Rukwied offen für stärkere Umweltorientierung der Landwirtschaft

In dieser Woche ist Bauerntag in Leipzig. Bauernpräsident Rukwied äußert sich im Vorfeld offen für Umweltziele in der Agrarpolitik. Dafür müsse die Förderung aber steigen.

Gelassen reagiert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf die derzeitige Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland. Der Höhenflug der Grünen schrecke ihn nicht, sagt Rukwied im Interview mit Agra-Europe. Der DBV-Präsident zeigt sich offen für eine stärkere Berücksichtigung von Umweltzielen in der Agrarpolitik. Voraussetzung sei allerdings, dass Änderungen in diese Richtung mit einer erhöhten Förderung einhergingen.

„Zusätzliche Leistungen im Umwelt- und Naturschutz müssen sich für den Landwirt rechnen“, betont Rukwied. Zudem müsse klar sein, dass über diese Fragen sachlich diskutiert werde und nicht ideologisch. Der DBV-Präsident unterstreicht seine Bereitschaft zum Gespräch mit Umweltverbänden, kritisiert aber zugleich deren Neigung, sich auf Kosten des Bauernverbandes in der Öffentlichkeit zu profilieren.

Den Berufsstand sieht Rukwied gefordert, sich noch offensiver zu präsentieren und seine Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Man müsse mehr als in der Vergangenheit Landwirtschaft erklären und die bereits erreichten Fortschritte im Umwelt-, Klima- und Tierschutz publik machen. „Das alles ist schwierig, aber unverzichtbar“, so Rukwied.

Keine Sorgen macht er sich um einen schwindenden politischen Einfluss des Bauernverbandes. Die Erzeugung von Lebensmitteln und das Wirtschaften mit und in der Natur blieben auch künftig zentrale politische Themen, „unabhängig von der Zahl der Wählerstimmen, für die wir stehen“.

In der Klimadiskussion sieht Rukwied den Bauernverband mit seiner 2018 beschlossenen Klimastrategie 2.0 und den darin vereinbarten Emissionsreduktionszielen gut aufgestellt. Dies bedeute zugleich, dass die Landwirtschaft ihre Anstrengungen verstärken müsse. Dafür brauche man dringend die Klärung von Zielkonflikten, etwa zwischen mehr Tierwohl und Klimaschutz, und eine „politische Richtschnur, wie wir damit umgehen“.

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

An Selbstbeweihräucherung nicht zu überbieten

Es gibt so viele Kluge Sesselfurzer da kann einem von s.....werden. Den Fokus auf die Preise für unsere Produkte zu legen da sind die allesamt verblendet. Ein Hoch auf die Industriealisierte Landwirtschaft

von Ulf Henning

da war ein Fehler im System der den Kommentar ungewollt auf die Reise schickte

Nirgendwo auf der Welt werden sichere und bessere Lebensmittel produziert, nach europäischen Standards als bei uns in Deutschland. Wir werden als landwirtschaftliche Unternehmer Kastriert. Das was hier abläuft im Lande richtet sich ganz offensichtlich gegen das Eigentum. Ob der Verband zukünftig meine Beiträge zum Plakate kleben noch bekommt, lasse ich mal dahingestellt!

von Ulf Henning

Wie verblödet

ist unser Verband inzwischen, das die nicht begreifen das egal was wir anbieten nicht ausreichen wird. Die Ngo`s, die Medien und die Gesellschaft werden immer sagen, ja alles gut und schön, aber das reicht nicht. Nirgendwo auf der Welt wird bessere und sichere Lebensmittelproduktion betr

von Christian Kraus

Ich mach

Ich könnte schon das umsetzen was die Gesellschaft fordert. Ich räum den Stall leer damit ich ja nicht irgendein Tierwohl gefährde. Ich mach auf den Flächen gar nichts mehr damit die Bienen, Insekten und jedes Tier das darauf rumlaufen will sich nicht von mir gestört fühlt. Düngen und Spritzen bzw den Müll der Kühe auf den Flächen entsorgen und das Wasser vergiften brauch ich dann natürlich auch nicht mehr. Ach ja und das Klima ist auch gerettet. Billige Nahrungsmittel produziere ich dann nicht mehr aber die gibts ja eh beim Aldi. Dafür die entsprechende Förderung und alle sind zufrieden. Da brauchen wir dann keinen Bauernverband, keine verbilligten Darlehen, keine Molkerei, keinen Dünger, keinen Fendt, kein Bayer/Monsanto, keine aufgeblähte Bürokratie und alle sind Glücklich....... bis auf die, die auf unserem Rücken gute Geschäfte gemacht haben.

von Martin Schneiderbauer

Dialog hilft in der heutigen Zeit nicht mehr.Es muss etwas geschehen . Wir müssen auf die Straße und demonstrieren!!.

von Rainer Hoffmann

Auftrag ?

In wessen Auftrag handelt er überhaupt ?,von vielen Betrieben hat der Verband aus guten Grund schon keine Legitimation mehr . Wie immer nicht ein Wort zum Messstellennetz u das andere Dinge massgeblich am Zustand unserer Umwelt beteiligt sind ( marodes Kanalsystem ,Vehrkehr -Auto samt Reifenabrieb ,Flugverkehr Zunahme, nächtliche Strassenbeleuchtung ,usw.). Er sollte sich mal das Video von Martin Haab zu Gemüte führen, der hat es im Schweizer Bundestag auf den Punkt gebracht ,In Sachen Abhängigkeit von Lebensmitteln aus dem Ausland. Das wir Änderungen in unserem Berufstand erleben werden ergibt die Zeit u das wir se nicht verhindern sondern mit gestallten ist schon klar ,wenn aber der Alibi Verband seine Finger denn hat geht es nur zum Wohle der vor u nachgelagerten Bereiche, damit diese ihre Taschen füllen können .

von Alexander Audrit

Wir brauchen keine Förderung oder Subventionen...

