Ölmüller Brökelmann warnt vor Gentechnik

„Das meiste Geld wird heute mit gentechnikfreier Ware verdient. Sollte die EU in den kommenden Tagen dagegen den gentechnisch veränderten Mais 1507 von Pioneer zulassen, wäre das ein großer Bruch und ein erster Schritt hin zum Verlust der Wahlfreiheit.

„Das meiste Geld wird heute mit gentechnikfreier Ware verdient. Sollte die EU in den kommenden Tagen dagegen den gentechnisch veränderten Mais 1507 von Pioneer zulassen, wäre das ein großer Bruch und ein erster Schritt hin zum Verlust der Wahlfreiheit.“ Diese klare Botschaft richtete Bertram Brökelmann, Inhaber der größten privaten Ölmühle Deutschlands, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin an die Bundesregierung.

Laut dem konventionell wirtschaftenden Unternehmer aus Hamm schätzen Kunden heute weltweit die qualitativ hochwertigen Produkte aus Deutschland, eben weil dort eine gentechnikfreie Landwirtschaft aus intakten Regionen mit guten Agrarrohstoffen dahinterstecke. Beispielsweise sei China ein großer Kunde der heimischen Pflanzenöle und ziehe diese z.B. denen aus Amerika vor.

„Wenn wir jetzt bei uns Gentechnik zulassen, verlieren wir ein wichtiges Verkaufsargument vor der Konkurrenz“, so Brökelmann weiter. „Ich müsste dann stets meine Produkte verteidigen.“ Stattdessen sieht der Ölmüller, der jeden Tag Raps einer Fläche von 500 ha verarbeitet, in der Züchtung noch große Potenziale. Argumente, GVO-Raps sei qualitativ besser, möchte er dabei nicht gelten lassen. „Rein aus Qualitätsgründen sollte die Gentechnik nicht eingeführt werden."

Löwenstein: Bundesregierung muss sich jetzt positionieren

Der Vorsitzende des BÖLW, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, mahnte an Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich, in den kommenden Tagen mit "Nein" gegen den Mais 1507 zu stimmen. „Eine Enthaltung bedeutet ein "Ja" für den GVO-Anbau“, so der Biolandwirt. Er ärgert sich, dass das Thema Gentechnik für den Ökolandbau jetzt wieder wichtig werde. Es gehe dabei nicht um eine bestimmte Gruppe oder Produktionsrichtung, bei Gentechnik säßen alle Bauern in einem Boot; und die Mehrheit lehne das ab. „Für die Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft ist es von existenzieller Bedeutung, ohne Gentechnik wirtschaften zu können. Dazu ist sie gesetzlich verpflichtet, das erwarten die Verbraucher und das entspricht ihrem Selbstverständnis“, so Löwenstein. Er verglich die Ausbreitung freigesetzter GVO in diesem Zusammenhang mit der Abdrift beim Pflanzenschutz.
 
Auf die Frage, warum der Ökolandbau bei der Flächenzunahme derzeit schwächelt sagte BÖLW-Vorstand Jan Plagge, schuld seien die Subventionen für Biogasanlagen und den Maisanbau. Natürlich würden die Landwirte rechnen und das machen, was sich mehr lohnt. Als weitere Gründe führte Plagge den Produktionskostennachteil und die Getreidepreise an. „Aus diesem Grund fordern wir die Anhebung der Regelförderung für den ökologischen Landbau in der GAK von heute 180 Euro auf 300 Euro/ha und Jahr.“ Seinen Berechnungen nach erhält ein Maisanbauer derzeit 2000 Euro staatliche Unterstützung pro Hektar. „Da kommen wir nicht gegen an.“

Dr. Alexander Gerber, Vorstand vom Bioverband Demeter, stellte schließlich auf der Pressekonferenz die neuesten Zahlen seines Verbandes vor. Danach ist das Umsatzwachstum von Demeter seit Jahren zweistellig, zuletzt 16 %. Das sei doppelt soviel wie das Wachstum des Fachhandels selbst.
 


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