„Spekulanten kaufen nicht nur, sie verkaufen auch!“

„Auf lange Sicht können Spekulanten die Marktpreise für Getreide, Raps oder andere Agrargüter nicht verzerren.“ Das sagte Prof. Dr. Stefan Tangermann am vergangenen Freitag auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (GEWSOLA) in Stuttgart-Hohenheim.

„Auf lange Sicht können Spekulanten die Marktpreise für Getreide, Raps oder andere Agrargüter nicht verzerren.“ Das sagte Prof. Dr. Stefan Tangermann am vergangenen Freitag auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (GEWSOLA) in Stuttgart-Hohenheim.

Der langjährige Direktor für internationalen Handel und Landwirtschaft bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält die Diskussion über den Einfluss der Spekulanten auf die Märkte ohnehin für überzogen. „Spekulanten kaufen nicht nur und treiben damit den Preis nach oben. Sie wollen auch Gewinn machen und werden deshalb anschließend wieder verkaufen. Dann fällt der Preis“, machte er deutlich.

Kurzfristig seien aber erhebliche Preisausschläge nach oben aber nicht ausgeschlossen, betonte Markus Henn von World Economy, Ecology & Development (WEED) aus Berlin. Diese Preissteigerungen könnten Nahrungsmittelkrisen und Versorgungsengpässe auslösen. Das haben wir 2008 erlebt. Deshalb müssen wir die Spekulationen eindämmen“, forderte der Vertreter der Nichtregierungsorganisation aus Berlin.

Das dürfe man gerade nicht tun,meinte Sabine Miltner von der Deutschen Bank aus London. Ohne Spekulanten fehle den Börsen das Kapital und damit die Liquidität. „Gegen Maßnahmen, die die Märkte transparenter machen, haben wir aber nichts. Das nutzt allen“, so die Direktorin aus der Nachhaltigkeitsabteilung der Deutschen Bank. Preisschwankungen werde das aber auch nicht verhindern. Die seien immer noch von der Versorungsbilanz abhängig.

So sieht das auch Dr. Volker Petersen, Stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Raiffeisenverbandes. Er betonte, dass die Warenterminmärkte zur Risikoabsicherung für die Agrarwirtschaft immer wichtiger würden. „Das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen“, sagte er. Er warnte davor, die Börsen zu überregulieren. „Wir sollten – wie geplant – zunächst für mehr Markttransparenz sorgen. Und dann in Ruhe schauen, ob weitergehende Regulierungen, wie Positionslimits überhaupt notwendig sind.“ (lsp)

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