Ostendorff wirft Bauern systematische Gruppenbehandlung mit Antibiotika vor

Der Grünen-Politiker Friedrich Ostendorff hat den Bauern erneut vorgeworfen, bei der Tierhaltung ganze Gruppen vorsorglich mit Antibiotika zu behandeln – trotz Verbotes. Von Einzeltierbehandlung könne keine Rede sein, so der Landwirt, der damit dem Berufsstand beim Thema Antibiotika indirekt vorwirft zu lügen.

Der Grünen-Politiker Friedrich Ostendorff hat den Bauern erneut vorgeworfen, bei der Tierhaltung ganze Gruppen vorsorglich mit Antibiotika zu behandeln – trotz Verbotes. Von Einzeltierbehandlung könne keine Rede sein, so der Landwirt, der damit dem Berufsstand beim Thema Antibiotika indirekt vorwirft zu lügen.
 
Wie die Bauern mit Antibiotika umgehen, hält Ostendorff nach wie vor für besorgniserregend. Vor allem würden zunehmend Reserveantibiotika eingesetzt, die lebensgefährlichen Resistenzen Tür und Tor öffnen, so der Politiker.
 
Er bezieht sich dabei auf die aktuelle Auswertung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für das Jahr 2012. Das hatte eine leichte Zunahme bei diesen Medikamenten festgestellt. Gleichzeitig war aber die Gesamtmenge von Antibiotika – rund 1.619 t –  gegenüber dem Vorjahr um 87 t oder 5 % gesunken.
 
Der Grünen-Politiker hält diese Zahlen dagegen für alarmierend. „Der Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung hat weiter zugenommen. So ist die Menge der abgegebenen Fluorchinolone Tierhaltung im Vergleich zum Vorjahr um 25 % gestiegen“, kritisiert Osterndorff.
 
Am Montag schließlich präsentierte die Bundesregierung die überarbeitete Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART). Darin werden Maßnahmen beschrieben, die den Hauptursachen der Resistenzentwicklung von Bakterien gegenüber Antibiotika systematisch entgegenwirken sollen. Das geht dem Grünensprecher alles nicht weit genug. Er wirft der Regierung vor, bei der Bekämpfung des Antibiotikamissbrauchs in der Tierhaltung auf der Stelle zu treten. „Anstatt endlich die in der Humanmedizin dringend benötigten Reserveantibiotika aus der Tierhaltung zu verbannen, beschränkt sich die Bundesregierung einmal mehr auf wohlfeile Ankündigungen und verschenkt kostbare Zeit im Kampf gegen Resistenzentwicklungen“, so Ostendorff. (ad)

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