Berlin/Brüssel

Spiller und Grethe haben ein Problem mit den Direktzahlungen

Für Prof. Spiller helfen Direktzahlungen nur den Verpächtern. Und Prof. Grethe wirbt für eine Bindung an Umweltleistungen. Das BMEL kontert, dass die Gelder eine hohe Einkommenswirkung haben.

Seine grundsätzliche Kritik an den EU-Direktzahlungen hat der Göttinger Agrarökonom Prof. Achim Spiller bekräftigt. „Die Direktzahlungen sind in ihrer derzeitigen Form nicht zukunftsfähig“, sagte Spiller vergangene Woche. Er verwies auf die einheitliche Position der deutschen Agrarökonomen in dieser Frage.

Dem Wissenschaftler zufolge kommen die Direktzahlungen zu einem großen Teil nicht den aktiven Landwirten zugute, sondern den Bodeneigentümern und somit auch Nichtlandwirten. Dadurch wirkten sich die Zahlungen preissteigernd auf dem Bodenmarkt aus.

Grethe fordert stärkere Bindung der Agrarbeihilfen an Umweltleistungen

Prof. Harald Grethe (Bildquelle: Uni Hohenheim)

Der Agrarökonom Prof. Harald Grethe von der Humboldt-Universität (HU) forderte unterdessen bei einer Anhörung im EU-Landwirtschaftsausschuss in Brüssel, dass die Kommission die Beihilfen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stärker an Umweltleistungen knüpfen müsse.

Gerade die heutigen Direktzahlungen bezeichnete der Wissenschaftler als weitgehend bedingungslos und zudem in vielen Fällen als „Etikettenschwindel“, da sie zum einen nicht dem Umweltschutz nützten und zum anderen vielfach nicht ausreichend den tatsächlich bedürftigen Landwirten zugutekommen würden. Stattdessen profitierten zunehmend die Besitzer und nicht die Bewirtschafter des Landes, so der Agrarökonom.

Grethe geht davon aus, dass aufgrund der zunehmenden Knappheit der Nutzflächen zwischen 70 % und 80 % der Direktbeihilfen an die Landbesitzer weitergereicht würden. Dies sei ein klarer Nachteil für die Pächter - also die eigentlichen Bauern.

Anstelle einer Einkommensstützung für Landwirte pocht der Agrarwissenschaftler darauf, die Anreize für öffentliche Güter wie Umweltleistungen zu erhöhen. Für den Beginn der kommenden GAP-Periode spricht sich Grethe für einen säulenübergreifenden Anteil von 30 % aus, der schrittweise auf 50 % gegen Ende der Periode - also 2027 - erhöht werden sollte. Mittelfristig sollten die „bedingungslosen“ Direktzahlungen vollständig auslaufen.

BMEL hält an Zahlungen fest

Demgegenüber will das Bundeslandwirtschaftsministerium nach den Worten von Abteilungsleiter Dr. Rainer Gießübel an den Direktzahlungen grundsätzlich festhalten. Der Ministerialbeamte begründete das mit deren Einkommenswirkung, zeigte sich aber zugleich offen für eine stärkere Berücksichtigung von Umweltanforderungen in der Ersten Säule.

Unzufrieden zeigte sich Gießübel mit dem bisherigen Diskussionsstand in Brüssel. Deutschland fordere ambitioniertere Schritte für mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und werde die Diskussion während der deutschen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 vorantreiben und zu einem Ende führen.

Kritik

AbL-Vorstandsmitglied Phillip Brändle kritisierte eine ungerechte Verteilung der Direktzahlungen zwischen den Betrieben und sprach sich für eine Kappung und Degression aus. Zudem sollte die Auszahlung der Mittel an qualitative Kriterien gebunden werden, so dass beispielsweise eine weite Fruchtfolge oder ein geringerer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln honoriert werden könnten, erläuterte Brändle und erinnerte an das von der AbL dafür entwickelte Punktesystem.

Für Reinhild Benning von Germanwatch werden die bisher diskutierten Maßnahmen den Anforderungen an mehr Klima- und Tierschutz in der Landwirtschaft nicht gerecht, wie sie von 65 % der EU-Bürger erwartet würden. Dem Bundeslandwirtschaftsministerium warf Benning in diesem Zusammenhang Beliebigkeit vor, weil das Ressort in erster Linie auf freiwillige Maßnahmen setze. Dadurch müssten Rückschritte befürchtet werden.


