Sengl hält Schutz des bayerischen Grundwassers für unzureichend

Die Grünen im bayerischen Landtag halten den Schutz des heimischen Grundwassers für „völlig unzureichend“. Konkret warf die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion, Gisela Sengl, der Landesregierung in München vor, der Landwirtschaft nicht ausreichend Auflagen zur Minderung der Nitratwerte im Grundwasser aufzuerlegen.

Die Grünen im bayerischen Landtag halten den Schutz des heimischen Grundwassers für „völlig unzureichend“. Konkret warf die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion, Gisela Sengl, der Landesregierung in München vor, der Landwirtschaft nicht ausreichend Auflagen zur Minderung der Nitratwerte im Grundwasser aufzuerlegen.

Im Wahljahr traue sich die CSU nicht an die Landwirte ran, obwohl zu viel Nitrat im Grundwasser sei, monierte Sengl. Zudem hätten die sogenannten „ergänzenden Maßnahmen“, die Bayern nun auf den Weg bringe, allesamt freiwilligen Charakter.

Die Grünen-Politikern warf der Landesregierung sogar Vertuschung vor. Zur Begründung führte sie an, dass die Zahl der Gebiete in Bayern, für die das Landesamt für Umwelt (LFU) hohe Nitratbelastungen im Grundwasser melde, inzwischen deutlich niedriger ausfalle als noch 2013. Dabei lägen die Nitratwerte noch immer über den erlaubten Schwellenwerten.

Das bayerische Umweltministerium hatte auf eine schriftliche Anfrage Sengls mitgeteilt, dass der Freistaat eine Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung erlassen werde. Diese werde für „rote Gebiete“, in denen der Grundwasserkörper eine bestimmte Nitratbelastung aufweise, zusätzliche Maßnahmen vorschreiben. Rot seien alle Gebiete, die laut Zustandsbeurteilung aus dem Jahr 2015 hinsichtlich Nitrat im „schlechten chemischen Zustand“ seien.

Die damalige Beurteilung „Zielerreichung bis 2021 unwahrscheinlich“ führe dagegen nicht zu einer Einstufung als rot, erläuterte das Ressort. Für diese Grundwasserkörper seien im Rahmen der Maßnahmenprogramme nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der Europäischen Union „ergänzende Maßnahmen“ vorgesehen. Diese würden in Verantwortung der Landwirtschaftsverwaltung geplant, umgesetzt und finanziert. Sie seien so konzipiert, dass eine Gefährdung der Zielerreichung ausgeschlossen werden könne.

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Diskussionen zum Artikel

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von Jörg Meyer

Muss eigentlich jede Verlautbarung veröffentlicht werden?

Ich verstehe nicht, warum topagrar, sich ständig zum Sprachrohr macht von denen, die am lautesten schreien. In Bayern ist Wahlkampf und den Grünen ist derzeit, so scheint es, jedes Mittel recht, um in der Ferienzeit in der Aufmerksamkeit nicht abzurutschen. Die Nitratwerte in unserem Grundwasser werden nicht schlimmer. Warum werden immer wieder diese unsachlichen Verlautbarungen wieder gegeben, die den Teufel an die Wand malen?

von Harald Finzel

https://www.bayerischerbauernverband.de/themen/landwirtschaft-umwelt/gute-wasserqualitaet-aber-schlechte-einstufung-2544

Es wäre übrigens auch nett, dass TopAgrar diese Meldung des BBV berücksichtigen könnte. (Der BBV bringt es ja mal wieder nicht auf die Reihe, diese Meldung in die Medien zu bringen...)

von Harald Finzel

Aktuelle Angebote in Gisela Sengls Bio-Hofladen im Chiemgau im Angebot:

Bio-Melonen aus Spanien, Italien oder Griechenland (zum Tagespreis) +++ Bio-Weichkäse "Coeur de Paille" aus Frankreich (2,79 € / 100 g) +++ Beutelsbacher Demeter Grapefruitsaft (EU oder Nicht-EU; 2,99 / 0,7 l) +++ Spanische Bio-Weine +++ u.v.m. +++ https://www.bioladen-chiemgau.de/angebote-echt-bio/ bzw. http://archive.is/0RUyK

von Bernd Croonenbroek

Immer gegen die Landwirte

Warum sagen die Grünen nicht mal" alle Autofahrer sind doof" nur bei der Landwirtschaft wird die Fre.... e auf gerissen um Wählerstimmen zu bekommen !!!

von Alfons Hümmer

Da will sich jemand in der politischen Sommerpause profilieren.

Wenn die Nitratwerte in Ordnung sein müssen, dann dort, wo Trinkwasser gepumpt wird und dieses für die Ernährung von Kranken und Kleinkindern genutzt wird. Alles andere ist in meinen Augen Blödsinn. Wichtiger ist es, darauf zu achten, dass die als Trinkwasser gewonnene Menge nicht geringer als in Vorjahren ausfällt. Gerade in Unterfranken, wo viele Betriebe mit Sonderkulturen heuer große Mengen Grundwasser fördern und (meist sinnlos) auf ihre Flächen per Großregner verteilen um die Versorgung von Deutschland mit Sonderkulturen zu sichern, ist der Grundwasserspiegel wieder deutlich gesunken. Es gibt Gemeinden in Unterfranken, die ihr Trinkwasser aus der Rhön oder aus Mittelfranken beziehen, damit die Bevölkerung problemlos mit Trinkwasser ausreichend versorgt werden kann. Leider benutzt auch in diesen Ortschaften und in diesem Jahr die Bevölkerung das Wasser zum Waschen des PKW´s oder zum Beregnen ihrer Rasenflächen (man muss ja nur den Wasserhahn aufdrehen und es gibt genügend Wasser).

von Stefan Lehr

Ferienzeit

Frau Sengl es ist Ferienzeit und diese sollten sie auch ausnutzen. In der derzeitigen Witterungssituation mit Nitratverlagerungen und so weiter zu kommen, wo die gesamte Landwirtschaft mehr den je existentiele Probleme loesen muss ist ein Zeugnis von nicht ausgelastet sein. Nutzen sie die Sommerpause und pausieren sie mit ihren Parteikollegen an irgend einem schoenen See.

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