...weg damit, genau wie mit diesen ganzen unwissenden die uns der Reihe nach in den Rücken fallen! Was wir brauchen sind vernünftige Erzeugerpreise und EU weit einheitliche Produktionsbedingungen sowie einen vernünftigen Schutz vor allen Agrarimporten die diese nicht erfüllen. Egal ob im bio oder konventionellen Bereich.

von Kirsten Wosnitza

Wer glaubt denn wirklich

Dass allein 8 Mrd Euro ausreichen um jährlich den Umbau der Tierhaltung, die Erreichung unserer Ziele im Umweltschutz Artenschutz und Klimaschutz umzusetzen und gleichzeitig viele andere Aspekte im ländlichen Raum zu fördern? Wunschdenken sollte durch Realitätsinn ersetzt werden. Und das heisst Abkehr vom System des immer mehr und immer billiger und seinen Dumping Preisen für hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse.

von Klaus Fiederling

In diesem Verband sind Sommersprossen mittlerweile die einzigen Gesichtspunkte

Es lebe hoch die Nahrungsmittelindustrie! - Bauernpräsident Rukwied bringt einen Toast aus, formuliert dabei recht skurill seine Definition von einem „freien Unternehmertum“ der deutschen/europäischen Bauern. Außer einer WUNDERSAMEN MEHRUNG der FÖRDERTÖPFE kommt ihm allerdings wenig Innovation für „seine“ Bauern in den Sinn, geschweige denn über die Lippen. Wir verlagern mithin die „Beerntung“ unserer Felder von den Sommermonaten auf einen administrativ willkürlich festgelegten Subventions-Auszahlungstermin, gerne zu einem viel späteren Zeitpunkt? Angepasste Produktpreise für unsere bäuerlichen Roherzeugnisse, vollkommene Fehlanzeige die dahingehend mehr als angepasst zeitgemäße verbandsseitige Forderung! // Wir sichern demnach künftig unsere Existenzen als Angestellte des Staates im Öffentlichen Dienst mittels unterbezahlter Landschaftspflegedienste? - Nun, da diese Katze endlich aus dem Sack ist, muss aber auch die Bauernverbandsstruktur auf dem Fuße folgend umgehend geändert und entsprechend sinnvoll adaptiert werden; nicht mehr die aktiven Bewirtschafter/heute Landschaftspfleger sollten Verbandsbeiträge entrichten, gefordert ist jetzt schlussendlich die Gesamtheit aller Grundeigentümer. Eigentum verpflichtet! - Mithin ist also die Zeit gekommen, letzteren die maßgebliche Mitverantwortung auch anzutragen. Die segensreich fließenden Verbandsbeiträge sollten direkt von deren Konten in die Geldschatullen des Verbandes fließen, pro Hektar hierfür ein staatlicherseits verpflichtender Mindestbeitrag erhoben werden. Somit bietet sich auch an, den Prämienleistungstransfer direkt auf das jeweilige Eigentümerkonto umzuleiten, wobei natürlich diese künftig auch entsprechend eigenverantwortlich den mannigfaltigen Auflagen und Verordnungen, lückenlos dokumentiert, nachzukommen haben. Einem Bauern als ausschließlichem Bediensteten des Staates steht eine solche „unternehmerische Freiheit“ schon längstens nicht mehr zu. - Chapeau, Herr Rukwied, kreativer geht noch immer, um das überdimensionierte Hamsterrädchen auf unseren Höfen weitaus effizienter unter schmerzhaftem Würgegriff in Dauerrotation zu versetzen. // ...Und wenn ich richtig verstanden habe, kommt mit nicht einem Wort zum Ausdruck, dass die Bauern vornehmlich von den Erträgen in ihren Ställen, auf ihren Äckern den eigenen Lebensunterhalt bestreiten können sollten. Rukwied akzeptiert damit das „fortschrittliche System“ zukunftsorientiert, zielführend ausbeuterischer Feudalherrschaft im 21. Jahrhunderts. // Erhebet alle frohlockend das Edelkristall und lasst uns zusammen einen Toast auszubringen auf die Nahrungsmittelindustrie, ...zum Leichenschmaus für die deutschen/europäischen Bauern vereinen wir uns selbstredend mit versteinerter Mine vielleicht besser zu einem späteren Zeitpunkt.

von Wilhelm Grimm

Öffentlichkeitsarbeit, um Landwirtschaft zu erklären, das kann der DBV nicht !

Da müssen Profis ran !!!!!

von Gerd Schuette

Was wir brauchen sind bessere Preise für unsere Produkte. Trotz immer weiter steigende Standards erhalten wir bisher nur Ramschpreise.

von Heinrich Esser

Stärkere Umweltorientierung?

Das hätte er schon früher haben können, aber das war für den DBV ja bisher ein rotes Tuch. Wie wäre es denn, wenn er sich für eine höhere Umschichtung stark machen würde? Dann kommt das Geld auch wirklich beim Landwirt an. Und der politische Einfluss der DBV wird schwinden, Schließlich will er in 20 Jahren ja 60% weniger Landwirte in Deutschland haben.

von Albert Maier

Richtig oder Falsch...

... ist Ruckwied egal, ihm gehts nur um Förderung.

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