Schwankungen der Weltmarktpreise lassen Agrarförderung steigen

In den weltweit führenden Agrarländern ist die staatliche Unterstützung für die Landwirtschaft 2012 wieder gewachsen. Damit kehrte sich ein seit Jahren anhaltender Abwärtstrend um. Das geht aus einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.

In den weltweit führenden Agrarländern ist die staatliche Unterstützung für die Landwirtschaft 2012 wieder gewachsen. Damit kehrte sich ein seit Jahren anhaltender Abwärtstrend um. Das geht aus einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.

In der Studie „Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2013” beschreibt und bewertet die OECD die agrarpolitischen Maßnahmen ihrer Mitgliedstaaten und einer Reihe weiterer Länder. Dabei errechnete die Organisation, dass der Anteil der öffentlichen Förderung am Bruttoeinkommen der landwirtschaftlichen Betriebe 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 17 % gestiegen ist. Vor zwei Jahren hatte sich die Erzeugerbeihilfenschätzung, das sogenannte „Producer Support Estimate“ (PSE), mit 15 % Einkommensanteil auf den niedrigsten jemals ermittelten Wert belaufen.

Der OECD-Agrarexperte Frank van Tongeren erläuterte, hinter den PSE-Veränderungen der letzten Jahre stünden weniger Politikänderungen, sondern die Schwankungen der Weltmarktpreise. Der jüngste Anstieg ändere nichts daran, dass die Förderung langfristig zurückgegangen sei. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre waren im Schnitt noch 37 % der landwirtschaftlichen Einkommen auf Politikmaßnahmen zurückzuführen.

Mehr als im EU-Haushalt

Auch für die EU registrierte die OECD eine leichte Erhöhung des PSE-Anteils am Einkommen, und zwar von 18 % auf 19 %. Laut den Berechnungen der Pariser Organisation wurden die europäischen Landwirte im vergangenen Jahr absolut mit 83,2 Mrd Euro unterstützt; das waren etwa 9 % mehr als 2011. Dazu beigetragen haben den OECD-Experten zufolge vor allem Entwicklungen im Bereich Vieh und Fleisch.

Der PSE-Wert übertrifft die im EU-Haushalt bereitgestellte Förderung bei weitem. Das kommt daher, weil darin auch der Beitrag eingerechnet ist, den Verbraucher über politikbedingte Preisaufschläge, beispielsweise durch Außenschutz, zum Einkommen der Bauern leisten. Im vergangenen Jahr registrierte die OECD insbesondere eine Verteuerung von Rindfleisch am Binnenmarkt, während die vergleichbaren Weltmarktpreise sanken; allein dieser Effekt schlägt sich im PSE der EU mit einem Plus von fast 7 Mrd Euro nieder.

Die Reform der EU-Agrarpolitik einschließlich des sogenannten Greening stellt nach Einschätzung der Experten keine grundlegende Abkehr von der aktuellen Förderstrategie dar. Welche Effekte sich tatsächlich ergeben, wird ihrer Ansicht nach ganz entscheidend von der Umsetzung der Vorgaben abhängen. (AgE)


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