Corona-Hotspot Mamming

Reisebeschränkungen für Menschen aus Kreis Dingolfing-Landau

Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming haben mehrere Bundesländer Reisebeschränkungen für Menschen aus dem Kreis erlassen. Bayern selbst hält das für überzogen.

Der Kreis Dingolfing-Landau entwickelt sich zunehmend zum bundesweit größte Corona-Hotspot. Auf einem Gemüsebetrieb in Mamming ist die Zahl der infizierten Mitarbeiter auf 191 gestiegen. Damit liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage im Kreis fast viermal so hoch wie der Grenzwert 50, meldet der Bayerische Rundfunk. Dennoch soll es vorerst keinen Lockdown für die Bürger sowie Reisebeschränkungen innerhalb Bayerns geben.

Mehrere Bundesländer haben aber eine Quarantänepflicht oder ein Beherbergungsverbot für Menschen dem Kreis Dingolfing-Landau erlassen. So ist etwa Urlaub an der schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseeküste für Menschen aus dem Kreis Dingolfing-Landau derzeit nur dann möglich, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen, der zum Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 48 Stunden ist. Denn das Kieler Gesundheitsministerium stufte den niederbayerischen Landkreis heute als bundesweit einziges "Risikogebiet im Inland" ein.

Und wer aus einem solchen Risikogebiet nach Schleswig-Holstein reist, muss - ohne einen negativen Test - für 14 Tage in Quarantäne und sich beim örtlichen Gesundheitsamt melden. Eine Quarantäne ist den Behörden zufolge dabei auch in einer Ferienwohnung oder einem Hotelzimmer "denkbar", sofern keine Gemeinschaftsräume betreten werden.

Ähnliche Regeln gelten laut BR auch in Rheinland-Pfalz sowie Mecklenburg-Vorpommern; in letzteres dürfen Bürger aus dem Landkreis aktuell gar nicht reisen. Auch hier kann nur ein ärztliches Zeugnis eine Einreise ermöglichen. Das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg sieht ebenfalls Ausnahmen vor - und zwar für Menschen, die einen negativen Corona-Test haben oder nachweisen können, dass das Infektionsgeschehen in ihrem Kreis lokal begrenzt ist und sie sich dort seit sieben Tagen nicht aufgehalten haben.

Ministerpräsident Markus Söder gerät indes immer mehr in die Kritik, da er bei Coronafällen in anderen Bundesländern zuletzt oft Ratschläge erteilte und am Montag ankündigte, Höfe in noch kürzeren Intervallen auf ihre Hygienekonzepte kontrollieren zu wollen. Die Bußgelder bei Verstößen verfünffacht Bayern von 5.000 € auf 25.000 €. Die Meinung der top agrar-Leser auf diese Nachricht war daraufhin sehr eindeutig.

Rukwied gegen flächendeckende Tests

DBV-Präsident Joachim Rukwied sagte unterdessen dem BR, dass er flächendeckende Corona-Tests in landwirtschaftlichen Betrieben für unnötig hält. Die Landwirtschaftsbetriebe seien ohnehin schon "ganz vorne dabei" wenn es um die Hygiene-Kontrollen gehe: "Ich halte es für nicht zielführend, sich jetzt auf die Landwirtschaft zu fokussieren. Wir haben z.B. im Baugewerbe, im Paketdienst Containerwohnungen. Da müsste es da schon eine Gleichbehandlung geben. Entscheidend ist, dass die Hygiene-Maßnahmen konsequent umgesetzt werden“, sagte er im Interview.

Größere Gemüsebaubetriebe ließen ihre Mitarbeiter ohnehin schon durchgängig testen. Eine Testpflicht sei aber nicht nötig: Die Arbeitsverhältnisse im Gemüseanbau seien nicht vergleichbar mit denen in der Fleischindustrie, so Rukwied.

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Diskussionen zum Artikel

von Karlheinz Gruber

Lieber einmal zu viel Vorsicht

als viel zu viele Infektionen. Die Leute werden diese Sperre überleben. Das ist nur ein Hochpeitschen aus den Medien. In zwei Wochen ist wieder alles vorbei. Lieber einmal gut geschützt als lange Krank und dem Betrieb als Arbeitskraft nicht mehr zur verfügung zu sein

von Rudolf Rößle

Söder

geh voran auf der bayrischen Lebensbahn.

von Wilhelm Grimm

und wir werden verweilen,

um dir NICHT nach zu eilen.

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