Diskussionen zum Artikel

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von Klaus Jensen

Bitte alle diese Petition Unterzeichnen

https://www.youtube.com/watch?v=CPoEuZxMjnI

von Erwin Schmidbauer

@Zahn

Sie haben mir die Worte aus dem Mund genommen. Eigentlich müssten Agrarökonomen den Zusammenhang kennen, dass die Pachtpreise die Folge des möglichen Gewinnes aus der Produktion sind, und aus Angebot und Nachfrage. Egal ob der Gewinn aus Umweltleistungen, hoher Wertschöpfung der Produkte oder Direktzahlungen kommt. Aber vielleicht sind die heutigen Agrarökonomen in ihren Gedankengängen so abgehoben, das sie diese grundlegenden Zusammenhänge der Ökonomie (immerhin schon im 18. Jahrhundert erkannt) vergessen haben.

von Matthias Zahn

Angebot und Nachfrage

Meiner Meinung nach, sind die Pachtpreise ein Ausdruck von Angebot und Nachfrage. Ställe werden entsprechend groß gebaut, damit sie rentabel betrieben werden können. Dazu braucht es Fläche. Unabhängig davon, wie hoch die jährlichen Zahlungen sind! Die Nachfrage nach Fläche wird ja nicht geringer, nur weil die Zahlungen je Hektar sich verändern..... Im Gegenteil, je mehr Auflagen z.B. durch die Düngeverordnung kommen, desto wertvoller wird die Pachtfläche, Prämien hin oder her......

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Zahlung auf null braucht kein Mensch Preise regeln sich von selber

von Hans Spießl

Pachtpreise in einigen Regionen!!!

die Höhe der Pachten ist unabhängig von der Rendite und Ertragskraft. solange diese Sorte Bauern die 20% vom Kaufpreis für neue Maschinen und dann die Finanzierung irgendwie stemmen können? bleiben die Pachten teuer. Erst wenn diese Sorte Bauern kein Geld mehr hat, die Pachten nicht mehr bezahlen kann, sich das Pachten nicht mehr leisten kann, gehen die Pachtpreise herunter.......... mit Vernunft hat das nix zu tun......

von Hans Spießl

Subventionen

nur personenbezogene Zahlungen sind die absolut einzige Möglichkeit den Bauern zu helfen. Das derzeitige System ist überholt und die 2. Säule ist absolut überflüssig, Subventionen für Leistungen die keine Leistungen sind. oder ist das Liegenlassen von Land eine Leistung? Personenbezogene Zahlungen in Höhe der Sozialversicherungsbeiträge unabhängig von der Betriebsgröße wär der einzig gangbare Weg. oder die Bauern gleich in Hartz4, alles weitere ist zu teuer. Wenn die Masse der deutschen das derzeitige System einmal begriffen haben wie da Steuergelder verschwendet werden und die Politik dies aufgreift ist es sowieso vorbei mit Subventionen.

von Wilhelm Grimm

Wenn die Erlöse aus Pachtzahlungen niedrig sind,

verpachten die auslaufenden Betriebe kaum noch oder garnicht, betreiben Landwirtschaft auf Sparflamme und nehmen lieber Staatsknete für Extensivierung und sonstige Pseudo-Umweltspielereien. Damit kann der Staat natürlich den Strukturwandel ausbremsen, aber auf Kosten der wachstumswilligen Betriebe. Grethe und Spiller denken vielleicht intellektuell,aber von der rauhen Praxis haben sie keine Ahnung.

von Albert Maier

Durch den Strukturwandel....

.... wird der Anteil der Pachtflächen immer höher und damit eben auch die abfliessende Pacht, die natürlich teilweise von Direktzahlungen mitfinanziert werden. Gerade die Agrarökonomen haben jedoch den Strukturwandel stets befürwortet und sogar befeuert, jetzt zu palavern, dass Direktzahlungen zu den Verpächtern fliessen ist in hohem Maße scheinheilig.

