Niederlande will hohes Exportniveau trotz Umstellung halten

Die Niederlande hat ihre Agrarexporte 2018 leicht auf 90,3 Mrd. € gesteigert. Mit einer neuen Strategie will die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten eine Kreislauflandwirtschaft bis 2030 etablieren. Sie soll den hohen Stellenwert des Agrarexports halten und gleichzeitig Klima- und Umweltprobleme reduzieren.

Im Jahr 2018 hat die Niederlande landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 90,3 Mrd. € exportiert. Das ist ein leichter Anstieg von 0,2 % gegenüber 2017, teilte das niederländische Agrarministerium auf der Grünen Woche in Berlin mit. Die Niederlande sind nach den USA der zweitgrößte Agrarexporteur der Welt. Die meisten niederländischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden nach Deutschland (22,8 Mrd. €) und Belgien (10,2 Mrd. €) exportiert. Zusammen sorgen diese beiden Nachbarländer für 36 % aller niederländischen Agrarexporte, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Die größten Zunahmen niederländischer Agrarexporte in absoluten Zahlen verbuchten im Jahr 2018 Japan, Marokko, Polen, Russland und China.

Umstellung auf Kreislauflandwirtschaft bis 2030

„Die Exportzahlen zeigen erneut, dass der niederländische Agrarsektor ein wichtiger Akteur in der Nahrungsmittelproduktion für eine wachsende Weltbevölkerung ist“, sagte die niederländische Agrarministerin Carola Schouten bei der Präsentation der Exportzahlen auf der Grünen Woche in Berlin. Nun gelte es die niederländische Innovationskraft zu nutzen, um die Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft zu realisieren, so Schouten weiter. Im vergangenen Herbst hatte Schouten ihr Strategiepapier für eine Kreislaufwirtschaft bis 2030 vorgelegt. Für die darin skizzierte Umstellung der Landwirtschaft will sie auch in den kommenden Tagen auf der Grünen Woche in Berlin werben.

Exportniveau soll bleiben

Die niederländische Universität Wageningen hat dafür drei Szenarien erarbeitet, wie der Futter-Dünger-Kreislauf auf globaler, europäischer und nationaler Ebene geschlossen werden könne. Auf globaler Ebene schätzen die Wissenschaftler, dass der Sektor die Produktion, den Wertzuwachs und die Exportleistungen von heute dennoch aufrechterhalten könne. Schouten erwartet, dass das Strategiepapier zur Kreislaufwirtschaft den Niederlanden neue Impulse geben wird und dessen Stellung auf dem Weltmarkt stärkt. Die Umstellung auf eine Kreislauflandwirtschaft sei angesichts dem weltweit steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln einerseits und der Verantwortung für Landschaft, Biodiversität und Klimawandel andererseits dringend erforderlich, so Schouten weiter.

Exportspitzenreiter sind Zierpflanzen, Milch, Eier und Fleisch

Laut dem Exportbericht verdient die Niederlande am meisten am Anbau von Zierpflanzen (6,0 Mrd. Euro), an Milcherzeugnissen und Eiern (4,7 Mrd. Euro), Fleisch (4,1 Mrd. Euro) und Gemüse (3,8 Mrd. Euro). Auch Zubereitungen von Getreide, Mehl und Milch, Getränke, Obst, lebende Tiere sowie Fisch und Meeresfrüchte brachten der niederländischen Wirtschaft Milliardenerträge ein.

Ausfuhr an Betriebsmitteln und Landtechnik wächst

Die Niederlande exportierten im vergangenen Jahr Güter mit Landwirtschaftsbezug im Wert von 9,2 Mrd. Euro. Darunter fallen beispielsweise Landmaschinen, Maschinen für die Lebensmittelindustrie, Gewächshausmaterial, Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel. Das ist ein Anstieg von 3,2 % gegenüber 2017. Auch hier sind die Nachbarländer Deutschland und Belgien die größten Abnehmer. Dieser Anstieg stammt komplett aus einer Exportzunahme von Erzeugnissen aus niederländischer Produktion.

Das Strategiepapier der Niederlande zur Kreislauflandwirtschaft bis 2030 gibt es hier in deutscher Sprache zum Nachlesen.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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