Niederlande

Schouten: Agrarexport muss nicht oberste Priorität haben

In den Niederlanden sehen sich immer mehr Bauern gezwungen, große Mengen zu produzieren. Laut der Regierung ist es aber gar nicht wichtig, dass Holland eine vordere Exportposition hält

Nach Ansicht der niederländischen Landwirtschaftsministerin Carola Schouten muss Holland nicht unbedingt zweitgrößter Agrarexporteur der Welt bleiben. Wie die Ressortchefin erklärte, ist die Exportorientierung „ein Ergebnis der Art und Weise, wie wir unsere Landwirtschaft organisiert haben, aber nicht ein Ziel mit höchster Priorität“.

Laut Schouten sehen sich immer mehr Bauern gezwungen, große Mengen zu produzieren. Trotzdem erzielten die Landwirte damit kein hohes Einkommen. Die Erzeugung nach dem Prinzip der Kostenminimierung habe eine Grenze, gab die Ministerin zu bedenken. Sie begrüßte deshalb das kürzlich veröffentlichte Diskussionspapier der Koalitionspartei CDA zur künftigen Ausrichtung der Landwirtschaft - Schouten gehört der ebenfalls christdemokratischen ChristenUnie (CU) an.

Allerdings wurde das betreffende Dokument mit Blick auf die zukünftige Bedeutung der Agrarexporte auf Druck einflussreicher Parteimitglieder angepasst. Konkret soll es nun darum gehen, die Aspekte Nachhaltigkeit und Tierwohl sowie das Einkommen der Landwirte mit der Exportposition der niederländischen Agrarwirtschaft in Einklang zu bringen.

In der ursprünglichen Version des Dokuments waren der Nachhaltigkeit, dem Tierwohl und dem Einkommen der Landwirte eine höhere Priorität eingeräumt worden als dem „Ehrgeiz, der zweitgrößte Agrarexporteur der Welt zu bleiben“.

Zurückhaltend kommentierte Schouten den kürzlich von den niederländischen Landwirtschaftsverbänden vorgelegten „Stickstoffplan“. „Sie wollen fast 3 Mrd Euro, um die Emissionen zu senken. Als ich das hörte, musste ich lachen, denn mein Budget liegt bei nur rund 1 Mrd Euro“, so die Ministerin.

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Diskussionen zum Artikel

von Rudolf Rößle

Preise rauf

Produktion runter. Einziger Weg Einkommen und Umweltaspekte in Einklang zu bringen. Das kostet natürlich Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie.

von Hubert Dabbelt

Noch so eine Grinsministerin

Auch in den Niederlanden gilt, Wenn es an das bezahlen geht, weigert man sich den Tatsachen ins Auge zu sehen. Fakt ist: Europa lebt schon jetzt auf zu großem Fuss und selbst die Enteignung der kleinen Sparer reicht nicht, um die Maßlosigkeit der urbanen Eliten zu befriedigen.

von Gerd Uken

Sie hat es in ihrer Regierungszeit

Geschafft ein ganzes Land still zu legen weil der Stickstoffanpassungsplan in der jetzigen Form vom Rad van Staat im April einkassiert wurde. Es wird seit dem nichts mehr an Neubauten genehmigt.

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