOCH mehr Landwirten die Betriebe... Irgendwie fällt uns unser Rechtsstaat dann doch wieder auf die Füsse...

von Hans Merk

@Toft

rede mal mit Schulze oder Mutti. Wenn sie dir zuhören.... Und der (...) im Landwirtschaftsministerium hat außer blabla nichts konkretes zu den Anliegen der Bauern mangels eigener Kompetenz. Vielleicht solltest der mal sagen daß die kommenden Demos keine Huldigung ihrer "Leistungen" sind. Nur vorsichtshalber, die begreift ja einiges nicht...

Anmerkung der Redaktion

Bitte keine Beleidigungen

von Diedrich Stroman

Bauern!

Steht zusammen auch mit den Holländern, das Maßregeln und angebliche Ordnungsrecht was Politik und EU uns vor die Füße schmeißt ist einseitig gegen Menschen aus derLandwirtschaft und der Landbevölkerung gerichtet, und Politikversagen weil die Gängelung das Maß überschritten hat!!Uns wie unmündige Bauern zu behandeln, damit muß Schluss sein!!Wir bitten zu Tisch!!

von Willy Toft

Leute, wir müssen ruhig bleiben, denn wir wollen mit der Regierung reden!

Es brodelt in ganz Europa, wir haben allen Grund morgen auf die Straße zu gehen, aber bitte vernünftig! Die Chance das Schlimmste für uns abzuwenden, war noch nie so groß! Ein KLÄRENDES GESPRÄCH wird wichtiger denn je, denn es geht um die Landwirtschaft, die Familienbetriebe in Deutschland!

von Gerd Uken

Wer die Bilder gesehen hat

Aus Den Haag könnte erkennen das das Militär den Innenhof abgesperrt hatte mit Container LKW auch die Zufahrt von Autobahn damit sie Den Haag nicht erreichen sollten....es gab aber auch noch andere Wege und es gab ein Video wo die Militärfahrzeuge den Weg freiwillig frei machten u. Polizei nichts unternahm. Wer da die Straßenbahn blockiert hat war klar! Auf dem Rückweg ist man beim Bahnhof vor bei gefahren-fahre ist doch erlaubt?

von Albert Maier

Na also...

.... Druck scheint doch etwas zu bewirken. Mit nettem Dialog ist kein Blumentopf zub gewinnen, das sollte inzwischen klar sein.

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