Rabobank prognostiziert Rekord-Agrarpreise für 2013

Spätestens im ersten Quartal 2013 sollen die Preise für landwirtschaftliche Produkte ein neues Allzeithoch erreichen und sich auch in den kommenden zwölf bis 24 Monaten auf einem sehr hohen Niveau bewegen.

Spätestens im ersten Quartal 2013 sollen die Preise für landwirtschaftliche Produkte ein neues Allzeithoch erreichen und sich auch in den kommenden zwölf bis 24 Monaten auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Studie mit Bezug auf die zukünftige Entwicklung des Preisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus.

Als erstes Glied in der entsprechenden Ursache-Wirkungskette führen sie die ungünstigen Witterungsbedingungen in den USA, Südamerika und Russland, aber auch in Teilen Australiens an, wodurch die globale Getreide- und Ölsaatenbilanz im laufenden Jahr bei ohnehin schon angespannter Versorgungslage um mehr als insgesamt 165 Mio. t auf der Produktionsseite reduziert worden sein dürfte. Davon waren dem Finanzinstitut zufolge vor allem Agrarprodukte für Futtermittelzwecke wie Mais und Sojabohnen betroffen.

Nach Ansicht der Fachleute wird die anstehende Kursrallye über den Preismechanismus dazu beitragen, die noch relativ hohe Nachfrage dem geringeren Angebot anzupassen, und gleichzeitig Anreize für die Landwirte schaffen, ihren Anbau von Futterpflanzen in der kommenden Saison auszudehnen. Ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres rechnen die Niederländer zwar mit nachgebenden Kursen, aber mit einem immer noch überdurchschnittlichen Preisniveau.

Voraussetzung für die Prognosen der Rabobank ist, dass der Markt nicht durch eine weltweite Rezession oder etwa durch eine Abkehr der USA von ihrer derzeitigen Förderungspolitik für Biokraftstoffe nachfrageseitig entlastet wird.

Rinderbestände werden sinken

Wie die Rabobank weiter ausführt, werden die höheren Preise für Getreide und Ölsaaten mittelfristig voraussichtlich insbesondere die Gewinnmargen im Fleisch- und Milchsektor schmälern mit der Folge mehr oder weniger umfangreicher Bestandsabstockungen. Wegen dieser Angebotsverknappung dürften die Preise für Fleisch und Milch grundsätzlich längerfristig steigen. Allerdings seien je nach Dauer des jeweiligen Produktionszyklus in den Betriebszweigen unterschiedliche Auswirkungen zu erwarten: Der Rindfleischsektor könne am wenigsten flexibel auf steigende Inputpreise reagieren.

Weidebasierte Milcherzeugung im Vorteil

In Regionen, wo Soja und Mais wichtige Bestandteile in der Futterration für Milchkühe sind, müssen sich die Landwirte laut Rabobank auf teilweise schmerzhaft schrumpfende Gewinne gefasst machen. Dies gelte zum Beispiel für einige Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Argentinien und Australien. Dagegen müssten Milchbauern mit vorwiegend weidebasierten Haltungssystemen wie in Neuseeland und Irland nur mit geringfügigen Einbußen rechnen.

Unter dem Strich werde als Folge von Bestandsabstockungen und zurückhaltender Fütterung ein Rückgang der globalen Milcherzeugung erwartet. Wegen des dann abnehmenden Milchangebots dürften sich die Preise für Milchprodukte global zunächst weiter erholen. Bei einer gleichzeitig lebhaften Importnachfrage werde sich die Versorgungslage mit Milch bis Ende 2012 verengen. Zu Beginn des Jahres 2013 sei dann aber saisonal bedingt wieder von einem erheblichen Preisdruck auszugehen. Auf Verbraucherebene werde die Inflation bei Milchprodukten aktuell erneut angefacht nach relativ niedrigen Preisen in der ersten Hälfte von 2012; es sei ein im historischen Vergleich sehr hohes Preisniveau wahrscheinlich.

Strukturwandel in der Schweinemast geht weiter

Für Schweinefleischerzeuger sagen die Utrechter Experten Verluste durch höhere Futtermittelpreise voraus. In weniger reifen Märkten und dort, wo die Kostenstrukturen der Erzeugung unterschiedlich seien, würden weniger effiziente und meist kleinere Erzeuger von der Bildfläche verschwinden. Für den europäischen Schweinesektor dürfte sich somit der von strengeren Umwelt- und Haltungsauflagen angetriebene Strukturwandel weiter verschärfen. (AgE)


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