Kommentar

Frust über Share Deals: Finanzinvestoren kaufen ungehindert Land weg

Allein von 2006 bis heute haben sich die Kaufpreise für Acker- und Grünland fast verdreifacht. Ein rechtlicher Rahmen, der 5 ha-Käufe regelt, aber 1.000 ha-Share Deals nicht erfasst, ist absurd!

Ein Kommentar von Matthias Schulze Steinmann, Chefredakteur der Fachzeitschrift top agrar.

Die Kräfte wirken im Verborgenen und sie schaffen bittere Fakten: Wer sich in Regionen, die im Fokus finanzstarker Investoren stehen, umschaut, der stößt auf Landwirte, die im Bieterstreit um Flächen schon lange das Handtuch geworfen haben. Er trifft auf Verwaltungsangestellte, denen die Hände gebunden sind. Und er erlebt Spekulanten, die sich bei Anfragen zugeknöpft ­geben und sich über Holdings und Tochtergesellschaften immer größere Marktanteile sichern.

Das genaue Ausmaß lässt sich nur ­erahnen. Denn eine amtliche Statistik, wem Deutschlands Boden gehört, gibt es nicht. Und die Share Deals mit denen große Flächenpakte über den Kauf von Unternehmensanteilen häufig den Besitzer wechseln, benötigen weder eine Genehmigung, noch sind sie im Grundbuch ablesbar.

Verheerend für die Landwirte: Die Rechnung der Investoren scheint aufzugehen. Schließlich kennen...


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