Österreichs Landwirte fordern auch Eiprodukte zu kennzeichnen

In Österreich fordern Landwirte gemeinsam mit Tierschützern die Kennzeichnung von Eiern auf verarbeitete Eiprodukte auszudehnen. Der Fipronil-Skandal zeige einen akuten Handlungsbedarf auf. Die Forderung gibt es in regelmäßigen Abständen auch in Deutschland.

In Österreich fordern Landwirte gemeinsam mit Tierschützern die Kennzeichnung von Eiern auf verarbeitete Eiprodukte auszudehnen. Der Fipronil-Skandal zeige einen akuten Handlungsbedarf auf. Die Forderung gibt es in regelmäßigen Abständen auch in Deutschland.

Sowohl Landwirte als auch Tierschützer haben sich in Österreich in einem bislang beispiellosen Schulterschluss für die Kennzeichnung auch von verarbeiteten Eiern ausgesprochen. Die Landwirtschaftskammer Österreich, die Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) sowie der Freilandeier-Vermarkter „Die Eiermacher“ forderten vergangene Woche mit Blick auf den Fipronil-Skandal eine umfassende Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten.

„Unsere Forderung nach Herkunftskennzeichnung bei Fleisch und Eiern in der Gemeinschaftsverpflegung ist nicht nur ein drängender Wunsch der Konsumenten, sondern schützt auch die Ehrlichen vor den Schwindlern, weil sie den Gästen Klarheit bringt“, erklärte der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, Josef Plank. Er hob hervor, dass in Österreich strenge Normen die Tierhaltung regelten. Die öffentliche Hand, die diese Regeln beschlossen habe, müsse sich in ihren Einrichtungen auch an ihren eigenen Vorgaben orientieren und klar kennzeichnen, woher Fleisch und Eier stammten.

ZAG-Geschäftsführer Michael Wurzer machte deutlich, dass es den Verbrauchern kaum möglich sei, in Verarbeitungsprodukten und im Außerhausverzehr die Herkunft und die Haltungsform der Eier zu erkennen. Daher bedürfe es dringend auch in diesen Bereichen einer Herkunftskennzeichnung, wie es bereits beim österreichischen Frischei gelungen sei. Dem stimmte der Geschäftsführer von „Die Eiermacher“, Manfred Söllradl, zu: „Genauso wie jedes Frischei auf sehr einfache Weise bis zum landwirtschaftlichen Betrieb zurückverfolgt werden kann, sollte auch rasch eine Lösung für verarbeitete Eier in Lebensmitteln gefunden werden“.

Forderung in Deutschland auch bei Verbraucherschutzministern beliebt

In Deutschland haben die Verbraucherminister von Bund und Ländern zuletzt bei ihrer Frühjahrskonferenz eine Herkunftskennzeichnung für Eiprodukte gefordert. Die Haltungsbedingungen von Legehennen müssten zukünftig auch bei Lebensmitteln ersichtlich sein, in denen Eier verarbeitet wurden, beschlossen sie gemeinsam. Dadurch werde dem Verbraucher die Möglichkeit eröffnet, sich durch seine Kaufentscheidung bewusst für bessere Standards bei der Legehennenhaltung einzusetzen, hieß es zur Begründung weiter.

Die Erweiterung von Haltungs- und Herkunftskennzeichnungen sind seit Jahren Thema auf Agrar- und Verbraucherschutzkonferenzen. Kurz vor Ostern 2017 hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zu erkennen gegeben, dass er die Erweiterung der der Eierkennzeichnung auch auf verarbeitete Produkte für nicht durchsetzbar hält. Für eine gesetzliche Regelung auf EU-Ebene gebe es dafür derzeit keine Mehrheiten, hatte er gesagt. Grund sei, dass die Herkunft der Eier sich in verarbeiteten Produkten schwer rückverfolgen lasse. Die für Landwirtschaft verantwortliche stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Gitta Connemann, hingegen hatte dazu aufgerufen, die Haltungs- und Herkunftskennzeichnung auszuweiten.

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