von Wolfgang Schuchard

In einem Punkt gebe ich den Wissenschaftlern recht

Die Direktzahlungen werden zu einem großen Teil an die Verpächter durchgereicht. Die Vermutung, dass eine Kürzung der Zahlungen zu Pachtpreissenkungen führen würde, kann ich allerdings nicht bestätigen. Selbst ein Feld, das bisher mit Zuckerrübenkontigenten gepachtet worden war, die ja mittlerweile fast eher eine Belastung als einen Nutzen darstellen, ist es den Verpächtern nicht zu vermitteln, dass eine Pachtpreissenkung erforderlich wäre. Solange andere Pächter mehr bezahlen, bleibt man da lieber still und ist froh, wenn man die Pachtflächen für die selbe Summe wieder bekommt. Abgesehen davon frage ich mich, wie manche Verpächter, die ihr Lebtag "nur" Landwirt waren, mit der Pacht ihrer paar Hektar und dem geringen Altersgeld auskommen. Hier hat unsere Agrar- und Agrarsozialpolitik völlig versagt. Eine andere Rechnung ist es dann bei deren Erben, die ohnehin ein einträgliches außerlandwirtschaftliches Einkommen / Altersversorgung haben. Aber gerade das sind diejenigen, die am ehesten auf eine Erhöhung der Pachten drängen.

von Sven Fischer

Komplette Abschaffung der "Agrarsubventionen" ....

...nun denn, genau so sollte und kann es werden. 'Landwirte' bzw. 'landwirtschaftliche Investoren' bezeichnen sich ja gerne als Unternehmer, nur hat dies derzeit einen sehr großen Haken, denn würde man die Agrarsubventionen komplett streichen so wär das obige Klientel sofort auf den 'Barikaden'! Was nun, möchte man nun Unternehmer sein und die Preise seiner Produkte beeinflussen können oder hat man sich in den letzten 30 Jahren an die "landwirtschaftliche Sozialhilfe" ("Quersubvention für Investoren und Industrie" & Abschaffung von Agrarsubventionen) so gewöhnt, dass man darauf gar nicht mehr verzichten möchte bzw. will! Agrarsubventionen komplett abschaffen (auch für die Industrie) und nur noch Betriebe fördern die eine gesellschaftliche sowie umweltfreunliche Leistung erbringen, allerdings auch nur bis zu einer Obergrenze von max. 100ha pro Betrieb bzw. Unternehmensverbund. Dann müsste auch niemand bis Berlin, Hamburg oder sonst wo hin fahren zum demonstrieren, denn jeder könnte selbst entscheiden ob er eine gesellschaftliche bzw. umweltfreundliche Leistung für die Gesellschaft erbringen möchte oder nicht!!

