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Serverprobleme bremsen Bauern bei neuen Investitionen aus

Bei Investitionskosten von 80.000-150.000 € für Düngeausbringtechnik oder Präzisionspflanzenschutzgeräte und gleichzeitig niedrigen Preisen für Agrarprodukte geht es nicht ohne eine Investitionshilfe.

Eine Blitzumfrage des Landesbauerverbandes Brandenburg hat ergeben, dass nicht einmal jeder 15. Betrieb bei dem Versuch der Antragstellung im Rahmen des Investitions- und Zukunftsprogramms Landwirtschaft Erfolg hatte. Dies lag an massiven Serverproblemen, wie aus den Fehlermeldungen an die Betriebe hervorging.

Der LBV Brandenburg setzt darauf, dass bei der Weiterführung des Programms, die für März angekündigt ist, ein besserer Zugang für Betriebe aus Brandenburg gewährleistet wird und nicht das Funktionieren eines Servers über den Erfolg des Antrags entscheidet. Eventuell ist ein anderes Verfahren zu wählen.

Das Programm soll die Betriebe bei der Bewältigung der Zukunftsaufgaben wie Klima-und Umweltschutz unterstützen, indem zum Beispiel Investitionszuschüsse für emissionsarme Düngetechnik oder Präzisionsgeräte für die Pflanzenschutzmittelausbringung gewährt werden.

„Der Run auf das Förderprogramm zeigt, wie stark die Bereitschaft der Landwirte ist, in Innovation sowie Umwelt und Klimaschutz zu investieren“, sagt Hauptgeschäftsführer Denny Tumlirsch. „Es zeigt aber auch deutlich, dass viele Betriebe dies aus eigener Kraft nicht leisten können und auf die Unterstützung angewiesen sind. Ähnliche Förderprogramme mit niedrigerer Förderung wurden zuvor wesentlich verhaltener in Anspruch genommen. Der Landesbauernverband appelliert auch an die Landesregierung, das Programm fortzuführen, falls die Bundesmittel nicht reichen sollten.“

Bei Investitionskosten von 80.000 – 150.000 € für Düngeausbringtechnik oder Präzisionspflanzenschutzgeräte und gleichzeitig niedrigen Preisen für Agrarprodukte ist eine Investitionshilfe notwendig. Schließlich müssen für eine Investition von 120.000 € zwischen 4.400 und 6.000 t Roggen oder bis zu 22.000 Schweine verkauft werden, um die Finanzierung zu stemmen.

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Kommentar von BBV-Generalsekretär Georg Wimmer zum Antragsstart

Verärgert zeigt sich auch Georg Wimmer, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, hier sein Kommentar.

Georg Wimmer

Georg Wimmer (Bildquelle: BBV)

"Für das Verfahren und die Förderbestimmungen ist das Bundeslandwirtschaftsministerium zuständig. Der Bauernverband wurde in der Konzeption dieses Programms in keinster Weise eingebunden.

Ich persönlich kann den Unmut und den Ärger der Betriebe gut verstehen. Beim ersten Antragszeitfenster für das vierjährige Förderprogramm lief am Montag technisch einfach alles schief, was schief laufen konnte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium muss jetzt die Konsequenzen daraus ziehen, die nächsten Antragsverfahren besser vorbereiten – und vor allem: die Probleme abstellen!

Jetzt gilt es das Beste daraus zu machen. Die Forderung des Bauernverbandes ist klar: Geld - vor allem für den Bereich Maschinen - muss vorgezogen werden. Ministerin Julia Klöckner hat diese Forderung schnell aufgegriffen und entsprechende Korrekturen angekündigt. Den Betrieben, die für den Bau der Güllegrube Baugenehmigungen benötigen, muss die notwendige Zeit gegeben werden, hier die entsprechenden Unterlagen vorbereiten zu können. Deshalb ist die Aufteilung in die Töpfe Maschinen, Wirtschaftsdüngerlager und Seperatoren nachvollziehbar.

