Linke

Tackmann kritisiert mangelnde Gleichstellungspolitik in der Landwirtschaft

Deutschland ist laut den Linken ein „gleichstellungspolitisches Entwicklungsland“. In der Landwirtschaft gebe es kaum Frauen als Hofeigentümer, obwohl 40 % der Frauen auf Höfen arbeiten.

Eine fehlende aktive Gleichstellungspolitik für Frauen in der Landwirtschaft und in den ländlichen Räumen hat die Agrar-Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, der Bundesregierung vorgeworfen. Diese hatte eingeräumt, derzeit keine hinreichenden Kenntnisse über die aktuelle Lebens- und Einkommenssituation von Frauen in den ländlichen Räumen sowie in der Landwirtschaft zu haben.

Sie wies allerdings darauf hin, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium die vom Deutschen LandFrauenverband (dlv) initiierte Studie „Frauen in der Landwirtschaft“ mit insgesamt 542.000 Euro fördere. Die Gleichstellung von Männern und Frauen seien ernste Anliegen, die im laufenden Prozess der Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 berücksichtigt würden, von deren Maßnahmen beide Geschlechter gleichermaßen profitierten.

Frauenspezifische Programme zur Betriebsförderung seien im eigenen Haushalt nicht geplant. Es sei erstaunlich, so Tackmann, „wie unreflektiert die Bundesregierung den Fakt zur Kenntnis nimmt, dass Frauen in der Landwirtschaft finanziell und strukturell benachteiligt sind“. So seien nur 10 % der Betriebsleiter und Betriebsinhaber Frauen, bei den Beschäftigten jedoch 39 %. Zudem gebe es bei den Vollzeitbeschäftigten einen durchschnittlichen negativen Einkommensabstand von 15 % zu den Männern.

„Statt Überlegungen zu den Ursachen dieser Männerdominanz in den Führungsetagen von landwirtschaftlichen Betrieben und zu ihrer Überwindung anzustellen, stellt sich die Bundesregierung blind und taub und hält keine Maßnahmen für notwendig“, monierte die Linke-Politikerin. Damit bleibe Deutschland ein „gleichstellungspolitisches Entwicklungsland“.

Für die frauenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Cornelia Möhring, zeigt die Antwort, dass die Bundesregierung bei Frauen in der Landwirtschaft „hauptsächlich an mithelfende Familienangehörige“ denke. Dabei seien sie es, die neue und nachhaltige Konzepte entwickelten und Wert auf umweltbewusstes Wirtschaften legten. Der nicht gesehene Handlungsbedarf bedeute wohl, dass Frauen weiterhin hauptsächlich durch unbezahlte Ehrenämter die soziale und kulturelle Lebensqualität des ländlichen Raums erhalten sollten.

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