von Andreas Gerner

Quadratur des Kreises unmöglich

Zunächst mal: Ein fest angestellter Wissenschaftler oder Berufsökonom kann da leicht reden. Er muss ja nichts erwirtschaften. Tatsächlich sind sich die Mehrzahl der Landwirte ja einig, dass es am besten wäre, wenn es ohne die Zahlungen ginge, aber es geht nunmal nicht. Das Produkt kann im Handel(außer Nischen) nie so teuer sein, dass wir davon leben und konkurrieren könnten. Zukunftsfähig wären die Zahlungen ein Stück weit mehr, wenn folgendes AUCH VON DER POLITIK UND DEN MEDIEN klargemacht würde: Die Agrarsubventionen sind beileibe kein Geschenk an die Landwirte, sondern nur der teilweise Ausgleich für enorm hohe Deutsche Standards und Mehrkosten, die sich leider dank offener Märkte in den Produktpreisen nicht widerspiegeln: Steuern, Arbeitsschutz, Sozialgesetze (Mindest-/Tariflohn, Mutterschutz, keine Kinderarbeit...), Bürokratie, nur absolut unbedenkliche Pflanzenschutzmittel und Zuchtmethoden, strenge Regeln bei Düngung, Gewässerschutz, Bodenschutz, Naturschutz, Tierschutz, Verbraucherschutz, Dokumentationspflicht, Anbaudiversifizierung, Grünlanderhalt, Nachhaltigkeit....... Irgendwie MUSS uns das doch weiterhin (bzw. viel besser) vergütet werden. Weiß denn einer wie sonst? Also ohne die unrealisierbare völlige Marktabschottung? -------------------Baustein 1 wäre die verpflichtetnde Herkunftskennzeichnung (ohne Schlupflöcher a la "Hergestellt in Deutschland", was sich nur auf das Verpacken der Ware bezieht), GVO Kennzeichnung usw. Und das überall und AUCH auf verarbeitete Produkte (Tiefkühlkost, Saft, Restaurant, Kantine, Baumwolle, Biokraftstoff....) Dann hätte der Verbraucher wenigstens eine Chance uns mit seiner Kaufentscheidung ein bisschen zu helfen.-----------------------------Baustein 2: die Marktmacht der Verarbeitung und des Handels brechen: Von 40ct pro Brötchen muss 1ct für den Weizen reichen. In 1,50€ pro l Bier stecken 0,03 € Braugerste. Die Milch im Milchtank ist fast schon genau die gleiche Milch, die über die Kasse gezogen wird. Der allermeiste Aufwand, Kosten und Arbeit steckt da schon drin. Warum kostet´s dann an der Kasse rund das doppelte? ES MUSS ENDLICH WIEDER MEHR BEIM BAUERN ANKOMMEN!!!!----------------------Baustein 3: Importverbot oder heftige Zölle für Palmöl, Brandrodungssoja, Antibiotikaputen aus Chile und vergleichbares.---------------------------Baustein 4: Transporte verteuern mit Maut, Schwerölsteuer, Kerosinsteuer(Fun Fact: Was ist Deutschlands mit Abstand größter Anlandehafen für "Frischfisch" also nicht den Tiefgekühlten?... Hamburg, Bremerhaven??? Weit gefehlt --- FRANKFURT AM MAIN!!!)...-------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Der Aspekt, dass die Flächenprämie an den Eigentümer durchgereicht wird (bzw. würde, wenn man vor der Entscheidung steht, eigene Flächen weiter zu bewirtschaften oder zu verpachten) ist völlig richtig. Löst sich aber durch den Wegfall der Zahlung auch nicht. Die Fläche bleibt knapp und der Eigentümer sitzt am längeren Habel. --------------------- Einflussmöglichkeit 1: Außerlandwirtschaftliche Flächenkäufe endlich stoppen. -------------- 2: keine Prämien an Nichtlandwirte(Flughafen, Bundesländer, NGOs) --------------------3. evtl Steuern auf Pachteinnahmen so kommt der Bauer besser an Kaufflächen--------------------------4. Prämienkappung/Stufenweise Abschmelzung. Der beste und nachvollziehbare Kompromiss wäre, nur bis zur jeweiligen Wachstumsschwelle (derzeit wohl rund 100 ha) volle Prämien zu zahlen. Dann bis doppelter Fläche (200 ha) 75%, bis vierfache Fläche (400 ha) 50% und darüber vielleicht sogar gar nichts??? Das bisherige Modell ohne echte Kappung kann die mächtigen Großbetriebe (hier vor allem Osteuropa bedenken) nicht verhindern und der Bonus für die "Ersten Hektare" fördert vor allem den Nebenerwerb, wo oft nicht die nötige Ausbildung vorhanden ist und keine Beteiligung zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft stattfindet.

von Rudolf Rößle

2 Säule

Wer sagt, dass dieses Geld nicht auch durchgereicht wird. Das größere Problem sind doch die preistreibenden Landwirte, die Gemarkungsübergreifend viel zu hohe Neuverpachtungsverträge abschließen. Zum Teil wir das doppelte der Dorfpacht angeboten.

von Marion Wölfer

meine natürlich

größere Betriebe sind ca. 240 Hektar groß

von Marion Wölfer

Ergänzung zu Spezialisierter Getreide-, Ölsaaten- und Eiweißpflanzenbaubetrieben

mittlere Betriebsgröße (knapp 100 ha): Gewinn der letzten 5 Wirtschaftsjahre = 27.000 EUR; Personalaufwand 5.700 EUR; Pachtaufwand ca. 17.000 (ca. 260 EUR/ha); Zulagen und Zuschüsse ca. 34.500 EUR; größere Betriebsgröße (ca. 100 ha): Gewinn der letzten 5 Wirtschaftsjahre ca. 70.000 EUR; Personalaufwand knapp 21.000 EUR; Pachtaufwand ca. 47.000 (ca. 262 EUR/ha); Zulagen und Zuschüsse ca. 83.000 EUR. Ohne Direktzahlungen, wie soll das funktionieren?

