Niedersachsen: Schulte to Brinke löst Hilse als Landvolkpräsident ab

Einstimmig wählten die Delegierten des Landvolkes Niedersachsen heute in Hannover den 61-jährigen Milchbauern Albert Schulte to Brinke zum neuen Präsidenten. Er folgt auf Werner Hilse und ist der 6. Präsident des niedersächsischen Bauernverbandes. Agrarministerin Otte-Kinast setzt auf gute Zusammenarbeit.

Albert Schulte to Brinke aus Bad Iburg tritt am 1. Januar die Nachfolge von Werner Hilse als Präsident des Landvolkes Niedersachsen an. (Bildquelle: Landvolk Niedersachsen)

Einstimmig wählten die Delegierten des Landvolkes Niedersachsen heute in Hannover den 61-jährigen Milchbauern Albert Schulte to Brinke zum neuen Präsidenten. Er folgt auf Werner Hilse und ist der 6. Präsident des niedersächsischen Bauernverbandes. Agrarministerin Otte-Kinast setzt auf gute Zusammenarbeit.

Die Amtszeit von Schulte to Brinke beginnt am 1. Januar und geht über drei Jahre. Bereits seit 2014 engagiert sich Schulte to Brinke als Vorsitzender des Hauptverbandes Osnabrücker Landvolk und zählte seit 2013 als Vizepräsident zur Führungsriege des Landvolkes Niedersachsen. „Aus meiner persönlichen Überzeugung und in meiner Verantwortung für die Mitgliedsbetriebe des Verbandes stehe ich zu den Vorgaben der ordnungsgemäßen Landwirtschaft“, sagt Schulte to Brinke bei Amtsübernahme vor Journalisten. Zugleich tritt er für eine ehrliche und offene gesellschaftliche Diskussion über die Leistungen der Landwirtschaft ein. Dazu zählt nach seiner Überzeugung auch die Einsicht, dass nachhaltige Landwirtschaft sich nicht nur an Ökologie und Tierwohl ausrichtet, sondern dass soziale und ökonomische Bedürfnisse der bäuerlichen Familien gleichgewichtet geachtet werden müssten.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern und ihre Familien wollen vom Ertrag ihrer Arbeit leben und an der Wohlfahrtsentwicklung teilhaben“, sagt er und erwartet einen verständnisvolleren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge. An die Mitglieder des Landvolkes Niedersachsen richtet er zugleich die Erwartung, neuen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen zu bleiben und Innovationen umzusetzen. Schulte to Brinke bevorzugt freiwillige Absprachen etwa bei Tierwohl Maßnahmen. Er ist Mitglied im Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen und bringt sich über die Arbeitsgruppe Rinder im Tierschutzplan mit ein. „Ich wünsche mir einen offenen und ehrlichen Meinungsaustausch, bei dem tatsächlich Argumente angehört und ausgetauscht werden“, sagt er.

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast gratulierte Schulte to Brinke zur Wahl. Schulte to Brinke übernehme dieses wichtige Amt in einer für die Landwirtschaft schwierigen Zeit, so die Ministerin. „Die Menschen auf den Höfen erleben vielfältige Kritik von außen und spüren einen erheblichen Veränderungsdruck. Landwirtschaft und Politik stehen vor der Herausforderung, neue tragfähige Lösungen zu finden. Ich bin überzeugt, dass dies möglich ist“, sagte sie. Sie sehe viele Anknüpfungspunkte zwischen seiner und ihrer Arbeit und freue sich auf eine gute Zusammenarbeit, hießt es in einem Glückwunschschreiben der Ministerin.

Gleichzeitig dankte die Ministerin Werner Hilse für seine langjährige Arbeit als Landvolkpräsident. Der 65-jährige hatte den Verband seit 2003 geführt. „Werner Hilse engagiert sich seit mehr als 30 Jahren im ehrenamtlichen Bereich für die Landwirtschaft. Sein langjähriges politisches Engagement galt an erster Stelle den landwirtschaftlichen Unternehmern und der Chancengleichheit der deutschen Landwirtschaft im europäischen Raum. Zugleich hat er immer wieder um mehr Respekt für die Arbeit der Bauern und ihrer Familien geworben und um einen vorurteilsfreien Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern. Wir sind ihm zu großen Dank für seinen Einsatz verpflichtet“, so Otte-Kinast. Hilse ist seit über einem Jahrzehnt auch Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und vertritt die Interessen deutscher Landwirte beim Europäischen Bauernverband COPA.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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