top agrar plus Zukunft der Tierhaltung

Özdemir will mit Tierhaltungskennzeichnung trotz Widerständen ernst machen

Agrarminister Cem Özdemir versucht die Tierhaltungskennzeichnung jetzt mit Druck durchzubringen. Alle strittigen Themen von der Finanzierung bis zum Baurecht werden hinten angestellt.

Es gab wenige Überraschungen, als Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) am Dienstagmorgen seine Eckpunkte für die Einführung einer verpflichtenden staatlichen Tierhaltungskennzeichnung in Berlin öffentlich vorstellte. Das Konzept konzentriert sich ganz auf die bisher schon durchgesickerten fünf Haltungsformen vom gesetzlichen Mindeststandard über strukturierte Ställe, Außenklima, Freilufthaltung bis zu Bio.

Es bezieht sich zunächst nur auf Fleisch aus der Schweinmast. "Maßgeblich für die Kennzeichnung ist die Haltungsform der Tiere während des produktiven Lebensabschnittes, bei Fleisch die Mast", heißt es in den Eckpunkten. Weitere Tierarten wie Rinder, Milchvieh oder Geflügel sowie verarbeitete Produkte sollen erst später zur Haltungskennzeichnung hinzu kommen.

Die 5 Haltungsformen im Detail

  1. Haltungsform Stall: Die Haltung während der Mast erfolgt entsprechend der gesetzlichen Mindestanforderungen.
  2. Haltungsform Stall + Platz: Den Schweinen steht mindestens 20 % mehr Platz im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard zur Verfügung. Die Buchten sind durch verschiedene Maßnahmen strukturiert. Dies können z. B. Trennwände, unterschiedliche Ebenen, verschiedene Temperatur- oder Lichtbereiche sein.
  3. Haltungsform Frischluftstall: Den Schweinen wird innerhalb des Stalls ein dauerhafter Kontakt zum Außenklima ermöglicht. Dies wird erreicht, indem mindestens eine Seite des Stalls offen ist, so dass die Tiere Umwelteindrücke wie Sonne, Wind und Regen wahrnehmen können. Zudem steht ihnen mindestens 46 % mehr Platz im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard zur Verfügung.
  4. Haltungsform Auslauf/Freiland: Den Schweinen steht ganztägig, mindestens jedoch acht Stunden pro Tag, ein Auslauf zur Verfügung bzw. sie werden in diesem Zeitraum im Freien ohne festes Stallgebäude gehalten. Zudem steht ihnen mindestens 86 % mehr Platz im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard zur Verfügung.
  5. Haltungsform Bio: Die Lebensmittel wurden nach den Anforderungen der EU-Ökoverordnung (EU) 2018/848 erzeugt. Das bedeutet für die Tiere eine noch größere Auslauffläche und noch mehr Platz im...

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