Hessen

Schmal fordert mehr Fokus auf Ernährungs- und Versorgungssicherheit

Karsten Schmal ist nicht sehr optimistisch, dass die Landwirte die Ernteerträge in den kommenden Jahren auf dem bisherigen Niveau halten können. Der reduzierte Pflanzenschutzmitteleinsatz lässt grüßen

Trockenheit und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sind laut Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal die aktuell drängendsten Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht.

Beim jüngsten Erntepressegespräch auf dem Betrieb von Kartoffelbauer Helge Timm in Münzenberg / Ober-Hörgern betonte Schmal, dass sich vor allem die Tierhalter zunehmend um die Futterversorgung ihrer Tiere sorgen würden. Nach einem guten ersten Grünlandschnitt sei der zweite Schnitt sehr dürftig oder vereinzelt auch komplett ausgefallen. „Nicht nur beim Grünland gibt es Probleme durch die Trockenheit, auch der Mais leidet unter den hohen Temperaturen. Die aktuellen Hitzerekorde lassen eine weitere Verschärfung erwarten“, ergänzte Schmal.

Fokus auf Ernährungssicherung nötig

Laut Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes bleibe die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten im Sommer 2022 weiterhin gedrückt. Die Landwirte würden ihre aktuelle wirtschaftliche Lage gegenüber dem Frühjahr etwas schlechter einschätzen. Das Problem seien die durch den Ukraine-Krieg gestiegenen Kosten, sagte Karsten Schmal: „Explodierende Betriebsmittelpreise – insbesondere Stickstoffdünger, Energie, Diesel, Futtermittel, Logistik – machen das Wirtschaften schwer, auch wenn in einigen Bereichen die Erzeugerpreise angestiegen sind. Die gesamte Lebensmittelkette ist weiterhin mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert.“

Es sei nicht sehr optimistisch, dass die hessischen Landwirte die Ernteerträge in den kommenden Jahren auf dem bisherigen Niveau halten können. Die jüngsten Vorschläge der Europäischen Kommission zur pauschalen Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln hätten einen deutlichen Rückgang der Ernteerträge in ganz Europa zur Folge. Karsten Schmal forderte, dass die Ernährungs- und Versorgungssicherung auch in Brüssel eine größere Rolle spielen müsse.

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