Zum Schluss muss man trotz allem Unmut sehen, dass die Bäuerinnen und Bauern eine riesige Innovationsbereitschaft haben und dieses Programm Chancen bietet. Aber große Investitionen und Fördergelder können und dürfen nicht die einzige Lösung sein. Alle interessierten Betriebe müssen sich in Ruhe entscheiden können, ob immer die Neuanschaffung der alleinige Lösungsweg ist. Vielleicht ist am Ende auch die kleine Lösung ohne Förderung ein guter Weg."

Hinweis: Gastkommentare geben nicht in allen Bereichen die Meinung der Redaktion wieder. Wir veröffentlichen sie dann, wenn wir sie für einen interessanten Diskussionsbeitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft halten. Wie stehen Sie dazu? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar unten.

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Sachsen will Investitionen in der Landwirtschaft weiter fördern

Wolfram Günther

Wolfram Günther (Bildquelle: Pressebild)

Das Sächsische Landwirtschaftsministerium hat nach der Überzeichnung des Investitionsprogramms Landwirtschaft unterdessen beschlossen, weiterhin eine Förderung für Maschinen und Geräte zur umweltgerechten Ausbringung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln anzubieten. Die Richtlinie Landwirtschaft, Innovation und Wissenstransfer (FRL LIW/ 2014) soll auch dafür fortbestehen.

Landwirtschaftsminister Wolfram Günther: "Uns liegt daran, dass die sächsischen Landwirte bei Investitionen in modernste Technologien Unterstützung erhalten. Wir wollen, dass weniger synthetische Pflanzenschutzmittel verwendet werden und dass die Nitratbelastung von Böden und Gewässern sinkt, wo sie zu hoch ist. Um entsprechend umweltgerecht und zugleich wirtschaftlich arbeiten zu können, braucht es neue Technologien und Präzisionsverfahren. Der Bedarf ist da. Nicht zuletzt profitieren auch die Landwirtinnen und Landwirte in den Roten Gebieten davon, die jetzt gehalten sind, Düngemengen zu reduzieren."

Mit der fortgeführten Unterstützung durch das sächsische Landwirtschaftsministerium steht parallel zum Bundesprogramm weiterhin ein Förderangebot für Landwirte für den Fall zur Verfügung, dass die Bundesmittel den Bedarf nicht decken können.

Die Redaktion empfiehlt

Neue Förderanträge für das Investitionsprogramm Landwirtschaft sollen schon in sechs Wochen möglich sein. Die Kritik am Antragsverfahren zur „Bauernmilliarde" weist das BMEL von sich.

Viele Landwirte konnten ihre Förderanträge nicht einreichen, dennoch verbucht die Politik den Start des Programms als Erfolg. top agrar Redakteur Frederic Storkamp kommentiert.


Diskussionen zum Artikel

von Kurt Brauchle

Ohne Serverprobleme

wäre zehn Minuten nach Zwölf die Förderung überzeichnet gewesen. Mit oder ohne Serverprobleme,unterm Strich kommts auf das Gleiche raus.

von Franz Utz

Genau

so sehe ich das auch und einige werden auch noch zum ende oktober probleme bekommen die jetzt durchgekommen sind weil die Technik nicht lieferbar ist aus welchen Gründen auch immer die Pandemie lässt grüssen sag ich da nur.

von Hans Nagl

Ein Satz !!!

"Schließlich müssen für eine Investition von 120.000 € zwischen 4.400 und 6.000 t Roggen oder bis zu 22.000 Schweine verkauft werden, um die Finanzierung zu stemmen." Ein Armutszeugnis der Landwirtschaft.

von Hans Spießl

nicht Richtig

schließlich müssen in Größenordnungen Betriebsmittel eingespart werden um diese teure Technik zu bezahlen. Es stellt sich nur die Frage ab welcher Betriebsgröße - besser welcher Umfang wechselnder Verhältnisse innerhalb der Schläge diese ... mehr anzeigen

von Reinhard Matzat

"Es zeigt aber auch deutlich, dass viele Betriebe dies aus eigener Kraft nicht leisten können und auf die Unterstützung angewiesen sind"

Und am Ende wenn man es sich alles review passieren lässt, wir dan feststellen bzw. Das Gefühl haben das mal wieder mal die die es am wenigsten nötig haben vom Kuchen gespeist haben und Die die es am nötigsten gehabt hätten wieder in die Röhre schauen. Der Teufel schießt immer auf ... mehr anzeigen

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