von Marion Wölfer

@Josef Doll

Meine Datenquelle bzgl. Spezialisierter Getreide-, Ölsaaten- und Eiweißpflanzenbaubetrieb besagt folgendes: von ca. 1.900 Betriebe bundesweit; sind knapp 100 Hektar groß; Gewinn der letzten 5 Wirtschaftsjahre = 27.000 EUR; Ertrag Getreide/ha der letzten 5 Wirtschaftsjahre = 1.200 EUR daneben größere Betriebe Spezialisierter Getreide-, Ölsaaten- und Eiweißpflanzenbaubetrieb: von ca. 400 Betrieben; ca. 240 Hektar groß; Gewinn der letzten 5 Wirtschaftsjahre ca. 70.000 EUR; Ertrag Getreide/ha der letzten 5 Wirtschaftsjahre = 1.210 EUR

von Josef Doll

Das Fazit der Komentare

ERST wenn kein Pacht mehr bezahlt werden kann sind WIR zufrieden ? Nun Wer kann somit sich die Pachtpreise überhaupt leisten ? Entweder er hat überdurchschnittliche Leistung . Eine Leistung unter 10.000 Liter je Kuh kann der "ohne" ohne Direktzahlung nicht mehr wirtschaftlich Überleben ,auch bei niedrigen Pachtzahlung ? Ist das von der ABL oder den "besseren" so gewollt? Die Landwirtschaft im Gebirge ist da schon fast nicht mehr vorstellbar !!

von Bernd Müller

Genau Herr Esser,

Professor Spiller hat hier vollkommen recht. Die Direktzahlungen werden nur an den Landeigentümer durchgereicht, der ist zwar auch oft aktiver Landwirt, der Anteil der Pachtflächen wird aber immer größer. Subventionen quasi ohne Zweckbindung haben langfristig keinen Effekt. Sie können nur als Anschub- oder Umstellungshilfe fungieren. Langfristig muss es aber der Markt regeln. Das ist im anderen Wirtschaftszweigen auch nicht anders. Siehe Bergbau, Schiffsbau oder den Arbeitsmarkt. Sämtliche Eingriffe haben dort auch nichts genützt.

von Berthold Lauer

Utopie

Erstens: Wie will man verhindern, dass auch weiterhin ein Teil oder auch die kompletten Beihilfen an die Eiogentümer weitergereicht werden, egal ob sie aus der ersten oder der zweiten Säule kommen? Das war doch auch bisher letztendlich die Entscheidung des Betriebsleiters, ob freiwillig oder mit Druck! Zweitens: Einen Automatismus "keine oder anders gestaltete Direktzahlungen führen zu höheren Preisen" halte ich für Utopie! Und zwar nicht nur, wie unten aufgeführt, im Exportbereich, sondern auch und gerade im Inlandsmarkt. Grade haben die Tafeln ihr Klagelied angestimmt, und der relativ kleine, weitgehend gesteuerte Biomarkt lässt die Preis auch nicht in den Himmel wachsen Auch mir wäre eine Landwirtschaft ohne Ausgleichszahlungen lieber, aber keiner sollte sich dem Irrglauben hingeben, dass damit alle Probleme vom Tisch wären.

von Heinrich Esser

@Doll

Das ist ja genau das Problem. Man hat die Betriebe über Jahre hinweg abhängig von den Zahlungen gemacht, so dass viele nicht wissen, wie es ohne gehen soll. Trotzdem haben hunderttausende Betriebe seit ihrer Einführung dicht gemacht. Haben die Flächenprämien also etwas gebracht? Wohl eher nicht. Wenn sich Kulturen ohne Prämie nicht lohnen, verschiebt sich die Produktion halt in eine andere Richtung. Es müssen Alternativen angebaut werden und nicht mehr nur Getreide, Raps und Rüben, die nur auf dem Weltmarkt gehandelt werden. Oder würden Sie für einen DB von 200 €/ha weiter Weizen anbauen? Ebenso werden sich mittelfristig die Pachtpreise erholen.

von Josef Doll

Zu Abschaffen von Bern Müller

Für mich kann es da nur ein Daumen nach unter geben. Denn ich muß mir mit eigendlich schon zustehendem Geld, zuerst die Maschinen , um mir dann eine bessere Ausutzung der Nährstoffe sicher zu stellen !!! Da ja durch die Düngeverordnungen meine 90 dt Gedreideertrag fast nicht mehr erreichbar sind kann sich der Ertrag in schlechten Jahren meist noch schlechter ausfallen !!! Und das mit dem Geld das mir zusteht .Zumindest wenn man die Geschichte bei der "Einführung " bedenkt die alleine wegen dem Bruch von der Intervention zum Weltmarktspreis vor 20 Jahren ausgeht :

