BMEL Berater

Spiller tritt Nachfolge von Grethe beim wissenschaftlichen Beirat an

Der Göttinger Agrarökonom Achim Spiller ist neuer Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Er löst den Berliner Agrarökonom Harald Grethe ab

Neuer Vorsitzender vom Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) ist der Göttinger Hochschullehrer Prof. Achim Spiller. Der Professor für „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität hat mit Beginn des neuen Jahres die Nachfolge von Prof. Harald Grethe angetreten.

Spiller ist bereits seit sechs Jahren Mitglied im Beirat und hat auch das jüngste Gutachten zur nachhaltigen Ernährung mit geprägt. Zudem gehört Spiller zu den wissenschaftlichen Taktgebern für eine Nutztierstrategie und hat viel zum Thema Lebensmittel- und Tierwohlkennzeichnung publiziert. Spiller ist seit 2000 Professor am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Konsumentenverhalten, Nachhaltigkeitsmanagement, Animal Welfare und Qualitätssicherung im Agribusiness. Außerdem ist Spiller Mitglied in der vom Bundeskabinett eingerichteten Zukunftskommission Landwirtschaft.

Der Berliner Agrarökonom Grethe stand seit 2015 an der Spitze des agrarpolitischen BMEL Beratungsgremiums. Er ist auf eigenen Wunsch aus dem Beirat ausgeschieden. In den vergangenen Jahren war Grethe maßgeblich an den Gutachten etwa zur Zukunft der Nutztierhaltung, der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und zur nachhaltigeren Ernährung beteiligt.

Stellvertretende Vorsitzende des 18-köpfigen Beratungsgremiums des BMEL sind die Direktorin des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft, Prof. Hiltrud Nieberg, sowie die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Prof. Britta Renner von der Universität Konstanz.

Neu in den Beirat berufen wurden von der Agrarseite die Direktorin des Instituts für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre der Universität Hohenheim, Prof. Christine Wieck sowie Prof. Justus Wesseler von der Universität Wageningen und Prof. Peter Feindt vom Department für Agrarökonomie der Berliner Humboldt-Universität.

Deutlich gestärkt wurde der Bereich der Ernährungswissenschaften im Beirat. Zu den neu berufenen Wissenschaftlern zählen die Kieler Hochschullehrerinnen Prof. Anja Bosy-Westphal und Dr. Lieske Voget-Kleschin, ferner Prof. Ute Nöthlings vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn sowie der Inhaber des Lehrstuhls für Epidemiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und DGE-Präsident, Prof. Jakob Linseisen.

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz ist ein interdisziplinär besetztes Gremium, das das BMEL bei der Entwicklung seiner Politik in diesen Bereichen berät. Der WBAE arbeitet auf ehrenamtlicher Basis, ist unabhängig und erstellt Gutachten und Stellungnahmen zu selbst gewählten Themen. Dem Beirat gehören derzeit 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die vom BMEL für die Dauer von drei Jahren berufen werden. Der Vorsitz wird aus der Mitte des Beirats gewählt.

Neben dem Beirat für Agrarpolitik gibt es beim BMEL vier weitere wissenschaftliche Beratungsgremien, das sind der wissenschaftliche Beirat für Düngungsfragen, der wissenschaftliche Beirat zum Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz, der wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen sowie der wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik.

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Wir sprachen mit Prof. Dr. Achim Spiller über die Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats des BMEL, z.B. die Mehrwertsteuer auf tierische Produkte anzuheben.


Diskussionen zum Artikel

von Hans Gresshoener

Dem Verbraucher

ist es völlig egal,wer im Wissentschaftlichen Beirat des BMEL sitzt oder den anführt! Der Verbraucher kauft nach wie vor gut und günstig! Neuerdings auch Bio und Vegan im Discounter oder Supermarkt! Aber er lässt sich nicht einreden,seine Ernährung grundlegend zu ändern,auch ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Wer

die neuen Stallbaupläne gesehen hat, die optimalen Komfort darstellen sollen, muss ein ganzes Dorf überpflastern. Glaube kaum, dass noch viele gebaut werden.

von Harald Finzel

Ich wünsche den Herren und Damen Professoren weiterhin viel Vergnügen in ihrem Elfenbeinturm!

Seit dieser wissenschaftliche Beirat 2015 im Gutachten "Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung" verkündete, mehr Tierwohl würde dem Verbraucher an der Theke bei "einfacher Überwälzung" (sic!) nur 3 bis 6 Prozent mehr kosten, kann ich das Gremium nicht mehr ernst nehmen.

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