Stegemann: „Wir wollen Betriebe bis 90 Hektar stärker unterstützen“ Premium

Albert Stegemann ist seit diesem Jahr neuer agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Interview mit top agrar erklärt er, wie er sich die EU-Agrarreform vorstellt, warum er die Glyphosat-Minimierungsstrategie für richtig hält und wohin er die neuen Züchtungstechniken sortiert.

Der Agrarsprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag: Albert Stegemann (Bildquelle: Fotogen Lingen / Hans Einspanier)

Albert Stegemann ist seit diesem Jahr neuer agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Interview mit top agrar erklärt er, wie er sich die EU-Agrarreform vorstellt, warum er die Glyphosat-Minimierungsstrategie für richtig hält und wohin er die neuen Züchtungstechniken sortiert. Sie haben die Position des Agrarsprechers der Unionsfraktion neu übernommen. Vor welchen Herausforderungen sehen Sie die Landwirtschaft in den nächsten vier Jahren stehen? Stegemann: Die größte Herausforderung ist die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft. Das betrifft alle agrarpolitischen Themen. Die Agrarpolitik muss der Landwirtschaft Rahmenbedingungen bieten, um auch selbst für mehr Akzeptanz zu sorgen. Aber es ist auch Aufgabe der Politik, die Bedürfnisse der Gesellschaft mit denen der Landwirtschaft zu versöhnen. Ich freue mich, dass die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner genau das anspricht. Das kann aber nur funktionieren, wenn die Landwirtschaft eine faire Chance hat, sich wettbewerbsfähig aufzustellen. Nur eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft kann es schaffen, Fragen des Umweltschutzes und des Tierwohles offensiv anzugehen und dabei zu Lösungen zu kommen. Glauben Sie, dass mit der Minimierungsstrategie für Glyphosat, die Klöckner im April vorgelegt hat und die den Landwirten den Einsatz ohne Frist weiter erlaubt, ihnen aber auch massive Einschränkungen abverlangt, das erste versöhnende Element ist? Stegemann: Ja, absolut. Bei Glyphosat hätte man auf Grund der eindeutigen wissenschaftlichen Bewertung gelassener reagieren können. Es ist aus meiner Sicht aber der falsche Weg, die gesellschaftlichen Diskussionen zu ignorieren. Wenn 80 Prozent der Bevölkerung ein Problem mit Glyphosat haben, dann können wir das nicht links liegen lassen. Notwendig sind aber nun praktikable Alternativen im Pflanzenschutz. Dafür brauchen wir mehr personelle Unterstützung in den Zulassungsbehörden, um neue Wirkstoffe schneller verfügbar zu machen. So haben wir es im Koalitionsvertrag auch vereinbart. Auch zukünftig werden wir auf wissenschaftlicher Grundlage entscheiden, wie zum Beispiel bei dem Verbot für die drei Neonikotinoide. Ich gehe deshalb nicht davon aus, dass jedes Jahr ein anderer Wirkstoff für eine politische Kampagne genutzt werden kann. Im Zusammenhang mit der Ackerbaustrategie bleibt die Diskussion um eine Reduktionsstrategie für alle Pflanzenschutzmittel sicher erhalten. Was sollte aus Ihrer Sicht in die Ackerbaustrategie? Stegemann: Die Glyphosat Minimierungsstrategie ist bereits ein Teil der Ackerbaustrategie, aber diese geht weiter. Sie fängt ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Josef Holz

hätten wir doch wenigstens die csu

auf bundesebene. das wäre dann eine alternative für deutschland

von Heinrich Roettger

Keine eigenen Positionen

Auf wissenschaftlicher Basis ist die Neonic Beize für Raps (Elado ) im Grossversuch in MV geprüft worden. Von der Raps und Rübenbeize geht keine Gefahr für die Bienen aus. Wie kann es sein , dass die Bienen 2017 und 2018 ebenfalls gestorben sind , obwohl die Beize vor 4 Jahren verboten wurde??? Achja : "Sie sterben ja vom Herbizid Glyphosat, wie mir eine promovierte Nabu Biologin letzte Woche erklären wollte!? Und pflügen wäre viel besser , da sterben keine Insekten" Wenn die Agrarsprecher der CDU nicht bald mit dem Unsinn aufhören , werde Sie die Bauern an andere Parteien verlieren.

von Wilhelm Grimm

Ludwig Erhard

hätte den Agrarsprecher aus der Partei geschmissen, der eine wettbewerbsfeindliche Politik vertritt und die Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktor ignoriert. Seine Aufgabe ist es, für die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft zu kämpfen und nicht als verständiger Fürsprecher der Grünen und ihrer NGO-Schwafelei aufzutreten. .( "die Bedürfnisse der Gesellschaft mit denen der Landwirtschaft zu versöhnen")

von Gerhard Steffek

80 % der Bevölkerung ein Problem mit Glyphosat?

Über diese Sichtweise bin ich schwer verwundert. Wie kommt er auf diesen Wert? Ich denke die wenigsten werden wissen, wo der Wirkstoff drinsteckt und diejenigen die es wissen wenden ihn an, da sie kein Problem damit haben. Hier läuft es doch eher genauso ab wie bei der Meinungsumfrage des NABU beim Wolf. Alle die kein Problem mit dem Wolf haben und auch nie haben werden, können doch locker für dieses "Tierchen" sein. Nur die, die ein Problem damit haben, bzw. werden, die, die fragt man dann lieber nicht. Könnte ja sein, daß der NABU aus seinem "Wolkenkuckucksheim" runtergeholt und mit der Realität konfrontiert wird. Einer Gefahr, die sich diese Traumtänzer nicht aussetzen wollen. Lieber bleiben sie in ihrer eigenen Filterblase und fragen deshalb nur dort, wo sie ihre Bestätigung finden. Auch mit dem Ziel, mit dem Ergebnis der Umfragen noch weitere Unschlüssige zu ihrer "Sichtweise" zu bewegen. Wenn allerdings ein Herr Stegemann sich zu solch einer Erkenntnis durchringt, das 80 % der Bevölkerung ein Problem mit Glyphosat hätte, dann frage ich mich schon welchen Bären er sich da aufbinden läßt, bzw. wie seine eigene Einstellung dazu ist. Mit Sach- und Fachverstand hat das nichts zu tun.

von Steffen Hinrichs

Wie steht die CDU/CSU zur Weidehaltung ?

Hier sollten jetzt auch Bekenntnisse gezogen werden !

von Gerd Uken

In Sachen Milch

Staatliche Mengensteuerung nicht zielführende-also doch lieber A B Molkereiquote. Der CDU Agrarexperte sollte sich mal Gedanken machen wie man eine Überproduktion die man nur in die Intervention verschiebt vorher unterbindet denn sie macht Märkte kaputt und kostet Bauerngeld. R F/C hat das begriffen in den Niederlanden

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