Ökolandbau: “Die Ökonomie steht der Umstellung nicht im Weg“

Die Biobranche fühlt sich von Landwirtschaftsministerin Klöckner zu wenig beachtet. Bis zu den für 2030 anvisierten 20 Prozent Ökolandbau ist es noch ein weiter Weg. Über Agrarpolitik, Ökonomie, Psychologie und Hofnachfolge sprach top agrar mit dem Vorsitzenden des Bio-Dachverbandes BÖLW, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein.

Die Biobranche fühlt sich von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bisher zu wenig beachtet. Bis zu den für 2030 anvisierten 20 Prozent Ökolandbau ist es noch ein weiter Weg. Über Agrarpolitik, Ökonomie, Psychologie und Hofnachfolge sprach top agrar mit dem Vorsitzenden des Bio-Dachverbandes BÖLW, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein.

top agrar: Wie zufrieden sind die Ökobetriebe mit der von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eingeschlagenen Politik?

Zu Löwenstein: Es hat bis jetzt viele große Runden gegeben. Aber die haben noch zu keiner Gestaltung beigetragen. Ich sehe derzeit noch nicht, wo es hin geht. Das 20-Prozent-Ziel für den Ökolandbau aus dem Koalitionsvertrag ist Klöckner jedenfalls noch nicht mit eigenen Initiativen angegangen. Das macht mich eher unzufrieden.

Wo erwarten Sie mehr Akzente von Klöckner?

Zu Löwenstein: Vor allem zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Es geht darum, ob man das bestehende System unter neuen Überschriften fortsetzt oder ob man sich wirklich an die Lösung der drängenden Probleme von Wasserqualität über Biodiversität bis hin zum Klimawandel macht. Klöckner könnte Bio als Leitbild für einen notwendigen Umbau nutzen.

Welche Reformschritte halten Sie beim jetzigen Stand der Diskussion zur GAP für realistisch?

Zu Löwenstein: Wir brauchen eine Agrarpolitik, die gezielt Leistungen honoriert, die Bauern für die Gesellschaft erbringen, die der Markt aber nicht bezahlt. Für die Einführung dieses Leistungsmodells brauchen wir eine klare Zeitschiene, damit sich die Bauern und der Markt inklusive des Pachtmarktes drauf einstellen können. Man kann aus dem, was die EU-Kommission vorgeschlagen hat, durchaus noch was machen.

„Der Ökolandbau wird nicht gefördert, weil man Biobauern so gern mag“


Was denn?

Zu Löwenstein: Der Leistungsansatz ließe sich mit den jetzt diskutierten Eco-Schemes aus dem Kommissionsvorschlag umsetzen. Es mangelt aber an Entschlossenheit, das auch durchzuziehen. Die Kommission legt nicht fest, welchen Umfang die Eco-Schemes ausmachen sollen, auch Frau Klöckner hat sich noch nicht dazu geäußert. Es kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen, wenn das die...