Agrarwende statt Intensivierung

SPD kritisiert rückwärtsgewandte Agrarpolitik der Union

Ursachen für Hunger in der Welt sind aus Sicht der SPD nicht zu niedrige Agrarerträge, sondern Kriege, Klimawandel, Armut und Ungleichheit. Die Union nutze die Lage aus.

Die SPD wirft der Union vor, eine rückwärtsgewandte Agrarpolitik zu vertreten. Nach Auffassung der brandenburgischen Bundestagsabgeordneten Sylvia Lehmann würde die CDU/CSU die sich anbahnende weltweite Ernährungskrise benutzen, um dringend benötigte Transformationsprozesse im Agrar- und Ernährungssystem rückgängig machen zu wollen.

Ähnlich äußerte sich ihre Fraktionskollegin Dr. Franziska Kersten. „Bei der Debatte zur Welternährung geht es um mehr als nur den Anbau von Weizen oder um 4 % Stilllegungsflächen, die eine wichtige Funktion für mehr Resilienz und Biodiversität haben“, erklärte Lehmann.

Ursachen für Hunger in der Welt seien derzeit nicht zu niedrige Agrarerträge, sondern Kriege, Klimawandel, Armut und Ungleichheit. „Wir müssen Spekulationen auf Lebensmittelpreise durch Sanktionen und Transparenz entgegenwirken und einen höheren Selbstversorgungsgrad ärmerer Länder ermöglichen“, betonte die Parlamentarierin.

Für Kersten steht außer Frage, dass man im Agrarbereich schnelle Veränderungen auf der Nachfrageseite für Agrarrohstoffe brauche. Dazu zählen für die Abgeordnete aus Sachsen-Anhalt weniger Kraftstoffbeimischung, verbessertes Futtermanagement und eine bedarfsgerechte Produktion von Weizen mit unterschiedlichem Proteingehalt.

Demgegenüber helfe nicht weiter, jetzt alle Brachflächen umzubrechen. Diese Stilllegungsflächen seien meist nicht ertragreich, leisteten aber einen entscheidenden Beitrag zur Biodiversität. Nur mit ihnen könne man widerstandsfähige agrarische Ökosysteme schaffen, um trotz Klimawandel die Lebensmittelproduktion zu sichern. „Biodiversität kann man nicht beliebig an- oder abstellen“, so Kersten.

Material von Agra Europe


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