Güllelager, Stallbau

Niedersachsen plant wieder Geld für Agrarinvestitionsprogramm ein

Für die einzelbetriebliche Förderung, den Bau von Güllelagern und die Wiederaufforstung stellt Niedersachsen Geld bereit. Nur die Genehmigungspraxis muss reformiert werden, mahnt das Landvolk.

Im Haushalt des Landes Niedersachsen für das Jahr 2020 steht wieder Geld für das Agrarinvestitionsprogramm, den Bau von Güllelagerstätten sowie die Wiederaufforstung bereit. So sind unter anderem 14,3 Mio. Euro für die einzelbetriebliche Förderung der Landwirte im Rahmen des Agrarinvestitionsförderprogrammes (AFP) vorgesehen sowie 2,2 Mio. Euro für Güllelagerraum und 18 Mio. Euro für die Wiederaufforstung, informiert der Landesbauernverband.

„Das sind erfreuliche Ansätze, die einige Landwirte bei ihren Vorhaben finanziell unterstützen und auch wichtige Hilfen für die Waldbesitzer“, kommentiert Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Allerdings weist er auch darauf hin, dass bei den Investitionshilfen zumindest ein Teil des Geldes bereits verplant ist. So gab es in den Vorjahren sowohl bei den Anträgen zum AFP als auch bei den Zuschüssen zum Bau von Güllelagerstätten einen Antragsüberhang. Die damals nicht zum Zuge gekommenen Landwirte dürften sich erneut melden, es ist also wieder mit einem großen Interesse an den knappen Fördermitteln zu rechnen.

Das Landvolk weist ergänzend darauf hin, dass nicht nur eine finanzielle Förderung den Bau dringend benötigter Güllelagerstätten forcieren kann, sondern auch Erleichterungen in der Genehmigungspraxis. Auch beim AFP ist nach Einschätzung des Landvolkes eine Überarbeitung der Fördermodalitäten unumgänglich.

Der Bauernverband macht sich für eine stärkere Ausrichtung des Förderprogrammes auf die Arbeitserleichterung für die Landwirte und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit stark. Die finanzielle Unterstützung zur Wiederaufforstung der durch Sturm- und Käferschäden entstandenen Kahlschlagflächen im Wald wertet das Landvolk Niedersachsen als einen ersten Schritt. Der Verband sieht hier über den angekündigten Betrag von 7,5 Mio. Euro für die privaten Waldbesitzer hinaus noch einen erheblichen Bedarf.

So müssen allein private Eigentümer nach Berechnungen des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen mehr als 9.000 Hektar wieder aufforsten. Bei Kosten für die Aufforstung, die je nach Vorbereitungs- und Pflanzgutkosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro je Hektar variieren, benötigen die Waldbesitzer allein für diese Herkulesaufgabe mindestens 50 Millionen Euro.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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