Stimmen zum Welttierschutztag

Heute ist Welttierschutztag. FDP-Agrarsprecher Hans-Michael Goldmann stellte dazu fest, dass die Verbesserung des Tierwohls, der Haltungsbedingungen und das wissenschaftlich basierte Verbot der Qualzucht entscheidende Bausteine des neuen Tierschutzgesetzes werden, an dem gerade gearbeitet wird.

Heute ist Welttierschutztag. FDP-Agrarsprecher Hans-Michael Goldmann stellte dazu fest, dass die Verbesserung des Tierwohls, der Haltungsbedingungen und das wissenschaftlich basierte Verbot der Qualzucht entscheidende Bausteine des neuen Tierschutzgesetzes werden, an dem gerade gearbeitet wird. „Wir wollen früher raus aus der betäubungslosen Ferkelkastration, viel weniger Wildtiere in Wanderzirkussen, das Problem der streunenden Katzen angehen und den Schenkelbrand auf fachwissenschaftlicher Basis hinterfragen und möglicherweise verbieten“, sagte Goldmann heute.
 
Um noch mehr Tierschutz zu realisieren bräuchte die Regierung jedoch Forschungsergebnisse und Lösungen, etwa für das Problem des Schwanzbeißens und Federpickens. Außerdem spricht sich der Tierarzt dafür aus, den Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung zu reduzieren. Dafür ist seiner Meinung nach das Zusammenwirken von Eigenkontrollsystemen wie QS und staatlichen Einrichtungen zwingend. „Für mich gilt, Bauern und Tierärzte müssen miteinander das Problem lösen.“

Linke klagen an

Kathrin Kagelmann, Agrarsprecherin der Linken in Sachsen, nennt die Probleme in ihrem Statement beim Namen. „Das betäubungslose Kupieren von Schwänzen bei Schweinen, das Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen und Puten, das Enthornen bei Rindern  ist immer noch gängig und verursacht bei Tieren unnötige Schmerzen und Leiden. Dies ist ein Tribut an eine auf Masse getrimmte, intensive landwirtschaftlichen Produktion, aber auch eine Reaktion auf einen weiter steigenden Fleischverbrauch“, so die Politikerin. Ihrer Ansicht nach verkommen die Tierrechte zum bloßen Kostenfaktor und Wettbewerbsnachteil.

"Tierschutzgesetz erlaubt Tierquälerei"

„Zahlreiche Schlupflöcher im Tierschutzgesetz erlauben immer noch schlimmste Tierquälerei", meint Dr. Heidrun Betz vom Deutschen Tierschutzbund. Es sei eher ein Tiernutzgesetz, das den Wünschen derjenigen sehr entgegenkomme, die Tiere nutzen wollen. Sie empfindet es als eine Katastrophe, das Schnabelkürzen und Schwänzekupieren in einem Tierschutzgesetz stehen.
 
Verbandspräsident Thomas Schröder nimmt sich das Thema Eiererzeugung vor. Er kritisiert, dass der Verbraucher bei Fertigprodukten völlig im Unklaren gelassen werde, aus welcher Produktionsform die Eier stammten. Das gelte auch für Fleisch und Milch, die Konsumenten würden nicht ausreichend informiert. Schröder setzt daher auf die Marktmacht der Verbraucher, um Veränderungen in der Tierhaltung herbeizuführen. "Der Verbraucher will handeln können, das heißt aber, er braucht auf den Packungen auch Kennzeichnungen, mit denen er handeln kann."

Jagd erfolgt im Einklang mit dem Tierschutz

Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) hat unterdessen klargestellt, dass die Jagd immer noch eine ursprüngliche und tierschutzkonforme Beschaffung tierischer Nahrungsmittel darstellt, die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) seit 2000 als eine Form des Naturschutzes anerkannt ist.
 
Anders als im Schlachthof, treffe der Schuss des Jägers das Tier unvorbereitet. Zudem würden Wildtiere ein Leben in der freien Natur verbringen. Medikamente, Kraftfutter oder Tiertransporte seien nicht notwendig, heißt es.
Die Ausübung der Jagd basiert laut DJV auf klaren gesetzlichen Vorschriften. Viele Teile des Jagdrechts dienten ausschließlich dem Tierschutz. Nicht ohne Grund werde die Jägerausbildung aufgrund ihres Umfangs als „grünes Abitur“ bezeichnet, heißt es beim Verband. (ad)

vgl.:
Tierschutznovelle beraten: Regierung würde zu wenig tun (1.10.2012)
Bundestagsdebatte über Tierschutzgesetz-Novelle (28.9.2012)
Bundesregierung gegen Länderforderungen nach mehr Tierschutz (3.9.2012)
Goldmann: Verschärfung des Qualzuchtparagraphen nicht notwendig (20.8.2012)

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