Strukturwandel ungebremst; Wachstumsschwelle bei 100 ha

In Deutschland gab es 2014 286.800 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 5 ha Fläche, einschließlich 26.300 Betrieben mit weniger als 5 ha, die auf Grund ihrer Tierbestände oder von Spezialkulturen zu den berichtspflichtigen Betrieben gehören. Die durchschnittliche Fläche betrug 58,3 ha LF.

In Deutschland gab es 2014 286.800 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 5 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF), einschließlich 26.300 Betrieben mit weniger als 5 Hektar LF, die auf Grund ihrer Tierbestände oder von Spezialkulturen zu den berichtspflichtigen Betrieben gehören.

Die durchschnittliche Flächenausstattung der Höfe betrug 58,3 ha LF.  Nach vorläufigen Ergebnissen für 2015 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe aber inzwischen auf etwa 280.000 zurückgegangen (gegenüber dem Vorjahr minus 2,3 %). Das geht aus dem neuen Situationsbericht des DBV hervor.

Strukturwandel geht weiter

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nahm zwischen 2007 und 2014 um 34.800 auf 286.800 Betriebe ab. Das sind 10,8 % weniger. Pro Jahr entspricht dies einer Abnahmerate von 1,6 %. Damit scheint sich der landwirtschaftliche Strukturwandel etwas verlangsamt zu haben, heißt es in dem Bericht weiter. Denn in den Jahrzehnten zuvor lag die durchschnittliche jährliche Abnahmerate der Betriebe bei etwa 3 %, was statistisch etwa alle 20 Jahre eine Halbierung der Zahl der Betriebe entspricht.

Bei der augenscheinlich rückläufigen Abnahmerate ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Grenze der statistisch erfassten Betriebe auf 5 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) angehoben worden ist. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass von den 375.000 Betrieben der Agrarstrukturerhebung 2007 etwa 53.000 Betriebe statistisch seitdem nicht mehr erfasst werden. Diese aus der Statistik herausgefallenen Betriebe repräsentieren nur etwa 1 % der erfassten Produktionsgrundlagen (Fläche und Vieh). Unter der Annahme, dass die Zahl der seit 2007 nicht mehr erfassten Betriebe seitdem um die Hälfte zurückgegangen sein könnte, liegt die jährliche Abnahme der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland bei 2,5 %.

Wachstumsschwelle verschiebt sich nach oben

Die sogenannte Wachstumsschwelle, unterhalb derer die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb derer die Zahl der Betriebe zunimmt, steigt kontinuierlich an. Die Zahl der Betriebe in den Größenklassen unter 100 ha LF nimmt ab. Die Zahl der Betriebe mit 100 ha und mehr hingegen nimmt zu, zwischen 2007 und 2014 bundesweit um 3.600 auf 35.400 Betriebe. Diese Betriebe bewirtschaften 57 % der LF in Deutschland. Im Niveau der Wachstumsschwelle gibt es allerdings regional große Unterschiede.

Regionale Unterschiede und betriebsspezifische Situationen

Bei regionaler Betrachtung wird ein Nord-Süd-Gefälle der Betriebsgrößen deutlich. Die Flächenausstattung allein lässt jedoch noch keine Aussage über die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu, die auch bei geringerer Flächenausstattung etwa durch den Anbau von Sonderkulturen, besondere Vermarktungsformen bzw. durch eine intensive Tierhaltung gegeben sein kann.


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