von Heinrich Esser

Das Problem mit den Direktzahlungen ist,

dass sich der Bauernverband stark, fast ausschließlich, für den Erhalt dieser einsetzt, auch wenn die Einkommenswirkung dieser bereits mehrfach widerlegt wurde. Ohne Direktzahlungen bräuchten wir höhere Preise, das würde den Export vermutlich schwächen, was dem DBV aus irgendeinem Grund nicht gefällt. Immer mehr Interessenverbände in Berlin sind für den Ausstieg, dennoch blockieren Rukwied und Co. die Umsetzung. Meiner Meinung nach sollte die erste Säule abgeschafft werden und stattdessen bestimmte Investitionen gefördert werden. Wenn mehr Naturschutz verlangt wird, sollte dieser auch mit öffentlichen Gelder bezahlt werden, das klappt in NRW schon ganz gut.

von Josef Doll

Zu nehmen wir mal

Eine Tabelle lässt sich beim Top-agrar Komentar nicht darstellen deshalb sehr unübersichtlich !! Nachtrag: >>>Wer einen höheren Umsatz errechnen kann ------ nur zu .......<<<< Mir kommt es jetzt darauf an : Das bei "nur" Getreideerzeugung ohne Direktzahlung bei Durchschnittserträgen nur eine rote NULL steht "!!!!

von Bernd Müller

Abschaffen!

Und das Geld für die zweite Säule nutzen in Form von Förderung neuer Technik zur besseren Ausnutzung organischer Düngung, Infrastruktur im ländlichen Raum usw. Auch der Biolandbau darf keine Förderung mehr bekommen, da Ressourcenverschwendung!

von Johann Schneider

Förderungen für Landwirte

Müssten so gestaltet werden,dass sie diese nicht immer gleich freiwillig an andere(Verpächter,Fendt,Baywa...)weitergeben können und gleichzeitig die Produktion senken.Z.B Zuschüsse zur Altersversorgung oder 6wöchigen Erholungsurlaub für die Bäuerin.

von Josef Doll

Nehmen wir mal

einen normalen Ertrag von relativ 90 dt Ertrag . 90 X 15 € = 1350 € Plus 250 = 1550 15 € durchschnitt in der Ernte Lagerung verursacht auch Kosten manchmal Minus Saatgut 150 Düngung 180N /70 P/60 K/ 100 CaO N /120 P/50 K/30 CAO/45 = - 250 Maschinen Kosten Inkusiv Diesel 120 L = -450 Pflanzenschutz 200 Versicherungen Haftpflicht / Berufsgeno... / Rechtschutz / Hagelver / ..... = 100 Saat/ -150 Dü/-250 /Mas+ Die/-450 Pfl/-200 Vers/-100 = _1100 Jetzt noch 150 € Pacht sind Gesamtkosten von 1350 € Das würde heißen das bei 100 ha Betriebsgröße inklusive Direktzahlung nur ein Gewinn von 20.000 € übrig bleiben. Oder alle Pachtzahlungen Über den 150 € Ouersubventionen innerhalb des Betriebes sind . Ob diese sich noch in Zukunft finanzieren lassen ??? Oder ist das ein erneuter Versuch die Dirktzahlungen in die " Zusatzleistungen "zu verschieben ohne dafür auch nur einen € mehr locker machen zu müssen ???? Das heißt minus um vielleicht noch Plus zu machen ??? Allerdings bei Schlaggrößen von 10 Ha + können günstigere Kosten entstehen !!

von John Nissen

Entkopplung war falsch

Der Fehler war, dass die Prämien entkoppelt wurden. Früher wurde der höhere Aufwand bestimmter Betriebsformen, wie Milchwirtschaft, dadurch ausgeglichen. Und reiner Ackerbau erhielt zu wenig Geld, um die Pachten dadurch anzutreiben. Die Wirtschaftlichkeit des Grünlands war mit der Prämie auch konkurrenzfähig. Welche Betriebe geben denn heute auf? Rinder und Sauen. Viel Arbeit, wenig Land, schwere Arbeit, hohe Auflagen, hohe Kosten. Die Konsequenzen betreffen aber auch die Ackerbauern, weil Absätze für Futtergetreide fehlen. Die GAP der EU hat seit 2000 den Bauern mehr geschadet als genützt, außer in den neuen Ostländern, dort stecken sich Investoren die Taschen mit EU-Geldern voll.

von Eike Bruns

Abschaffen,

sofort und die damit verbundenen Auflagen auch, hilft uns Bauern!

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