AbL

Pflanzenschutzmittel-Kartell: Ruf nach Schadenersatz

Die AbL lässt gerade anwaltlich prüfen, ob die vom Kartellamt ertappten Unternehmen wie BayWa, Agravis, Raiffeisen und Co Schadenersatz an die Bauern zahlen müssen.

Nach der Verhängung von Bußgeldern gegen die am Pflanzenschutz-Kartell beteiligten Unternehmen werden von landwirtschaftlicher Seite Rufe nach einem Schadensausgleich laut.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Mitteldeutschland forderte die Kunden dazu auf, gegenüber den Kartellmitgliedern Schadenersatz geltend zu machen. Wie der Verband mitteilte, befindet er sich im Gespräch mit einer Anwaltskanzlei, um die Landwirte dabei rechtlich zu unterstützen. „Diese Größen des genossenschaftlichen und gewerblichen Agrarhandels haben offenbar massenweise Bauern und Bäuerinnen geprellt, indem sie beim Verkauf von Pflanzenschutzmitteln den Preiswettbewerb weitgehend ausgeschaltet haben“, kritisierte AbL-Landesgeschäftsführer Reiko Wöllert.

Er wertete das Kartell als „weiteres Beispiel“ dafür, dass agrarindustrielle Konzerne eigene geschäftliche Interessen auch dann nach vorne stellten, wenn es zum Schaden von Landwirten sei.

AbL-Bundesgeschäftsführer Ulrich Jasper wies gegenüber der „taz“ darauf hin, dass große Genossenschaften wie normale Unternehmen agierten. Wenn Mitarbeiter und Genossen in einer Firma aufgrund deren Größe nicht mehr regelmäßig Kontakt hätten, verselbstständigten sich die einzelnen wirtschaftlichen Interessen.

Die Redaktion empfiehlt

Agravis und BayWa haben schon im Fall von Absprachen zu Pflanzenschutzmittel-Preisen ihre Strafen vom Bundeskartellamt akzeptiert. Das hier sind die anderen Händler des Kartells...

Agravis zahlt freiwillig ein hohes Bußgeld an das Kartellamt. Der Konzernchef erklärt, warum den Landwirten trotzdem kein Schaden entstanden sei.

Wie zuvor schon die BayWa zahlt auch Agravis eine Entschädigung an das Bundeskartellamt, um das Verfahren wegen Preisabsprachen bei Pflanzenschutzmitteln zu beenden.

Das Bundeskartellamt ermittelt seit einigen Jahren wegen möglicher wettbewerbswidriger Absprachen von dreizehn Anbietern von Pflanzenschutzmitteln. Die BayWa hat sich nun mit dem Amt geeinigt.


Diskussionen zum Artikel

von Wolfgang Rühmkorf

Aus einer anderen Perspektive betrachtet

Die erstellten Pflanzenschutzmittellisten sind Basis für Rabattverhandlungen gewesen. So gesehen waren sie Basis für Marktbildung. Wer sie jetzt grundlegend verteufelt muß sich auch Gedanken um eine Alternative in der Preisfindung machen!

von Gerd Mersmann

Sportliche Landwirte

Unser oberster Herr Holzenkamp meines Wissens aktiver Landwirt sollte seinen Leuten besser auf die Finger schauen

von Peter Guhl

Roachim Ruckwied

ist übrigens Aufsichtsrat bei BayWa. Nur für den Fall, dass noch nicht alle verstanden haben, wie "Interessensvertretung" beim DBV aussieht.

von Hermann Freese

Richtig Herr Toft: Das Geld muss erwirtschaftet werden und das geschiet aus den Bauern heraus. Sowohl Gewinne, Strafen als auch Entschädigungen. Es ist so oder so unsere Geld und wir sind so oder so die Leidtragenden

von Bernd Rücker

Von wem wird es genommen ? Vom Bauern !!!

Was macht der Handel nur ohne Bauern?

von Willy Toft

Warum wird die Strafe nicht gleich an die "Bauern" ausbezahlt?

Wir haben schließlich den Schlammassel, und im Endeffekt, bezahlen wir es sowieso, weil die Konzerne es sich irgendwie wiederholen müssen! Die Schweizer Konten werden vermutlich dafür bestimmt nicht geplündert!

von Ottmar Ilchmann

Interessenkonflikt

Und es zeigt deutlich, welche Verbände wirklich die Interessen der Landwirte vertreten. Warum wird der "Bauern"verband hier nicht aktiv? Jeder weiß die Antwort - er ist eben aufs Engste strukturell und personell mit denen verbandelt, die die Bauern über den Tisch gezogen haben.

von Hans Nagl

Danke

Das zeigt deutlich das wir alle Verbände brauchen.

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