Nitrat: Künast für Einschränkung der Tierbestände

Bis zum 25. September muss Deutschland der EU weitere Änderungen bei der Düngeverordnung vorlegen. Die frühere Agrarministerin Künast wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor.

Bei der Düngeverordnung tickt mal wieder die Uhr. Bis spätestens 25. September muss die Bundesregierung ihren Entwurf zur Verschärfung der Düngeverordnung auf Verlangen der EU-Kommission erneut korrigieren. Ende Juli hatte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sich mit dem Plan der Bundesregierung nicht zufrieden gezeigt und die erste Stufe eines Zweitverfahrens gegen Deutschland im Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Die Grünen Politikerin und ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast wirft der aktuellen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) nun „Untätigkeit“ vor. Die drohenden Strafzahlungen an die EU wegen der hohen Nitrat-Belastung des Grundwassers werde Klöckner nach Ansicht von Künast nicht ohne drastische Reduzierung der „Massentierhaltung“ abwenden können, sagte Künast der Rheinischen Post (RP). Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen in Brüssel sagte Künast: „Frau Klöckner und Frau Schulze werden mit ihren jetzigen Plänen in Brüssel nicht weit kommen, weil die Europäische Union belegbare Fakten zur Zielerreichung braucht.“

Klöckner müsse eigene und konkrete Vorschläge zur Senkung der Nitratwerte im Grundwasser machen, so Künast weiter. „Das wird eine deutliche Einschränkung der Tierbestände und der Massentierhaltung zur Folge haben“, mutmaßt die Grüne Bundestagsabgeordnete. Aus Sicht von Künast dürfe die Bundesregierung die wegen zunehmender Reinigungskosten steigenden Grundwasserpreise „nicht dem Profiinteresse der Großtierhalter unterordnen, die ihre Gülle loswerden wollen“.

Die EU könne Deutschland aus Künast Sicht keine Kulanz anbieten. Alle Länder müssten sich an europäischen Regeln halten. „Auch die Niederländer waren einmal gezwungen worden, ihren Tierbestand zu reduzieren. Damals wurden sogar mit militärischer Unterstützung die Tiere von den Höfen geholt. Das will in Deutschland ja kein Mensch“, sagte Künast.

Die Redaktion empfiehlt

Premium

Acker & Agrarwetter / News

Düngeverordnung: Mahnung aus Brüssel

vor von Matthias Bröker

Die EU hat heute die erste Stufe eines Zweitverfahrens gegen Deutschland im Vertragsverletzungsverfahren wegen mangelhafter Umsetzung der europäischen Nitratrichtlinie eingeleitet!

Wagyu-Rind für 41.000 € verkauft

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

Schreiben Sie Stefanie Awater-Esper eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Bernhard ter Veen

die Kynast...

wer auch sonst... Grünes Grossmaul mit Känguru-Syndrom... grosse Sprünge mit leerem Beutel. Traurig das Solche Blindgänger immer noch gehör bekommen...

von Christian Bothe

Ironie

Eine gute Idee von Kühnast! Jetzt wo wir Mercosur und amerikanisches Rindfleisch bekommen, brauchen wir doch keine Tierproduktion mehr...

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Sommerloch auch bei Top Agrar?

Warum wird diese Frau überhaupt noch zitiert? Man könnte sich das Papier sparen.

von Andreas Thiel

Lieber Knast...

Als Künast...!Dieser Protest Slogan aus BSE Zeiten ist mir bis heute geläufig geblieben und ja,jetzt weiß ich wieder warum...!

von Stefan Lehr

Lohnt nicht zu lesen

Aeusserungen von Frau Kuehnast sind als nicht lesenswert einzustufen. Nitateintraege ins Grundwasser koennen - wie andere Schadstoffe auch - Jahre zurueckliegen. Da war diese Frau damals schon untaetig. Mit dem Finger auf Andere zeigen ist aber in dieser Partei mehr als modern. Besonders wenn es um die Landwirtschaft und die Regierungsparteien geht.

von Gerhard Steffek

Ausgerechnet die Künast!!

Ausgerechnet sie wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor. Sie war doch selber mal Landwirtschaftsministerin. Warum hat sie da nichts auf die Reihe gebracht?

von Bernd Croonenbroek

Für zwei Wochen !!!

Alle Tierprodukte für zwei Wochen nicht liefern und dann Sprechen wir nochmal Frau Künast !!!

von Wilhelm Grimm

Frau Künast blickt nicht durch !!!!!

Nur eine Landwirtschaft mit hohen Leistungen führt zu geringerem Viehbesatz und der Möglichkeit, Flächen für Naturschutzmassnamen bereit zu halten.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen