Erste Bundestagsrede

Özdemir verspricht, dass mehr Geld bei der Landwirtschaft ankommt

Agrarminister Cem Özdemir stellt die Honorierung der Arbeit der Landwirtschaft in den Mittelpunkt seiner ersten Bundestagsrede. Noch 2022 will er eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung einführen.

Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat die Honorierung der Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte zum roten Faden seiner ersten Bundestagsrede gemacht. „Es ist nicht Ordnung und vor allem nicht alternativlos, wenn die Landwirtinnen und Landwirte von dem Euro, den der Kunde im Laden für das Schweinefleisch ausgibt, gerade mal 22 Cent bekommen“, sagte Özdemir.

Özdemir will "Asymmetrien zu Lasten der der Erzeuger" beenden

Es reiche nicht, dass Landwirte mehr Wertschätzung erhielten, sie müssten auch mehr Wertschöpfung bekommen, so Özdemir weiter. Er wolle sich die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Lebensmittelkette anschauen. „Wir wollen die Asymmetrien zu Lasten der der Erzeuger endlich beenden“, sagte Özdemir. Allein höhere Preise im Supermarkt seien nicht die Lösung, räumte Özdemir ein. Zudem verwies er darauf, dass seine Agrarpolitik keine Sozialpolitik ersetzen könne.

Tierhaltungskennzeichnung soll 2022 kommen

Erste konkrete Vorhaben kündigte Özdemir zur Tierhaltung an. Noch in diesem Jahr wolle er die Einführung einer transparenten und verbindlichen Tierhaltungskennzeichnung schaffen. Özdemir bekräftige erneut, dass die Ampel-Koalition die Landwirte beim Umbau der Nutztierhaltung unterstützen wolle. „Wenn es Tieren bessern geht, muss es auch der Bauer im Portemonnaie spüren“, sagte er. Die Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, der sogenannten Borchert-Kommission, bezeichnete Özdemir als...


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